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Sachsens Grüne fordern Mutterschutz für Selbstständige

Das Handwerk in Sachsen ist auf Frauen angewiesen, die Betriebe übernehmen oder neue gründen. Doch der Anteil ist gering. Das liegt auch an einer finanziellen Schlechterstellung von selbstständigen Müttern. Die Landesregierung soll ein sächsischen Förderprojekt entwickeln.

Lesedauer: 2 Minuten

Nora Miethke

Dresden . Frauen sind in Sachsen unter Selbstständigen bei Gewerbeanmeldungen und Unternehmensnachfolgen stark unterrepräsentiert. Ihr Anteil liegt bei 32,1 Prozent. Das will die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Gründen ändern. Sie setzt sich im Rahmen eines „Handwerk-Pakets“ im Landtag für die Einführung einer Einkommenssicherung im Mutterschutz auch für Selbstständige ein.

Dass Frauen unterrepräsentiert sind, liege auch an den Bedingungen für selbstständige Mütter. „Es braucht dringend einen Weg, diese zu verbessern, damit Frauen eben nicht vor die Wahl gestellt werden: Kind oder Selbstständigkeit“, sagt Fraktionsvorsitzende Franziska Schubert.

Förderprojekt bis Ende Oktober 2026 entwickeln

Die Grünen haben einen Antrag eingebracht, in dem die Staatsregierung aufgefordert wird, eine sächsische Landesinitiative für weibliche Selbstständige und Gründerinnen ins Leben zu rufen. Bis zum 31. Oktober 2026 soll ein Förderangebot für eine landesfinanzierte Betriebs- und Einkommenssicherung im Mutterschutz für selbstständige Mütter und werdende Mütter entstehen – analog der Mutterschutzfristen für Angestellte. Dieses Förderangebot müsste sowohl die Finanzierung von Ersatzkräften als auch Zuschüsse vorsehen, die Einkommensausfälle und laufende Betriebskosten im Sinne einer Betriebsausfallabsicherung abdecken.

Die voraussichtlichen Kosten für ein solches Förderangebot werden nicht beziffert. Die Grünen verweisen darauf, dass Selbstständige Steuern erwirtschaften. „Eine solche Maßnahme würde die Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft fördern und zugleich zur Stärkung der sächsischen Wirtschaft beitragen“, sagt Wolfram Günther, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion.Ein sächsisches Pilotprojekt könnte zeigen, wie sowas in der Praxis funktionieren kann, so Günther.

100.000 Unterschriften für Petition

Immer mehr Handwerksbetriebe unterstützen die Forderung nach einem Mutterschutz für Selbstständige. Im Frühjahr 2022 startete die Tischlermeisterin Johanna Röh die Petition „Meine Werkstatt bleibt“, später die Initiative „Mutterschutz für alle“. Viele Handwerksbetriebe, Kammern und Verbände stellten sich dahinter. Die Petition erhielt über 100.000 Unterschriften und wurde im Bundestag öffentlich angehört. CDU und SPD haben im Bund die Einführung des Mutterschutzes für Selbstständige in den Koalitionsvertrag geschrieben. Doch eine gesetzliche Umsetzung gibt es bis heute nicht.

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