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Sparpläne sorgen für Unruhe: VW-Chef Blume tritt in Zwickau vor die Beschäftigten

Bei Volkswagen brodelt die Gerüchteküche. Mehrere Werke könnten geschlossen werden, darunter das in Zwickau. Konzernchef Oliver Blume will auf die Belegschaft zugehen und sich den Fragen stellen. Er kommt auch nach Zwickau.

Lesedauer: 2 Minuten

Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG: Er will im August ins Zwickauer Werk kommen und sich den Fragen der Belegschaft stellen. Quelle: Bernd Weißbrod/dpa

Von Andreas Dunte

Zwickau. Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume will mit den Beschäftigten sprechen, wie er sich die Zukunft des Autoriesen vorstellt. Am 26. August kommt er nach Zwickau, wie aus dem Werk zu erfahren ist – an seiner Seite Markenvorstand Thomas Schäfer. Einen Tag zuvor sind sie in Wolfsburg und stehen den Beschäftigten dort Rede und Antwort. Am 27. August steht Dresden auf dem Programm. Allerdings ist noch nicht bekannt, wer aus dem Vorstand zu den Beschäftigten der Gläsernen Manufaktur spricht.

Damit geht Blume auf Forderungen des Betriebsrates ein. Der hatte nach Bekanntwerden von umfangreichen Sparplänen die VW-Führung aufgerufen, direkt vor der Belegschaft Stellung zu beziehen.

Vorstand Schmall kommt ins Chemnitzer Motorenwerk

Neben Blume und Schäfer ist auch Technik-Konzernvorstand Thomas Schmall bei Beschäftigten unterwegs. Er übernimmt die Standorte, an denen Komponenten gefertigt werden. Am 27. August stellt er sich der Belegschaft im Chemnitzer Motorenwerk. Insgesamt sind neun Veranstaltungen geplant, darunter auch Versammlungen in Hannover, Braunschweig, Salzgitter und Kassel-Baunatal.

Für Unmut hatten Berichte gesorgt, dass VW über die Schließung der Werke Emden, Zwickau und Hannover sowie des Audi-Werks in Neckarsulm nachdenkt. Am vergangenen Donnerstag tagte der Aufsichtsrat zu möglichen Sparplänen. Parallel fanden Proteste vor mehreren Werken des Konzerns statt, auch in Zwickau, Dresden und dem Porsche-Werk in Leipzig.

Betriebsrat stellte Blume Ultimatum

Der Betriebsrat hatte Blume danach aufgefordert, vor der Belegschaft Stellung zu nehmen, und ihm dafür ein Ultimatum bis Ende vergangener Woche gestellt. Das habe Blume verstreichen lassen.

Der Betriebsrat hatte für diesen Fall bereits angedroht, nach der Sommerpause VW-weit außerordentliche Betriebsversammlungen anzusetzen und die Vorstände dort ans Mikrofon zu zitieren.

Für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm haben wir in den 30er-Jahren noch keine wettbewerbsgerechte Belegung. – Oliver Blume, VW-Chef

Nach Informationen von Leipziger Volkszeitung und Sächsischer Zeitung ist der Besuch in Zwickau der erste Werksbesuch an einem sächsischen VW-Standort von Oliver Blume überhaupt.

Nicht mitgerechnet sind die Besuche bei der Konzerntochter Porsche in Leipzig. Dort war Blume häufiger zu Gast und hatte als Porsche-Produktionschef erfolgreich den Aufbau des neuen Werksabschnitts für das Modell Macan geleitet.

Rund 50.000 Stellen könnten zusätzlich wegfallen

Am Montag nannte Blume im VW-Intranet des Konzerns erstmals eine konkrete Zahl: Ohne Veränderung der Arbeitskosten würde sich demnach als „theoretische Ableitung“ eine Größenordnung von rund 50.000 Stellen weltweit ergeben, die gestrichen werden müssten – zusätzlich zu den 50.000, die bis 2030 bereits abgebaut werden sollen.

Zudem bestätigte Blume, „dass wir heute für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm in den 30er-Jahren noch keine wettbewerbsgerechte Belegung bestätigen können“.

Der Betriebsrat bezeichnete das als nicht ausreichend, um dem Informationsbedarf der Belegschaft nachzukommen. „Solche oberflächlichen Infos reichen natürlich nicht“, hieß es in einer Sonderausgabe der Betriebsratszeitung „Mitbestimmen“, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Daher lädt der Betriebsrat wie angekündigt zu zusätzlichen Betriebsversammlungen nach der Sommerpause.“

SZ

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