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Touristische Erschließung: Das passiert 2026 am Geierswalder See

Die Arbeiten oberhalb des Badestrandes gehen weiter. Dort sollen einmal sechs Häuser rund um einen zentralen Platz entstehen. Die Gemeinde ist dabei, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Was noch zu tun ist und wie lange es dauern soll.

Lesedauer: 3 Minuten

Heidrun Eger vom Bauamt der Gemeinde Elsterheide zeigt den Bebauungsplan für ein Areal am Geierswalder See. Quelle: Juliane Mietzsch

Juliane Mietzsch

Geierswalde. Schon lange hängt die großformatige Grafik im Büro von Heidrun Eger. Neben verschiedenen Luftbildern ist dieser Bebauungsplan hinter dem Schreibtisch der Bauamtsmitarbeiterin in der Gemeindeverwaltung Elsterheide angepinnt. Seitdem das Vorhaben „Servicegelände am Geierswalder See“ beschlossene Sache ist, hat sich schon einiges getan. So unscheinbar diese Zeichnung zunächst auch wirken mag, so einschneidend und bedeutend sind die darauf abgebildeten Veränderungen doch vor Ort.

2013 wurde die Flutung des ehemaligen Braunkohletagebaus Koschen abgeschlossen. Doch noch heute geht es am Geierswalder See teilweise darum, aus Provisorien dauerhafte Lösungen zu machen. In den vergangenen Jahren wurden schon wichtige Schritte in diese Richtung unternommen: Der Badestrand ist neu profiliert und überarbeitet worden, Neubauten wie Sanitärgebäude sind im Umfeld des Gewässers entstanden, Straßen, Parkplätze und weitere Infrastruktur sind geschaffen beziehungsweise angepasst worden. So gibt es etwa am Fuße des Leuchtturm-Komplexes einen barrierefreien Abgang an dem neugestalteten Promenadenabschnitt.

Wichtige Straße zum Strand wurde ertüchtigt

Und das Bauvorhaben oberhalb des Badestrandes mit dem etwas sperrigen Namen „Servicegelände“ trägt wesentlich zum höheren Standard bei und nimmt nun schon seit geraumer Zeit immer mehr Gestalt an. Im Kern geht es bei dem immerhin knapp 20 Hektar großen Areal um „vielfältige Nutzungen des Tourismus (Parkplätze, Camping, Übernachtungsmöglichkeiten, Gastronomie)“, wie es vonseiten der Gemeinde benannt wird. Besonders sichtbar ist nahe des Badestrandes der neue Parkplatz. Weniger anschaulich ist das, was sich medientechnische Erschließung (Abwasser, Trinkwasser, Strom) nennt und zuletzt realisiert wurde und noch andauert.

Während der erste Bauabschnitt und somit der neue Parkplatz schon im Sommer 2024 fertiggestellt wurde, folgte vergangenes Jahr der nächste Teil. Mit der Seestraße ist die wesentliche Zufahrt zum Badestrand ertüchtigt worden, wie Bauamtsmitarbeiter Steffen Ranft erklärt. Dort wurde auch die Radweg-Anbindung geschaffen. Auch der Spremberger und der Schwarze Weg, die den neben dem Parkplatz gelegenen Campingplatz säumen, wurden erneuert. Zuvor sind in diesem Gebiet umfangreich neue Leitungen verlegt worden – auch Hausanschlüsse. Die Arbeiten zogen sich bis zum Lesweg auf der anderen Seite der Landstraße, die durch den Ort führt. Zu entsprechenden Sperrungen kam es im Herbst.

