Kay Haufe und Sandro Pohl-Rahrisch
Dresden. Die Dresdner Altmarkt-Galerie verliert einen ihrer größten Mieter: Der Saturn-Markt wird voraussichtlich im Sommer 2026 schließen, wie eine Sprecherin des Mutterkonzerns MediaMarktSaturn Retail Group am Freitag mitteilte. Zu diesem gehören auch die Media-Markt-Filialen.
Als Grund nennt die Sprecherin die Nähe zum Media-Markt-Standort in der Centrum-Galerie, die nur etwa fünf Gehminuten entfernt ist. „Letztendlich handelt es sich um einen Doppelstandort. MediaMarktSaturn Deutschland überprüft regelmäßig sein Marktportfolio und optimiert es gezielt. Dabei können Standorte vergrößert, verkleinert, neu eröffnet oder in Einzelfällen auch geschlossen werden.“
Saturn-Mitarbeiter sind am Freitag informiert worden
Was mit den Saturn-Mitarbeitern passieren wird, ist aktuell unklar. „Wir haben drei weitere Märkte in Dresden und arbeiten aktuell bereits daran, für möglichst viele Mitarbeitende eine Lösung der Weiterbeschäftigung zu schaffen“, so die Sprecherin weiter. Derzeit könne man allerdings keine genauen Angaben zur Zahl der Betroffenen machen.
Was heißt das für die Kunden? Das Unternehmen betont, dass man in Dresden mit insgesamt drei Märkten stark aufgestellt sei – im Elbepark, im Kaufpark in Nickern sowie in der Centrum-Galerie an der Prager Straße. Letzterer sei erst vor Kurzem um 600 Quadratmeter erweitert und modernisiert worden. Die Filiale biete das neueste Ladendesign der Marke, man habe stark in das Geschäft investiert. Auch die Märkte im Kaufpark und im Elbepark wurden umgebaut.
Da es an diesem Freitag eine Betriebsversammlung mit den Mitarbeitern des Marktes gab, blieb die Filiale an diesem Tag geschlossen. Am Samstag wird der Markt wieder regulär geöffnet sein, teilte Christian Polkow mit, der Centermanager der Altmarkt-Galerie.
Gespräche mit möglichen neuen Mietern laufen
„Wir bedauern die Entscheidung von Saturn, den Standort in der Altmarkt-Galerie Dresden zum Mietvertragsende am 30. September 2026 zu verlassen“, so Polkow. „Über viele Jahre hinweg verbindet uns eine sehr erfolgreiche und partnerschaftliche Zusammenarbeit, mit der wir gemeinsam Kundinnen und Kunden begeistern konnten. Für diese vertrauensvolle Partnerschaft danken wir ausdrücklich.“
Die Altmarkt-Galerie sei das führende innerstädtische Shopping-Center in Dresden und überzeuge durch ihre Premiumlage am Altmarkt, eine hohe Aufenthaltsqualität sowie eine starke überregionale Strahlkraft. Mit durchschnittlich über 40.000 Besucherinnen und Besuchern pro Tag zähle sie zu den frequenzstärksten Handelsstandorten der Region.
Was passiert nun mit der Saturn-Fläche? „Für die frei werdende Fläche führen wir bereits konstruktive und vielversprechende Gespräche mit potenziellen Interessenten“, erklärt Christian Polkow. „Unser Ziel ist es, eine attraktive und zukunftsorientierte Nachnutzung zu realisieren, die das Profil des Centers weiter stärkt.“ Die dynamische Entwicklung der vergangenen Jahre unterstreiche die hohe Anziehungskraft der Altmarkt-Galerie. Allein in den vergangenen drei Jahren habe man 39 neue Shops ansiedeln können, darunter zuletzt renommierte Marken wie Adidas, Korean Beauty House und Manner. „Diese erfolgreichen Neuansiedlungen setzen starke Impulse für Angebotsvielfalt und Erlebnisqualität.“
Über konkrete Entwicklungen zur Saturn-Fläche wolle die Altmarkt-Galerie transparent und zeitnah informieren.
Handelsverband: Altmarkt-Galerie ist und bleibt wichtiger Anker
Für die Dresdner Innenstadt, die mit Ladenleerständen zu kämpfen hat, ist die Schließung sicherlich keine gute Nachricht. David Tobias, der Geschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen, zeigt sich trotzdem optimistisch. „Die Altmarkt-Galerie ist und bleibt einer der wichtigsten Anker im Dresdner Einzelhandel und somit interessant für vielfältige Angebote“, sagte er am Freitag. Die Eröffnung des Luxus-Modehauses Papenbreer an der Wilsdruffer Straße zeige, wie lebendig der Einzelhandel in der Stadt sei. Zur Saturn-Schließung sagt Tobias: „Der Handel unterliegt einem steten Wandel und so verändern sich auch Anforderungen an Flächengrößen und Standorte.“ Geschäftskonzepte passten sich dem veränderten Nachfrageverhalten und den Kundenbedürfnissen an.
Saturn gehört zu den Mietern der ersten Stunde in der 2002 eröffneten Altmarktgalerie. Der letzte große Umbau des Technikmarktes erfolgte 2011 mit einer Erweiterung um 3000 auf 8000 Quadratmeter.
Saturn-Filialnetz wird deutschlandweit ausgedünnt
Die MediaMarktSaturn Holding beziehungsweise deren Mutterkonzern Ceconomy soll demnächst von dem chinesischen Onlinehändler JD.com übernommen werden. Das Filialnetz der Marke Saturn wird auch danach schrumpfen, wie der Konzern im Januar bekanntgab. Verschwinden soll sie aber nicht. Die Zahl der Saturn-Märkte war zuletzt deutlich gesunken. Vor einigen Jahren gab es in Deutschland noch etwa 150 Geschäfte, aktuell sind nur noch 53 geöffnet. Die Anzahl der Media-Markt-Filialen wuchs, auch durch die Umwandlung von Saturn- in Media-Markt-Märkte, auf 351.
Mit mehr als 1000 Geschäften in elf Ländern ist MediaMarktSaturn Europas größter Elektronik-Fachhändler. Im europäischen Ausland gibt es nur noch die Marke MediaMarkt. Früher waren beide Ketten Konkurrenten. Die erste Saturn-Filiale wurde 1961 in Köln eröffnet, der erste MediaMarkt 1979 in München. Die Einzelhandelskette übernahm den Wettbewerber Saturn 1990. Einige Jahre später besaß die Metro AG die Mehrheit an beiden Marken. 2017 gingen die Technikmärkte zu Ceconomy. (mit dpa)
Hinweis, 15.38 Uhr: Der Beitrag ist um eine Erklärung des Centermanagers der Altmarkt-Galerie ergänzt worden.
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