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Beliebte US-Serie als Vorbild: Roßweiner eröffnet Secondhand-Laden für Handwerker

Vor sechs Jahren hat Christoph Burkhardt seinen Trödelladen in Roßwein eröffnet. Nun folgt der „Geräteschuppen“. Dort finden Handwerker gebrauchte Werkzeuge. Warum das Angebot für ihn so wichtig ist.

Lesedauer: 3 Minuten


Lea Heilmann

Roßwein. Einfach machen. Das ist das Motto von Christoph Burkhardt. Seit sechs Jahren betreibt er am Roßweiner Markt seinen Laden „Trödelzeit“. „Das war quasi eine Nacht- und Nebelaktion“, antwortet er passenderweise auf die Frage, wie er dazu kam.

Nach einem schweren Arbeitsunfall musste sich der Roßweiner von seiner Arbeit auf dem Bau verabschieden und etwas Neues suchen. Als er mit seiner Frau unterwegs war, hat er einen leeren Laden gesehen und sich entschieden, einen Trödelladen zu eröffnen.

„Ich hatte schon immer einen Fimmel für altes Zeug“, erinnert er sich. Bereits sein Kinderzimmer sah aus wie ein Trödelzimmer und im Sperrmüll hat er früher so manchen Schatz für sich entdeckt. Dann hat ein Freund ihn mit auf den großen Flohmarkt auf der Agra in Leipzig mitgenommen. „Ich war so begeistert und habe davon geschwärmt“, sagt er. So hat er dann angefangen, selbst Sachen zu kaufen und zu verkaufen.

Serie „Hör mal, wer da hämmert“ hat ihn inspiriert

Vor zwei Wochen hat er ein weiteres Geschäft an der Döbelner Straße eröffnet: seinen Geräteschuppen. Dort verkauft er Nägel, Werkzeuge, Rasenmäher, Kettensägen und alles, was Handwerker gebrauchen könnten.

Alle möglichen Geräte und Werkzeuge gibt es in dem kleinen Laden an der Döbelner Straße zu kaufen.
Alle möglichen Geräte und Werkzeuge gibt es in dem kleinen Laden an der Döbelner Straße zu kaufen.
Quelle: Lea Heilmann

Jeden Montag schaut er mit seiner Frau die Serie „Hör mal, wer da hämmert“. Die Serie aus den 1990er-Jahren handelt von Tim Taylor, Moderator einer Heimwerk-Sendung. Davon wurde Burkhardt für seinen zweiten Laden inspiriert. „Einen kleinen Handwerkerladen, wo auch einfach ein bisschen gequatscht wird“, das wollte Burkhadt haben. Vor zwei Wochen hat er seinen Geräteschuppen eröffnet. Die erste Woche sei es sehr ruhig gewesen, in der zweiten war schon mehr los. „Jetzt, wo es bei Facebook herumging, kommen auch Leute zum Kette schärfen oder um eine Schraube zu kaufen“.

Mein Vater und mein Opa haben mir viel beigebracht. Ohne die beiden säße ich gar nicht hier. – Christoph Burkhardt, Trödelhändler

Burkhardt hat seinen Laden so aufgebaut, dass dort alles zu finden ist, was für das Handwerken in der Gartensparte gebraucht werden könnte. Dazu zählen beispielsweise auch einzelne Schrauben, selbst gehacktes Anzündholz, Öl oder Gartengeräte. Seinen Geräteschuppen betreibt der Roßweiner als An- und Verkauf. Auch, um der Wegwerfgesellschaft etwas entgegenzutreten. „Das ist ganz schlimm geworden“, sagt er weiter.

Vater und Opa haben ihm Handwerken beigebracht

Deshalb repariert Burkhardt auch alte Geräte und verkauft diese deutlich günstiger. So koste ein gebrauchter, überholter Rasenmäher bei ihm nur rund ein Viertel des Originalpreises. Ihm sei es wichtig, dass Familien oder Menschen, die sich nicht so viel leisten können, trotzdem die Chance haben, benötigte Geräte zu kaufen. „Man muss menschlich bleiben, ich will die Leute nicht über den Tisch ziehen“, sagte er weiter.

In seiner kleinen Werkstatt zu Hause repariert er die Geräte. Im Prinzip kann alles abgegeben werden. Das Einzige, was er ungern mache, sei das Schärfen von Kreissägeblättern. „Das ist schon eine Hausnummer, aber ich mache es“, ergänzt er. Handwerken und Reparieren hat er sich selbst angeeignet. „Mein Vater und mein Opa haben mir viel beigebracht. Ohne die beiden säße ich gar nicht hier“, sagt der Trödelliebhaber weiter.

Nicht nur in seinem Geräteschuppen, sondern auch bei seinem Trödelladen achtet Burkhardt darauf, dass er seinen Fokus auf Alltagsgegenstände legt. „Einige sagen, ich soll doch mal einen richtigen Antikladen eröffnen, aber das brauchen wir in Roßwein nicht“, sagte er. Wichtiger sei für die Leute vor Ort, einen Laden zu haben, wo sie beispielsweise günstig ein Geschirrset für den Garten kaufen können.

Burkhardt freut sich immer, wenn die jüngere Generation in seinem Laden aufschlägt. „Sie haben dann ein Haus gekauft oder geerbt und finden auf dem Dachboden noch alte Schätze, egal ob Jugendstil Karaffe oder alte Orden. Das ist immer etwas Schönes“, so Burkhardt.

SZ

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