Suche
Suche

„Dreiland Outlet“ in Zittau: Markenhersteller bevorzugen kleinere Läden

Initiatoren planen in Zittau eine Outlet-Innenstadt, um leere Läden zu beleben. Weitere Interessenten aus der Modebranche waren jetzt da. Der Besuch brachte eine überraschende Erkenntnis.

Lesedauer: 2 Minuten

Damit die Zittauer Innenstadt zum Outlet-Store werden kann, hoffen die Initiatoren zunächst auf einen Anker-Mieter aus der Modebranche. Kommt dieser, ziehen erfahrungsgemäß weitere Hersteller nach. Quelle: Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Thomas Christmann

Zittau. Vertreter von Markenherstellern aus dem Textilbereich haben sich am Montag drei leerstehende Läden in der Bautzner Straße in Zittau angesehen – und alle sind ihnen zu groß gewesen. Das ist ein Ergebnis, das Kathrin Scholz als Mitinitiatorin des Projekts „Dreiland Outlet“ überrascht. Sie plant mit anderen Initiatoren eine Art Outlet-Stadt in Zittau, um Laden-Leerstand zu bekämpfen.

Kathrin Scholz ging bisher davon aus, dass Anbieter von Outlet-Stores und Betreiber von Modegeschäften in Einkaufscentern Flächen ab 150 Quadratmetern aufwärts bevorzugen, nach dem Prinzip „quadratisch, praktisch, gut“.

Polen und Tschechen als Kaufkraft

Läden in ähnlicher Größe standen deshalb im Fokus bei dem Termin, den Kathrin Scholz begleitete. Doch beim Besuch kristallisierte sich heraus, dass halb so große Geschäfte ausreichen. „Und davon haben wir genug“, sagt die Mitinitiatorin. Womöglich hänge dies damit zusammen, dass die Kosten für Miete und Personal geringer ausfielen. Und es brauche kein Lager, da Ware zentral geliefert werde.

Aufgrund der Erkenntnis erhalten die Interessenten im Nachgang einen Lageplan mit Exposés von weiteren freien Geschäften. Die liegen alle an der Bautzner und Inneren Weberstraße, aufgrund der Nähe zum Markt und den bereits positiven Rückmeldungen von Vermietern.

Anker-Mieter muss gefunden werden

Negativ nahmen die Vertreter die wirtschaftliche Situation in der Region auf, positiv dafür die Übernachtungszahlen und Kaufkraft der Polen und Tschechen – die Zielgruppe für das Projekt „Dreiland Outlet“. „Sie müssen erkennen, dass die Lage einzigartig ist“, erklärt Kathrin Scholz.

Beim Termin dabei war unter anderem ein Mitarbeiter mit Ladenbauer einer Firma aus Schottland, die Outdoor-Kleidung herstellt und weiter expandieren will. Den Anbieter könnte sich die Mitinitiatorin als Anker-Mieter vorstellen: Kommt erst mal ein solcher nach Zittau, ziehen andere Marken nach.

Es ist anstrengend, aber wir machen weiter. – Kathrin Scholz, Mitinitiatorin von „Dreiland Outlet“

Was aber wie schon beim ersten Termin mit Interessenten im Januar fehlte, waren die Besucher in der Innenstadt. Am liebsten wäre Kathrin Scholz daher ein Treffen an einem Mittwoch, wenn Markttag ist. Nur geben die Markenvertreter die Zeiten vor. So findet der nächste Besuch am 5. März statt, mit neuen Interessenten. „Es ist anstrengend, aber wir machen weiter“, sagt sie.

Mit 70 Herstellern im Austausch

Hinter dem Projekt steht die Idee, Anbieter von Outlet-Stores in die Innenstadt zu holen. Die soll dann mit traditionellem Handwerk sowie hiesigen Produkten aus Polen, Tschechien und Deutschland zum Einkaufsmagnet im Dreiländereck werden.

Vorbild ist die Stadt Bad Münstereifel in Nordrhein-Westfalen. Das „Dreiland Outlet” unterstützen unter anderem Geschäftspartner und Freunde, mit Expertise und Geld – alles im Ehrenamt. Die Initiatoren haben rund 280 Marken angeschrieben, mit etwa 70 stehen sie im Austausch.

SZ

Das könnte Sie auch interessieren: