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Ost-West-Einkommenslücke wächst: Sachsen auf drittletztem Platz

Haushalte in Ostdeutschland hatten 2025 im Mittel rund 5800 Euro netto weniger zur Verfügung als jene im Westen. Sachsen schneidet im Bundesvergleich ebenfalls sehr schlecht ab – aber immerhin besser als Bremen.

Lesedauer: 2 Minuten

Der Lohnunterschied zwischen den ostdeutschen Bundesländern und dem Rest der Republik ist auch 30 Jahre nach der Wende noch erheblich. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa

Rieke Wiemann und dpa

Leipzig. Mehr als drei Jahrzehnte nach der Deutschen Einheit ist die Einkommenslücke zwischen Ostdeutschland und den anderen Bundesländern zuletzt wieder etwas größer geworden. Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Sachsen gehören dabei zu denen mit den im Mittel geringsten Einkommen bundesweit. Im Freistaat wird sogar weniger verdient als im ostdeutschen Schnitt, wie aus den Daten hervorgeht.

In den Regionen, die schon vor 1990 zur Bundesrepublik gehörten, lag das verfügbare mittlere Haushaltseinkommen 2025 laut Statistischem Bundesamt bei 39.598 Euro im Jahr. In den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) wurden zuletzt im Mittel hingegen nur 33.764 Euro verdienst. Das sind rund 5800 Euro weniger als im „Westen“. Im Vorjahr fiel die Differenz mit knapp 5300 Euro etwas geringer aus.

Sachsen liegt bundesweit auf drittletztem Platz

In Sachsen betrug das mittlere Haushaltseinkommen im 2025 sogar nur 32.364 Euro. Damit liegt der Freistaat im bundesweiten Vergleich auf dem drittletzten Platz – auch hinter Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Brandenburg.

Auf dem letzten Platz landet Sachsen-Anhalt mit einem mittleren Haushaltseinkommen von 31.700 Euro im Jahr. Brandenburg liegt auf Platz neun (36.696 Euro), Berlin auf Platz zehn (35.760 Euro) und Thüringen auf Platz zwölf (34.440). Direkt dahinter folgt Mecklenburg-Vorpommern (32.729).

Entwicklung insgesamt positiv – Einkünfte in Sachsen stiegen seit 2021 um 15 Prozent

Seit 2020 ist die Entwicklung insgesamt zumindest positiv: Hatten die Haushalte in Westdeutschland damals im Median noch 7965 Euro mehr als jene in Ostdeutschland zur Verfügung, waren es 2025 nur noch 5834 Euro – was ein Minus von rund 2130 Euro ist. Prozentual ging die Einkommenslücke damit von 21,7 auf 14,7 Prozent zurück.

In Sachsen ist das Haushaltseinkommen von 2021 bis heute um 15 Prozent gestiegen.

Bremens Haushalte haben weniger Einkommen zur Verfügung als sächsische

Bremen ist das einzige westdeutsche Bundesland, das sich die hinteren Ränge mit den ostdeutschen Ländern teilt. Mit einem mittleren Haushaltseinkommen von 32.256 landet die Hansestadt auf dem vorletzten Platz – hinter Brandenburg, Berlin, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

Am meisten Einkommen hatten 2025 die Haushalte in Bayern (42.572 Euro) und Baden-Württemberg (41.420 Euro) zur Verfügung.

Bündnis Sahra Wagenknecht kritisiert Einkommenslücke

Die Zahlen werden jedes Jahr vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Zuletzt hatte das Bündnis Sahra Wagenknecht diese aber explizit noch einmal angefragt. Parteigründerin Sahra Wagenknecht kritisierte die Einkommenslücke und erklärte sie mit der im Osten stärker steigenden Arbeitslosigkeit.

„Wenn ostdeutsche Haushalte im Mittel fast 6.000 Euro im Jahr weniger zur Verfügung haben, dann ist das 36 Jahre nach der Wiedervereinigung ein inakzeptabler Rückstand“, sagte Wagenknecht.

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