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Ab heute gelten diese harten Corona-Regeln in Sachsen

22.11.2021
Gastronomie, Läden, Weihnachtsmärkte: Sachsen reagiert mit neuen Regeln auf Corona. Besondere Einschränkungen gibt es jetzt für Ungeimpfte.

Von Gunnar Saft 

Dresden. Sachsens Koalitionsregierung hat sich am Freitag wie erwartet für deutlich schärfere Coronaschutz-Maßnahmen entschieden. Am Abend verkündete man die Details zur neuen Schutzverordnung, die bis zum 12. Dezember gelten soll. Für alle Bürger kommt es dadurch ab Montag zu zusätzlichen Einschränkungen.

Welche Einrichtungen machen zu?

Schließen müssen alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen, alle Clubs, Diskotheken und Bars. Auch Bäder und Saunen müssen schließen, wenn sie nicht der medizinischen Versorgung dienen. Offenbleiben dürfen lediglich Bibliotheken und die Außenbereiche von Zoos.

Nicht mehr erlaubt sind außerdem der Betrieb von touristischen Reisen und touristische Beherbergungen, auch nicht in Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen. Ausnahmen gelten hier nur für Dienstreisende.

Untersagt sind ab kommender Woche auch alle körpernahen Dienstleistungen, soweit sie nicht medizinisch erforderlich sind. Eine Ausnahme gilt für Friseure, die unter Einhaltung der 2G-Regel öffnen dürfen. Auch Prostitution ist nun untersagt.

Welche Veranstaltungen werden abgesagt?

Sämtliche Veranstaltungen und Feste sind ab Montag untersagt. Das trifft auch für Weihnachtsmärkte und landestypische Veranstaltungen zu, die nun doch nicht öffnen dürfen. Der Ausschank und der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit wird verboten. Auch Messen sind nicht mehr möglich. Auch im Sport ist alles untersagt - außer Schulsport, Dienstsport sowie Profisport, die aber die 3G-Regel einhalten müssen. Auch Vereinssport ist für Kinder bis zum vollendeten 16. Lebensjahr möglich.

Wo kann mit der 2G-Regel geöffnet werden?

Unter Einhaltung der 2G-Regel – Zutritt nur für Geimpfte und Genesene – dürfen gastronomische Einrichtungen zwischen sechs und 20 Uhr öffnen. Auch Friseurbesuche bleiben mit 2G möglich. Der Einzelhandel darf ebenfalls zwischen maximal sechs bis 20 Uhr nur Kunden mit 2G-Nachweis empfangen.

Ausnahmen gibt es für die Läden, die zur sogenannten Grundversorgung zählen. Das sind:

  • Supermärkte
  • Drogerien
  • Tierbedarf
  • Getränkemärkte
  • Apotheken
  • Babyfachgeschäfte
  • Optiker
  • orthopädische Schuhmacher
  • Sanitätshandel
  • Hörgeräte-Akustiker
  • Zeitungsverkäufer
  • Tankstellen
  • Großhandel und Gewerbetreibende.

Nur dort haben künftig ungeimpfte Personen weiterhin Zugang. Abhol- und Bringdienste sind weiterhin möglich.

Reisebüros, Versicherungsagenturen, Finanzdienstleister und andere müssen dagegen mit Ausnahme von Sparkassen und Banken für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben. Die Ausübung körpernaher Dienstleistungen ohne medizinische, therapeutische, pflegerische oder seelsorgerische Notwendigkeit, ist ebenso wie Prostitution untersagt.

Was passiert mit den Kitas und den Schulen?

Schulen und Kindertageseinrichtung bleiben weiter geöffnet. Für alle Schüler wird die Schulbesuchspflicht aber bis Weihnachten ausgesetzt. Einen Anspruch auf Beschulung in der häuslichen Lernzeit gibt es nicht. Eine Abmeldung, die von den Erziehungsberechtigten mit Verweis auf den Infektionsschutz schriftlich erfolgen muss, ist zudem nicht für einzelne Wochentage möglich. Nicht vollständig geimpfte Personen brauchen für den Zutritt zum Schul- oder Kitagelände dreimal wöchentlich einen negativen Corona-Test.

Für Schüler ab der Klassenstufe 5 besteht weiter eine Maskenpflicht während des Unterrichts. Für Kitas sowie Grund- und Förderschulen gilt bis zum Ende der Weihnachtsferien der eingeschränkte Regelbetrieb. Das heißt, Klassen und Gruppen müssen dort einschließlich des Personals getrennt werden. Bis zum 29. November gilt eine Übergangsfrist, danach ist der eingeschränkte Regelbetrieb Pflicht.

Ministerpräsident Michael Kretschmer und weitere Politiker stellten im Sächsischen Landtag weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor.
Ministerpräsident Michael Kretschmer und weitere Politiker stellten im Sächsischen Landtag weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor. © dpa/Robert Michael

Was gilt am Arbeitsplatz?

Der Zutritt zum Arbeitsplatz ist nur noch für geimpfte, genesene oder tagesaktuell negativ getestete Beschäftigte möglich. Die Arbeitgeber sollen dafür sorgen, dass diese Vorgaben eingehalten werden. Beschäftigte von Alten- und Pflegeeinrichtungen oder ambulanten Pflegediensten müssen zudem unabhängig vom Impfstatus täglich einen Testnachweis erbringen.

Gibt es Kontaktverbote oder Ausgangsbeschränkungen?

Es bleibt bei der bereits seit dieser Woche geltenden Kontakteinschränkung, dass sich Angehörige eines Haushalts mit maximal einer weiteren Person treffen dürfen. Nicht mitgezählt werden dabei Geimpfte, Genesene und Kinder bis zum vollendeten 16. Lebensjahr.

Versammlungen sind generell nur noch ortsfest und mit maximal 10 Teilnehmern erlaubt. Kirchen dürfen unter Einhaltung der 3G-Regel öffnen.

Neu ist eine sogenannte Hotspot-Regel: In Landkreisen mit einem Inzidenzwert über 1.000 – zurzeit betrifft einige Landkreise in Sachsen – dürfen ungeimpfte Personen ihre Wohnung zwischen 22 und sechs Uhr nur noch aus triftigen Gründen verlassen – zum Beispiel für die Arbeit, den Arztbesuch oder der Pflege von Angehörigen.

Und wie reagieren Betroffene?

Unmut über die nun beschlossenen Maßnahmen gab es bereits im Vorfeld der Kabinettsentscheidung. Vor allem Lobby- und Wirtschaftsverbände warnten vor – aus ihrer Sicht – überzogenen Einschränkungen.

Am Freitag meldeten sich acht Oberbürgermeister und drei Veranstaltungsagenturen mit einer kritischen Erklärung zu Wort. Tenor: Die geplanten Maßnahmen seien weder angemessen noch geeignet, um die aktuelle Corona-Lage in den Griff zu bekommen. Der Staatsregierung werfen sie Aktionismus und Organisations-Wirrwarr vor.

 

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