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72 leere Geschäfte in Dresdens Innenstadt

31.03.2021
Der neue Kaufpark in Nickern würde die Situation weiter verschärfen, sagt ein Gutachten aus, das vom City Management in Auftrag gegeben wurde.

Von Kay Haufe

Dresden. Das Ladensterben steht der Dresdner Innenstadt nicht erst bevor, es ist bereits da. 72 leerstehende Ladenlokale im sogenannten "26er-Ring" wurden im Rahmen eines Gutachtens erfasst, das von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung erstellt wurde. In Auftrag gegeben hat es der Verein City Management Dresden. Die meisten dieser geschlossenen Geschäfte befinden sich danach rund um den Wilsdruffer Platz, den Sternplatz, auf der Hauptstraße und auch in Shoppingcentern wie der Altmarkt Galerie.

Das City Management um Geschäftsführerin Friderike Wachtel will den Stadträten mit dem Gutachten klare Daten und Fakten an die Hand geben, wenn diese im Bauausschuss am Mittwoch über Baurecht für den geplanten Neubau des Kaufparkes Nickern entscheiden sollen. Sie könnten daran die voraussichtlichen Auswirkungen des Einkaufszentrums auf den innerstädtischen Handel besser einschätzen, heißt es in einer Presserklärung des Vereins.

Kaufpark würde Leerstand in Dresdens City verschlimmern

Das Gutachten kommt außerdem zu weiteren Einschätzungen. So stünde das Vorhaben Kaufpark Nickern im Widerspruch zu den Zielen der Raumordnung und Landesplanung, indem das Einzugsgebiet des Einkaufszentrums weit über den raumordnerisch zugewiesenen, diesbezüglichen Bereich hinausgeht. Zudem stehe der Neubau nicht im Einklang mit den Planungszielen der Stadt.

Die wohl klarste Aussage ist, dass sich mit den geplanten Verkaufsflächenerweiterungen im Kaufpark die bereits vorhandene problematische Leerstandssituation in einzelnen Bereichen der Innenstadt verschärfe.

Das Gutachten empfiehlt, dass Dresden zunächst sein gesamtstädtisches Zentrenkonzept aktualisieren soll, bevor über den Kaufpark entschieden wird.

Die Erfassung leerstehender Läden ist nicht abgeschlossen und muss in den nächsten Wochen und Monaten stetig überprüft werden, sagt Citymanagerin Friederike Wachtel.

"Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind Tatsache und werden uns die nächsten Jahre in aller Bandbreite beschäftigen. Ein umsichtiges und bedachtes Handeln kann die Bewältigung der krisenbedingten Resultate im Sinne der Innenstadtentwicklung positiv beeinflussen." Ihr Verein will Mittler sein zwischen der Interessen der Innenstadthändler und -gastronomen sowie den Kommunalpolitikern und der Verwaltung.

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