Moritz Schloms
Dresden. Im Zuge des geplanten Ausbaus der Chipproduktion im Dresdner Norden soll in Prohlis ein neues Berufliches Schulzentrum (BSZ) für Elektrotechnik entstehen. Die Europäische Union wird das Projekt mit rund 100 Millionen Euro fördern. Das teilte das Sächsische Wirtschaftsministerium am Montag mit. Die Kosten des Schulbauvorhabens belaufen sich auf etwa 136,2 Millionen Euro.
Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) nennt die Entscheidung „einen guten Tag für die sächsische Industrie“. Hervorragend ausgebildete Fachkräfte seien der Schlüssel für erfolgreiche Unternehmen. „Das neue BSZ wird ein echter Leuchtturm, mit dem wir Auszubildende aus ganz Deutschland und unseren Nachbarländern nach Sachsen locken wollen.“
Oliver Schenk (CDU), sächsischer Abgeordneter im EU-Parlament, bezeichnet die Förderung als „starkes Signal“. Sachsen sei das führende Zentrum für Mikroelektronik in Europa. „Wenn wir Europa wettbewerbsfähiger machen wollen, müssen wir genau hier ansetzen: bei der klugen Verbindung von regionaler Stärke und europäischer Unterstützung.“
Das sind die Pläne für die Talentschmiede in Prohlis
Die Pläne für den Ausbau des Berufsschulzentrums für Elektrotechnik sind schon länger bekannt. Um den ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten, brauchte es die Förderzusage. Hintergrund ist, dass die Berufsschule für die theoretische Ausbildung der Halbleiter-Fachkräfte verantwortlich ist. Angesichts des Booms der Dresdner Chipindustrie wird es aber im bisherigen Gebäude am Strehlener Platz zu eng.
Laut Stadtverwaltung sollen in dem BSZ in Zukunft 900 Schüler in 47 Klassen zu Mikrotechnologen und Mechatronikern ausgebildet werden. Zum Vergleich: In diesem Schuljahr waren es 659 Azubis in 37 Klassen. Zusammen mit den anderen Ausbildungsgängen zählt die Schule derzeit etwa 2000 Lehrlinge und mehr als 100 Lehrer. Daher ist ein Umzug in ein größeres Gebäude aus Sicht der Stadt unausweichlich.
Das wird auf dem Gelände der alten Schule an der Boxberger Straße in Prohlis entstehen. Sechs Geschosse soll das Haus zählen. Dazu kommt eine viergeschossige Sporthalle mit einem offenen, ebenerdigen Parkdeck im Erdgeschoss. Beide Gebäude sollen die Hochhausgrenze von 22 Metern nicht überschreiten. Das alte Schulgebäude mit seiner wechselvollen Geschichte – zwischenzeitlich diente es als Flüchtlingsunterkunft – wird abgerissen.
Bis Ende 2028 soll der Schulcampus fertig sein und im Januar 2029 der Landeshauptstadt Dresden als Trägerin des Berufsschulzentrums übergeben werden.
SZ


