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Roboter tauchen an Sachsens Staumauern

Wissenschaftler der Bergakademie Freiberg setzen einen neuen Tauchroboter zur Überprüfung von Staudämmen ein. Diese neue Technik ermöglicht es, auch schwer zugängliche Bereiche unter Wasser zu inspizieren. Kann dies die Sicherheit erhöhen?

Lesedauer: 2 Minuten

Gero Licht von der Informatik (l.) und Thomas Grab vom Scientific Diving Center (SDC) der TU Bergakademie Freiberg machen den neuen Tauchroboter startklar. Quelle: Andreas Hiekel (TUBAF)

Stephan Schön

Freiberg/Malter. Diese Expertise ist so speziell wie gefragt. Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg machen Forschungsarbeit unter Wasser. Jetzt geht es auch mit eigenen Tauchrobotern unter Wasser, auf den Grund sächsischer Talsperren.

Das Scientific Diving Center (SDC) der TU ist der einzige derartige Fachbereich in Deutschland, der im Studium für die Forschung unter Wasser ausbildet. Bisher war es vor allem die Unterwasserarchäologie, die dort gelehrt wurde. Praktisch vor Ort in Kroatien und Griechenland. Das richtige Verhalten an sensiblen Fundstellen, die wissenschaftliche Dokumentation mit Skizzen und Fotos unter Wasser ebenso.

Der neue Tauchroboter der TU Bergakademie Freiberg vor seinem ersten Tauchgang an der Talsperre Malter.
Der neue Tauchroboter der TU Bergakademie Freiberg vor seinem ersten Tauchgang an der Talsperre Malter.
Quelle: Andreas Hiekel (TUBAF)

Jetzt kommen neue Aufgaben dazu. Bauwerke der kritischen Infrastruktur, die sich tief unter der Wasseroberfläche befinden. Sachsen hat eine Menge davon. Talsperren und Speicher.

Sie sind die Grundlage einer stabilen Wasserversorgung. Sie müssen technisch überwacht werden und auch vor Anschlägen wie Beschädigungen geschützt sein.

Gemeinsam mit dem Institut für Informatik hat das SDC jetzt einen Tauchroboter entwickelt, der in Zukunft die Sicherheit von Staumauern dort untersucht, wo Technik bislang nur schwer hinkommt. Erste große Herausforderung für diesen Freiberger Tauchroboter war die Staumauer der Talsperre Malter.

Sie ist eines der ältesten großen Wasserbauwerke Sachsens. Die wuchtige Mauer stammt noch aus der Kaiserzeit. Sie wurde gebaut, nachdem die Weißeritz beim Hochwasser 1897 ungebremst 19 Menschen in den Tod gerissen und Häuser, Brücken und Bahnstrecken zerstört hatte.

Erster Tauchgang in Malter

Der Tauchroboter bewegt sich an der Mauer steil hinab. Dabei überträgt er per Kabel seine Videos an die Oberfläche. „Aus dem Video extrahieren wir später die Bilder und erstellen ein 3D-Modell der Staumauer“, erklärt der Informatiker Gero Licht.

„Das machen wir“, ergänzt Thomas Grab vom Scientific Diving Center, „damit wir Schadstellen möglichst genau lokalisieren können. Außerdem können wir die Daten nutzen, um automatisiert interessante Stellen zu erkennen.“

Richard Gruhn vom Scientific Diving Center der TU Bergakademie Freiberg bereitet die zweite Kamera für die Überwachung des Tauchroboters während seiner Erkundung an der Talsperre Malter vor.
Richard Gruhn vom Scientific Diving Center der TU Bergakademie Freiberg bereitet die zweite Kamera für die Überwachung des Tauchroboters während seiner Erkundung an der Talsperre Malter vor.
Quelle: Andreas Hiekel (TUBAF)

Mit dem Klimawandel wird es immer wichtiger, ganzjährig genügend Wasser in den Talsperren zu haben. Andererseits müssen Talsperren auch mehr denn je Stauraum für stärkere Niederschläge bereithalten.

Sie einfach mal abzuschalten, also für die Inspektion der Staumauer zu leeren, ist mit Risiken behaftet und langwierig. Mittels neuer KI‑Methoden und automatisierter Technik kann dies auch im laufenden Betrieb geschehen.

Taucher prüfen den Roboter

Ob der Tauchroboter auch wirklich tut, was er tun soll, das haben die Forschungstaucher vom SDC beobachtet. Sie sind mit ihrem automatischen Kollegen abgetaucht.

In Zukunft wird er allein unterwegs sein, als eine Art Erstinspektor. Der schaut sich selbstständig die komplette Staumauer an. Anhand des 3D-Modells aus dem Video entscheidet dann das Team, welche Stellen es manuell genauer kontrolliert.

„So kann sich das Tauchteam bei nachfolgenden Einsätzen gezielt auf kritische Bereiche konzentrieren“, sagt Thomas Grab. „Das spart Zeit, reduziert Kosten und erhöht die Sicherheit.“

SZ

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