Bautzen. Zukunft für die Perfecta Bautzen: Die Solvesta Beteiligungs GmbH übernimmt im Zuge einer übertragenden Sanierung die Vermögenswerte des Perfecta Schneidemaschinenwerks. Ein Kaufvertrag wurde unterzeichnet. Der Käufer sichere sich damit nicht nur Standort und Beschäftigte, sondern auch das Know-how des traditionsreichen Unternehmens sowie rund 60 Arbeitsplätze, teilt Sanierungsexperte Dirk Eichelbaum mit. Er hatte die Perfecta-Geschäftsführung während des Eigenverwaltungsverfahrens als Generalbevollmächtigter unterstützt.
Unternehmen will sich international neu aufstellen
Die Solvesta Beteiligungs GmbH ist auf den Erwerb von Unternehmen aus Sondersituationen spezialisiert. Sie verfügt über enge strategische Kontakte zu Kunden und Vertriebspartnern für Produkte der Perfecta und hat bereits Maschinenhersteller für die Verpackungsindustrie erfolgreich aus der Insolvenz zurück an den Markt geführt. Unter anderem übernahm Solvesta 2023 die Dienst Verpackungstechnik GmbH (jetzt Dienst Packsystems GmbH) in Wiesbaden, einen Spezialisten für Tiefkühl-Verpackungsmaschinen, mit 73 Mitarbeitern.
Sinkende Auflagen klassischer Printprodukte und der Kostendruck durch Anbieter aus Asien waren immer wieder Thema im Verlauf des Investorenprozesses. – Peter Voigt, Geschäftsführer PERFECTA Precision Cutting Systems GmbH
Die Suche nach einem Käufer für Perfecta gestaltete sich zäh: „Sinkende Auflagen klassischer Printprodukte und der Kostendruck durch Anbieter aus Asien waren immer wieder Thema im Verlauf des Investorenprozesses. Mit dem neuen Gesellschafter können und wollen wir uns in diesem Wettbewerbsumfeld differenzieren, indem wir das komplette Systemgeschäft sowie das Service-Geschäft internationalisieren und weiterentwickeln“, sagt Geschäftsführer Peter Voigt. Er soll künftig den weltweit ältesten Hersteller von Schneidemaschinen am Standort Bautzen unter der Firmierung „Perfecta Precision Cutting Systems GmbH“ in Alleinverantwortung leiten.
Der vom Amtsgericht Dresden bestellte Sachwalter Rüdiger Bauch von Schultze & Braun bestätigt, dass der Gläubigerausschuss der Transaktion bereits zugestimmt hat, und kommentiert: „2026 ist bislang geprägt von überlagernden geopolitischen und wirtschaftlichen Krisen.“ Für das Schneidemaschinenwerk in Bautzen sei nun aber ein gutes Ergebnis erzielt worden.
130 Jahre Unternehmensgeschichte
Der Bautzener Traditionsbetrieb blickt auf über 130 Jahre Geschichte zurück: Gegründet 1896, produzierte das Unternehmen ab den 1920er-Jahren Schneidemaschinen für die grafische Industrie. Während der DDR-Zeit firmierte es als Volkseigener Betrieb (VEB) Polygraph Schneidemaschinenwerk und gehörte zum Kombinat Polygraph Werner Lamberz. Nach der Wiedervereinigung wurde das Unternehmen 1992 privatisiert.
Als Systemanbieter beliefert die Perfecta Kunden in mehr als 70 Ländern mit Schnellschneidern, kompletten Schneidsystemen sowie Automatisierungs- und Handlingslösungen. Das Sanierungsverfahren sollte dem Bautzener Unternehmen die Chance geben, die Produktion fortzuführen, das Geschäftsmodell strategisch weiterzuentwickeln und neue Investoren zu gewinnen. Mit dem neuen Investor ist ein erster Schritt getan.
SZ