So soll es bald am Geierswalder See aussehen. Kern des Vorhabens „Servicegelände“ ist ein zentraler Platz mit geschlossener Bebauung, wo sich Ferienunterkünfte und kleinteilige Nutzungen finden sollen. Dabei wird unter anderem an Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen gedacht.  Montage: Architekturbüro Seidel+Architekten
Kern des Vorhabens „Servicegelände“ ist ein zentraler Platz mit geschlossener Bebauung, wo sich Ferienunterkünfte und kleinteilige Nutzungen finden sollen. Dabei wird unter anderem an Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen gedacht.
Quelle: Montage: Architekturbüro Seidel+Architekten

Ab April Bauarbeiten am Promenadenweg

Zur neuen Saison wird die Beleuchtung der Straßen und Parkflächen das Bild weiter vervollständigen. Bepflanzungen sind ebenfalls schon vorgenommen worden. Derzeit wird der Lärmschutzwall hin zum Ortskern profiliert, er soll später bepflanzt werden. Der vom Wall umgebene Platz kann einmal als Festgelände für dörfliche Veranstaltungen genutzt werden. Gegenüber diesem Areal wird ein Spielplatz mit See-Motto entstehen.

Die Marktplatz-Bebauung soll ja eine gewisse Qualität haben. Daher richten wir das Umfeld entsprechend her, damit sich ein stimmiges Bild ergibt. – Heidrun Eger, Bauamtsmitarbeiterin in der Gemeinde Elsterheide

Die nächste Bautätigkeit wird voraussichtlich im April beginnen, blickt Heidrun Eger vom Bauamt der Gemeinde Elsterheide voraus. Dann liegt der Fokus auf dem Promenadenweg: Neben weiteren Anschlüssen für die nördlichen Baufelder hin zum See sind auch Bäume und Sitzgelegenheiten vorgesehen. Von dort wird es künftig einen barrierefreien Abgang bis zur Wasserrettungswache geben. Die Umleitung während dieser Arbeiten kann über die erneuerten Straßen Spremberger und Schwarzer Weg erfolgen. Das dürfte die Situation vor Ort entspannen, erhoffen sich die Verantwortlichen.

Vorbereitungen für den Marktplatz

All diese Bemühungen, wozu ebenfalls der Neubau einer Trafostation sowie die Errichtung einer Pumpstation gehören, zielen darauf ab, ein voll erschlossenes Gebiet anbieten zu können. Schließlich wird hier auf dem entstehenden Marktplatzareal ein Investor tätig werden. Die Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft (ABG) aus Dresden erhielt den Zuschlag dafür, der Verkauf ist mittlerweile vollzogen. Heidrun Eger bezeichnet es als ersten Schritt, dessen Vorbereitung schon einige Jahre in Anspruch genommen hat. Doch es bedarf noch weiterer Planungen, bis dort etwas Konkretes zu sehen sein wird.

„Die Marktplatz-Bebauung soll ja eine gewisse Qualität haben. Daher richten wir das Umfeld entsprechend her, damit sich ein stimmiges Bild ergibt“, erklärt Heidrun Eger die umfangreichen Vorbereitungsmaßnahmen oberhalb des Badestrandes. Vorgesehen ist eine geschlossene Bebauung, bestehend aus sechs Häusern, rund um einen zentralen Platz.

Ferienhaussiedlung auf dem Koschendamm geplant

Im Herbst dieses Jahres soll die Erschließung vonseiten der Gemeinde abgeschlossen sein. Für 2027 ist keine Bautätigkeit in diesem Bereich vorgesehen, so Heidrun Eger. Sie weist aber auch auf das nächste große Vorhaben auf dem Koschendamm hin, wo ein terrassierter Uferbereich entstehen soll. Eine Ferienhaussiedlung ist dort auch vorgesehen – der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen hat dazu 19 Hektar an das Unternehmen Dresario aus Dresden verkauft.

Es bleibt weiter viel Bewegung im Umfeld des Geierswalder Sees. Dabei weiß die Gemeindeverwaltung um den Spagat zwischen den Interessen von Einheimischen, Touristen sowie Anbietern und Investoren. „Wir wollen möglichst alle Bedürfnisse berücksichtigen“, so Heidrun Eger.

SZ

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