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Strecke Dresden-München gerettet: Lufthansa erhält Verbindungen ab Sachsen

Lufthansa sichert die Dresden-München-Strecke und verzichtet auf weitere Streichungen. Die Airport-Holding will nun die Standorte stärken – mehrere Maßnahmen sind geplant.

Lesedauer: 3 Minuten

Eine Lufthansa-Maschine bei Start in Dresden: Die Lufthansa wird die wichtigen Zubringer-Flüge zwischen Dresden und München im kommenden Jahren fortführen. Quelle: Ronald Bonß


Florian Reinke

Dresden. Die Lufthansa wird die wichtigen Zubringer-Flüge zwischen Dresden und München im kommenden Jahr fortführen. Wie Sächsische Zeitung und Leipziger Volkszeitung erfuhren, hat die Kranich-Airline mit der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG) eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Demnach kommt es – anders als von der Airline angedroht – nicht zur Streichung der Drehkreuzverbindung. Die Strecke bleibt demnach auch im kommenden Sommer bestehen.

Den Erhalt der München-Verbindung bestätigte auf Nachfrage Götz Ahmelmann, Vorstandsvorsitzender der Mitteldeutschen Flughafen AG. „Lufthansa hat bestätigt, die Verbindung Dresden–München fortzuführen. Das ist ein wichtiges Signal für die Region und Ergebnis der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der Lufthansa Group, der sächsischen Staatsregierung und der Mitteldeutschen Flughafen AG“, sagt er.

Lufthansa-Airlines-Chef: „Streichen im Sommer keine weiteren innerdeutschen Strecken“

Nach aktuellem Stand will die Lufthansa Dresden weiterhin bis zu viermal täglich mit München verbinden, hieß es aus Airportkreisen. Angaben dazu machte die Lufthansa auf Anfrage nicht.

Der Schritt folgt auf die Ankündigung der Bundesregierung, die Luftverkehrsbranche zu entlasten – vor allem durch eine Senkung der Luftverkehrssteuer.

Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter sagte: „Wir streichen im Sommer keine weiteren innerdeutschen Strecken. Auch die Verbindung Dresden-München, die zur Disposition stand, bleibt bestehen.“

Die Airline-Gruppe ist für die Airports Dresden und Leipzig der wichtigste Kunde. Zum Konzern gehören neben der Kernmarke Lufthansa Airlines außerdem Fluggesellschaften wie Austrian, Swiss, Eurowings und Lufthansa City Airlines. Von den sächsischen Airports aus sichern die Airlines Zubringerflüge zu großen Drehkreuzen: Ab Dresden ist das neben Frankfurt und München die Stadt Zürich; ab Leipzig/Halle geht es bis zu viermal täglich nach Frankfurt. Im Leipziger Plan steht auch die Verbindung nach Wien und nach Istanbul.

München-Strecke ab Leipzig eingestellt

Ab Leipzig/Halle hatte die Lufthansa die München-Verbindung zuletzt eingestellt – entsprechend ernst nahmen Politik und Wirtschaft die Aussagen der Airline zu Dresden.

Mit Blick auf die aktuelle Entscheidung der Airline spricht Vorstandschef Ahmelmann von einem „starken Zeichen für die Anbindung Sachsens“. Die Strecke sei für Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Tourismus von zentraler Bedeutung: „Sie sichert den Zugang der Region zu weltweiten Zielen über das Drehkreuz München und ist damit ein entscheidender Faktor für die internationale Erreichbarkeit des Standorts.“

Die Flughäfen Dresden und Leipzig mussten zuletzt mehrere Rückschläge verkraften: So haben sich die Billigflieger Ryanair und Wizz Air aus Sachsen zurückgezogen und dies mit zu hohen staatlichen Gebühren und Standortkosten begründet. Das Angebot hat noch immer nicht das Vor-Corona-Niveau erreicht.

Neue Konzepte für Airports geplant

Nach Informationen dieser Zeitung prüft das Management beider Airports unterdessen neue Wege, um die Wettbewerbsfähigkeit der Flughäfen zu erhöhen und das Angebot zu sichern. Einerseits will sich die MFAG zusammen mit anderen Flughäfen auf Bundesebene dafür einsetzen, die Standortkosten weiter zu senken. Zum anderen will der Flughafenbetreiber an die Sicherheitskontrollen ran. Man wolle prüfen, „wie die Organisation der Sicherheitskontrollen neu aufgestellt und die Passagiergebühren spürbar hier an beiden sächsischen Flughäfen reduziert werden können.“ Hintergrund: Die Luftsicherheitskontrollen zieht die Bundespolizei an beiden Flughäfen ein. Passagiere tragen diese Kosten über den Ticketpreis: In Leipzig/Halle sind dafür aktuell 12,63 Euro fällig, in Dresden 15 Euro.

Außerdem will die MFAG den Einsatz sogenannter PSO-Modelle prüfen. Dabei handelt es sich um öffentliche Ausschreibungen einzelner strategischer Strecken. Verwiesen wird an den Airports auf erfolgreiche Beispiele in Österreich, etwa die Strecke Linz-Frankfurt. Die Finanzierung erfolgt hierbei über die öffentliche Hand.

Nach Managementangaben analysieren die Airports zudem, wie sich das „Paderborner Modell“ auf Sachsen übertragen ließe. In Paderborn hatten sich Unternehmen zusammengeschlossen und eine eigene Airline gegründet, nachdem Lufthansa die München-Verbindung eingestellt hatte.

Von der MFAG heißt es: „In Fällen, in denen sich Airlines zurückziehen, könnte die regionale Wirtschaft über eine gemeinsame Organisationsplattform bestimmte Strecken eigenständig tragen, ohne staatliche Beihilfe, aber mit klarem regionalem Nutzen.“ Einen regelmäßigen Austausch mit Kammern und Wirtschaftsvertretern gebe es dazu bereits.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, dass die Lufthansa die Verbindung in den kommenden Jahren aufrechterhält. Tatsächlich hat die Airlines dies zunächst nur für das kommende Jahr bestätigt. Wir haben diese Angaben korrigiert.

SZ

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