Eva-Maria Hommel
Große Bühne für den Mittelstand: Am Freitagabend begrüßte Franziska Schenk, ehemalige Eisschnellläuferin und MDR-Moderatorin, die Gäste in der „Gläsernen Manufaktur“ in Dresden zur Preisverleihung „Sachsens Unternehmer des Jahres 2026“.

Quelle: Thomas Kretschel
Seit 21 Jahren würdigt die Auszeichnung herausragende unternehmerische Leistungen im Freistaat. Der Abend ist immer auch eine Art Klassentreffen der sächsischen Mittelständler. Der Sieger erhält die vergoldete Bronzestatue „Die Träumende“ von Malgorzata Chodakowska.
Gruß von 10.000 VW-Werkern
Thomas Edig, Geschäftsführer Personal und Organisation bei VW Sachsen, begrüßte die Gäste im Namen der mehr als 10.000 sächsischen VW-Werker. Er ging auf Krise und Neuausrichtung bei VW ein und auf den Umbau der „Gläsernen Manufaktur“ zum Innovations- und Start-up-Zentrum.

Quelle: Thomas Kretschel
Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nutzte die Bühne, um für das neue Konzept der „Gläsernen Manufaktur“ zu werben: „Noch ist Herr Edig Hausherr“, sagte er scherzhaft, „bald gehört uns die Manufaktur.“ Dem Publikum rief er zu: „Ich bin sehr dankbar für Ihre Kraft als Unternehmerinnen und Unternehmer.“

Quelle: Thomas Kretschel
Ich bin sehr dankbar für Ihre Kraft als Unternehmerinnen und Unternehmer. – Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen
Dieses Jahr hatten sich 50 Unternehmen um den Preis beworben. Acht schafften es ins Finale, drei in die engere Auswahl: die Partzsch-Unternehmensgruppe aus Döbeln – ein führendes Unternehmen im Elektromaschinenbau mit rund 500 Mitarbeitern und internationaler Ausrichtung –, das Handwerksunternehmen FAE Elektrotechnik GmbH aus Heidenau, das mit seinem starken Wachstum und hoher Innovationskraft auffiel, und die Vowalon Beschichtung GmbH aus Treuen im Vogtland, die mit ihrer strategischen Weiterentwicklung und Krisenfestigkeit überzeugte.
Panter: Sachsen spielt Champions League
Auch der unternehmerische Nachwuchs wurde an diesem Abend geehrt: 24 Firmen hatten sich um den Preis „Sachsen gründet“ beworben. Der Gewinner erhält ein Medienbudget von 60.000 Euro der beteiligten Medienhäuser.

Quelle: Thomas Kretschel
Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) schlug die Brücke über das bevorstehende Bundesligaspiel, bei dem RB Leipzig gegen St. Pauli den Sprung in die Champions League schaffen könnte: „Wir spielen in vielen Bereichen Champions League.“ Das gelte nicht nur für das Handwerk und den sächsischen Mittelstand mit vielen Hidden Champions, sondern auch für die Industrie. Genauso wichtig seien Start-ups: „Wir brauchen immer etwas Neues, das neuen Antrieb hat.“
Wie passen Sachsen und Japan zusammen?
Schließlich verkündete er die strahlende Siegerin des Gründerpreises, die per Jury-Meinung, Online-Voting und Publikumswahl am Abend bestimmt wurde. Panter sagte, nicht nur der Enthusiasmus, sondern auch die Umsatz-Prozentsteigerung der Gründerin hätten ihn beeindruckt: Elisa Röhr mit ihrem Startup „1mal1japan“ aus Dresden. Sie versendet Kochboxen für japanische Mahlzeiten aus grossteils regionalen Zutaten. Und sie hat schon weitere Ziele: „Für uns steht die Internationalisierung ganz klar im Fokus. Wir wollen neue Produkte kreieren. Wir haben starke Partner in Sachsen. Dafür möchte ich danke sagen.“

Quelle: Thomas Kretschel
Die Eltern kamen mit auf die Bühne. Zum Schluss wurde es emotional. Bevor der Applaus aufbrandete, wurden die Gewinner des Hauptpreises erst einmal von ihren Eltern umarmt: Mareen und Gregor Götz von der Vowalon Beschichtung GmbH sind Sachsens Unternehmer des Jahres. Sie führen den Familienbetrieb weiter, den ihr Vater Friedmar Götz kurz nach der Wiedervereinigung übernommen hatte. Mit auf die Bühne gebeten, sagte er: „Wir sind sehr stolz auf unsre Kinder. Was sie aus der Firma gemacht haben, das ist wunderbar.“
Laudatorin Ines Meinhardt, Redaktionsleiterin Wort bei MDR Sachsen, hob in ihrer Laudatio hervor, wie Vowalon in der Region stabile Arbeitsplätze schafft, aber auch international über den Tellerrand schaut: „Wir erkennen hier die Bereitschaft, Transformation als dauerhaft anzunehmen. Bei Vowalon sind wir uns ganz sicher, dass dieser Weg weitergegangen wird.“
Als Schlusswort des Abends kann das Statement von Mareen Götz dienen. Sie gab in die Runde, was ihr Vater ihr vorgelebt hatte: „Man muss einfach machen, und auch wieder aufstehen, wenn man hinfällt.“
“Sachsens Unternehmer:in des Jahres“ ist eine Initiative von „Sächsischer Zeitung“, „Freier Presse“, „Leipziger Volkszeitung“, MDR Sachsen, Volkswagen Sachsen, Schneider + Partner, Sächsischer Lotto-GmbH, So geht sächsisch und AOK Plus.
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