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50 neue Jobs in Großröhrsdorf

Landkreis Bautzen 11.02.2020
Seit 20 Jahren produziert Southwall im Rödertal Spezialfolien. Nach Krisenzeiten geht es aufwärts.

Bereits im März 2019 gab die Stadt Großröhrsdorf grünes Licht für vorbereitende Arbeiten. Jetzt hat es die Eastman Chemical Company schriftlich bekannt gegeben: Die Produktionsstätte der Unternehmenstochter Southwall Europe GmbH in Großröhrsdorf wird erweitert. Die neue Halle soll zwischen dem jetzigen Werksgebäude und der Autobahn entstehen. Dort wurde bereits viel Erde bewegt und der Hang Richtung Autobahn verschoben, um das Baufeld vorzubereiten. Derzeit läuft der Tiefbau für das Gebäude.

„Mit der neuen Halle vergrößert sich die Produktionsfläche deutlich“, sagt Werksleiter André Wahl. Mit genauen Zahlen ist der Mutterkonzern Eastman, ein US-amerikanisches Chemieunternehmen, zurückhaltend. Zur Investitionssumme heißt es: „Die Southwall Europe GmbH wird hier eine signifikante Summe investieren.“ Allein, dass es dem Konzern mit Hauptsitz in Kingsport, Tennessee eine offizielle Mitteilung an die Aktionäre wert war, zeige die Bedeutung der Investition für Eastman, sagt André Wahl. In der Halle wird eine neue Beschichtungs- und Laminierlinie errichtet. Dort wird Spezialfolie verarbeitet. Neben der Produktion entstehen Sozialräume, Lager und Büros.

Hintergrund sei das starke Wachstum des Unternehmens und der große Bedarf an hochleistungsfähigen Schutzfolien und Fensterfolien. Mit der Erweiterung in Großröhrsdorf baut Eastman seine Produktionskapazität deutlich aus. Southwall rechnet Mitte 2021 mit dem Produktionsstart der neuen Anlage. Rund 50 neue Arbeitsplätze sollen damit entstehen.

„Wir freuen uns sehr, diese Investition in unseren Standort Großröhrsdorf bekannt geben zu können“, sagte jetzt Erin Bernhardt, Geschäftsführerin der Abteilung Eastmans Performance Films. „Die zusätzliche Kapazität ermöglicht es uns, die anhaltend starke Nachfrage nach unseren Lackschutzfolien in Europa und auf der ganzen Welt zu bewältigen.“ Vor allem für den wachsenden Markt im Automobilbereich. Dort werden die selbstklebenden Folien als Lackschutz, aber auch als Sonnenschutz auf den Autoscheiben eingesetzt. Ebenso seien Fensterfolien für Gebäude gefragt, heißt es. Die Autofolien für die Scheiben werden vor allem nach Asien exportiert. Dort gebe es einen großen Markt dafür, so André Wahl. In Europa seien Sonnenschutzfolien nur im hinteren Fensterbereich des Autos zugelassen. Für Lackschutzfolien befinden sich die Hauptmärkte vor allem in Asien und Amerika. In Europa ist das Unternehmen damit in der Startphase. Die Lackschutzfolie aus dem Hause Eastman beschreiben die Fachleute als elastisch und transparent. Sie trage zur Konservierung von Lackoberflächen bei. Die Folien sind quasi unsichtbar. Trotzdem sei der Effekt erheblich. Die Folie bilde im Straßenverkehr eine zuverlässige Schutzschicht gegen Steinschlag, Salz oder Insekten und Lackbeschädigungen von Auto-Waschanlagen. Beschrieben wird sogar ein Reparatureffekt, den zum Beispiel Sonneneinstrahlung auslöst. Die Folien werden nach Konzernaussagen immer gefragter. Sie machen Oberflächen langlebiger und können sie auch optisch verschönern. Eastman gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Herstellern und Lieferanten von Hochleistungsfolien. Ebenso für Fensterfolien für Wohn- und Gewerbegebäude. Weltweit hat die Firma an die 14.500 Mitarbeiter und kann im Jahr 2020 auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken.

Southwall produziert seit dem Jahr 2000 in Großröhrsdorf. Erweiterungspläne gab es schon in der Vergangenheit. In den vergangen 20 Jahren gab es auch schwierige wirtschaftliche Zeiten für das Unternehmen, die die Entwicklung des Standorts bremsten. So schrumpfte auch die Belegschaft, wie die SZ damals berichtete.

Derzeit beschäftigt Southwall etwa 80 Mitarbeiter. Seit 2012 ist Southwall ein Tochterunternehmen des US-amerikanischen Chemiekonzerns Eastman. Die jetzige Investition sei wichtig für den Standort und seine Zukunft, heißt es. André Wahl: „Southwall ist inzwischen so gut in den Konzern eingebunden, dass nun diese Investition möglich ist.“

 

Von Reiner Hanke

Foto: © René Plaul

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