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Essen, Wandern, Radfahren: Sachsen will mehr Touristen ins Land locken

Die Urlaubs- und Freizeitbranche behauptet sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf hohem Niveau. Mit einer Auszeichnung als eine der gastfreundlichsten Regionen weltweit richtet der Freistaat den Blick nach vorn – und setzt 2026 auf Radtourismus, Kulinarik und große Reiseanlässe.

Lesedauer: 2 Minuten

Ende November 2025 endete das Kulturhauptstadtjahr in Chemnitz mit einer großen Bergparade. Es bescherte nicht nur der Stadt mehr Übernachtungen und Aufmerksamkeit, sondern trug auch dazu bei, das Tourismusgeschäft insgesamt im Freistaat zu stabilisieren. Quelle: Hendrik Schmidt


Nora Miethke

Dresden. Der Tourismus ist ein wichtiger Beschäftigungsmotor im Freistaat. Er stellt 190.000 Vollzeit-Arbeitsplätze. Daher ist die Tourismusbilanz des Freistaats in dieser Zeit – wo die Jobmotoren in anderen Wirtschaftszweigen stottern – von besonderem Interesse. Bei den Hoteliers, Gastronomen und Freizeitanbietern läuft er offenbar gut.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 19,7 Millionen Übernachtungen (1,5 Prozent weniger als im Vorjahr) und fast acht Millionen Ankünfte (minus 1,8 Prozent) gezählt. Damit liegt das Ergebnis nur knapp unter dem Rekordjahr 2024. Mit einem Jahresumsatz von über 9,3 Milliarden Euro leiste die Branche einen „wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung“, betonte Tourismusministerin Barbara Klepsch am Montag bei der Bilanzvorlage. „Tourismus ist ein wunderbares Schaufenster, in dem man den Freistaat sieht, das aber auch ein Spiegel der gesamtwirtschaftlichen Lage ist“, so die CDU-Politikerin.

Tourismus ist ein wunderbares Schaufenster, in dem man den Freistaat sieht, das aber auch ein Spiegel der gesamtwirtschaftlichen Lage ist. – Barbara Klepsch, Staatsministerin für Kultur und Tourismus (CDU)

Sie appellierte, trotz der schwierigen finanziellen Lage „nicht zuerst an der Tourismusförderung den Rotstift anzusetzen und zu sparen“. Ziel sei es, das Budget im nächsten Doppelhaushalt 2027/2028 „wenigstens zu halten, wenn nicht sogar zuzulegen“, so Klepsch.

Im aktuellen Haushalt stehen insgesamt 16 Millionen Euro zur Verfügung. Der Landestourismusverband wünscht sich unter anderem eine Verstetigung des Förderprogramms für Ganzjahrestourismus mit Fokus auf die Gastronomie im ländlichen Raum.

Sachsen auf der weltgrößten Reisemesse ITB

Sachsen dürfe nicht nachlassen, Reiseanlässe zu schaffen und sichtbar zu machen, „denn wer nicht wirbt, der stirbt“, so Klepsch. Nächste Gelegenheit dafür ist die Internationale Tourismusbörse (ITB) – die weltgrößte Reisemesse – vom 3. bis 5. März in Berlin. Dort werde man primär die großen Kultur- und Naturevents „mit überregionaler Strahlkraft“ ins Schaufenster stellen, betonte Veronika Hiebl, Geschäftsführerin der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen. Dazu zählen die Veranstaltungsreihe „Tacheles – das Jahr der Jüdischen Kultur“ sowie die musikalischen Jubiläums-Festtage für Richard Wagner, Robert Schumann und Carl Maria von Weber. Hiebl hat auf der ITB Termine mit Reiseveranstaltern aus den USA und Israel.

Entwicklungsschwerpunkte sind 2026 Radtourismus, Kulinarik, Wandern sowie Kur- und Erholungsangebote. Auf dem Fichtelberg soll eine neue Mountainbike-Strecke entstehen. Die Gespräche zu einer grenzüberschreitenden Bäder-Radroute in Sachsen, Thüringen und Bayern laufen. Großereignisse wie das Europäische Wanderfestival Eurorando, der Start des Seenverbunds im Lausitzer Seenland und des Stadthafens Leipzig sollen neue Reiseanlässe schaffen. Zum 123. Deutschen Wandertag im September im Erzgebirge werden rund 20.000 Teilnehmende erwartet.

Kulturhauptstadt Chemnitz: Mehr Übernachtungen

Im vergangenen Jahr gingen besondere Impulse vom Kulturhauptstadtjahr Chemnitz aus. Die Regionen Chemnitz und Zwickau verzeichneten ein Plus von 9,3 Prozent bei den Übernachtungen. Auch die Sächsische Schweiz und das Erzgebirge konnten zulegen. Alle anderen mussten leichte Rückgänge hinnehmen, in der Leipziger Region bis zu 7,8 Prozent.

Sachsenweit entwickelte sich der Inlandstourismus stabil, während die Zahl internationaler Gäste stärker sank. Das liege im bundesweiten Trend, hieß es. Ursachen sind wirtschaftliche Unsicherheiten und geopolitische Spannungen.

Da können die Traveller Review Awards 2026 von Booking.com die internationale Aufmerksamkeit heben. Die digitale Buchungsplattform zeichnet Sachsen als eine der zehn gastfreundlichsten Regionen weltweit aus. Damit hat es der Freistaat als einziges deutsches Bundesland in die Spitzengruppe geschafft. 6244 Unterkunftspartner können nun mit einem „Review Award“ für sich werben.

SZ

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