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Hitze-Hilfe für Landwirte

Die hiesigen Banken wollen Bauern nach der Extrem-Dürre unterstützen. Dafür haben sie Fachpersonal – das mitunter selbst auf dem Trecker sitzt.

Lesedauer: 2 Minuten

Peggy Seffner sitzt mit Bluse und Stoffhose hinterm Schreibtisch in ihrem Büro in der Volksbank-Filiale an der Löbauer Bahnhofstraße – so wie man es von einer Bankkauffrau erwartet. Vor Kurzem noch sah die Dienstkleidung der Bankmitarbeiterin aber ganz anders aus. In Arbeitshosen saß sie am Steuer eines Mähdreschers. Denn Frau Seffner betreibt parallel zu ihrem Bankjob im Nebenerwerb einen Landwirtschaftsbetrieb daheim in Oberseifersdorf. Und weil es dort einen Engpass gab, bot ihr ihr Arbeitgeber die Möglichkeit, dass sie über zwei Monate verkürzt arbeitet, um die Ernte einfahren zu können. „Bei mir auf dem Hof war ein Mitarbeiter ausgefallen“, erzählt Frau Seffner. Das Getreide musste aber dringend rein, denn die Trockenheit hatte den Pflanzen schon sehr zugesetzt. Wie viele andere Landwirte erfährt Peggy Seffner jetzt die Folgen des extremen Sommers in diesem Jahr. Vor allem auch fehlt es am Futter für die Tiere, erklärt Frau Seffner, die selbst Getreide anbaut sowie Ölsaaten und Grünfutter. Ihr Fachwissen in Sachen Landwirtschaft gepaart mit der Bankausbildung sei für die Volksbank ein Glücksfall, so Vorstand Karl-Anton Erath. Deshalb ist Frau Seffner als Agrar-Spezialistin beschäftigt, berät speziell Landwirtschaftsunternehmen in Sachen Kredite und Finanzierungen. Schließlich seien die Betriebe ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. „Sie weiß um die Sorgen der Landwirte, kann mit ihnen auf Augenhöhe sprechen“, so Erath. Das sei gerade auch jetzt ein großer Vorteil. Denn nun seien aufgrund der Verluste viele Betriebe auf Kredite angewiesen. Auch hier will die Volksbank unkompliziert helfen. Besonders niedrige Zinsen wird es aber nicht geben, sagt Erath. „Das Zinsniveau ist ja ohnehin schon weit unten. Mehr geht da nicht.“ Helfen kann die Bank aber, indem sie Kredite vergibt, auch wenn die Zahlen nicht gerade rosig aussehen. Normalerweise sind gute Bilanzen ganz ausschlaggebend für eine Kreditvergabe. Heißt: zusätzliches Geld gibt es nur bei guter Ertragslage. „Da müssen wir unsere eigentlichen Regeln eben in der jetzigen Situation mal aushebeln“, so Karl-Anton Erath. Die Forderung der Landwirte an die Politik nach Unterstützung ist für ihn gut nachvollziehbar. „Wetterbedingte Schwankungen gibt es in Landwirtschaftsbetrieben immer.“ Aber so eine extreme Trockenheit habe es noch nie gegeben. Das bestätigt auch Peggy Seffner. Selbst die Dürre 2003, die jetzt immer als Vergleich herangezogen werde, war nicht so schlimm, sagt die Oberseifersdorferin. „Wie soll man sich als Betrieb auf so etwas einstellen?“, fragt sie. Dennoch glauben die Bankleute nicht, dass die Trockenheit 2018 für regionale Betriebe das Aus bedeutet. „Dabei wollen auch wir als Bank helfen und zusätzliches Geld bereitstellen“, sagt Karl-Anton Erath.

Auch das zweite große Geldinstitut der Region, die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, hat sich auf die Gegebenheiten auf dem Lande eingestellt. „In unserem Hause gibt es einen landwirtschaftlichen Firmenkundenbereich mit zwei speziell geschulten Fachberatern“, erklärt Bettina Richter-Kästner von der Sparkasse. Ein Plus sei dabei auch, dass Beratungen meist vor Ort stattfinden können.

 

Von Romy Altmann-Kühr

Bildquelle: Volksbank

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