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Altenberg treibt Hotelpläne voran

23.06.2020
Der Investor hat sich im Stadtrat vorgestellt. Dort erklärte er nicht nur, wann die neue Vier-Sterne-Einrichtung eröffnen könnte.

Von Maik Brückner 

Seit Jahren wünschen sich die Altenberger Stadtväter und -mütter, dass die Kernstadt des Tourismusgebietes Altenberg/Geising ein großes, modernes Hotel bekommt. Diesem Ziel sind sie nun offenbar so nah wie lange nicht mehr. In der jüngsten Stadtratssitzung stellten sich zwei Herren vor, die das Vorhaben vorantreiben wollen. Beide stammen aus Bayern und sind seit zehn Jahren gute Freunde. Nun wollen sie ihr erstes Hotel bauen - an der Zinnwalder Straße gegenüber vom Europark. Dort stand zu DDR-Zeiten die in der Region sehr bekannte Kinder- und Jugendsportschule KJS. 

Treibende Kraft für den Hotelneubau ist Johann Mayer, ein promovierter Kaufmann aus Oberbayern. Der gebürtige Münchner ist seit gut 15 Jahren im Immobiliengeschäft unterwegs und wurde im Herbst 2019 durch einen Geschäftspartner auf die damaligen Hotelpläne in Altenberg aufmerksam. "Diese waren sehr nüchtern", erklärt er. Und sie haben ihm nicht gefallen. Ihn packte der Ehrgeiz, es besser zu machen. Er meldete sich bei Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler), erklärte ihm sein Ansinnen und konnte  ihn überzeugen. Mit seinem Geschäftspartner, dem Architekten Helmut Kock, der schon 30 Hotels geplant hat, entwickelte er einen Entwurf. Den stellte Bürgermeister Kirsten im April im Stadtrat vor. Vor einigen Tagen waren die beiden Bayern selbst nach Altenberg gekommen, um ihr Vorhaben im Stadtrat mit Details zu präsentieren.

In Altenberg soll ein neues Hotel entstehen. Der Architekt Helmut Kock und Investor Dr. Johann Mayer (re.) stellten ihre Pläne im Stadtrat vor.
In Altenberg soll ein neues Hotel entstehen. Der Architekt Helmut Kock und Investor Dr. Johann Mayer (re.) stellten ihre Pläne im Stadtrat vor. © Maik Brückner

Inzwischen haben die beiden Bayern ihren Plan konkretisiert. Mayer rechnet damit, dass er der Neubau etwas mehr als 40 Millionen Euro kosten wird. Zwischen 35 und 45 Prozent möchte er mit anderen Investoren und mithilfe von Fördermitteln aufbringen, der Rest soll über Darlehnen finanziert werden.

In neun bis zwölf Monaten könnte er die Baugenehmigung dafür haben, rechnet er im Stadtrat vor. Geht der Plan auf, könnten die Bauarbeiten im kommenden Jahr beginnen. "Ich gehe von einer Bauzeit zwischen 18 und 21 Monaten aus", sagte er. Demnach könnte das Vier-Sterne-Hotel Ende 2022, Anfang 2023 eröffnen. 

So soll sich der Hotelkomplex ins Osterzgebirge einfügen.
So soll sich der Hotelkomplex ins Osterzgebirge einfügen. © Egbert Kamprath

Es soll 210 Zimmer und eine Tiefgarage haben. Neben einem Spa-Bereich soll es auch einen sportmedizinischen Bereich geben. "In Altenberg funktioniert das", meint Mayer. Schließlich ist die Stadt ein bekannter Wintersportort. Mayer rechnet, dass das Haus zwischen 50 und 80 Mitarbeiter beschäftigen wird. Probleme, das Hotel auszulasten, sehe er nicht trotz der Konkurrenz von den großen Häusern in der Nachbarschaft, dem Lugsteinhof in Zinnwald und der Stephanshöhe in Schellerhau, nicht. "In meiner Kalkulation schaffen wir zwei Jahre nach der Eröffnung eine Auslastung von 70 bis 75 Prozent", sagt Mayer. Er selbst werde das Haus nicht führen. Das möchte der Investor einer Betreibergesellschaft überlassen. "Die können das besser."

So könnte das neue Hotel in Altenberg aussehen.
So könnte das neue Hotel in Altenberg aussehen. © Stadt Altenberg

Noch im April ging Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) davon aus, dass man mit einem normalen Bauantrag Baurecht schaffen könne. Nach Gesprächen mit dem Landratsamt sind er und die Investoren davon angerückt. Wie Kirsten informierte, habe der zuständige Beigeordnete Heiko Weigel dazu geraten, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu erarbeiten. Der dauert zwar länger, so Kirsten, schaffe dafür aber mehr Sicherheit für die Investoren. In Richtung Stadtrat gab er gleich Entwarnung: So ein Verfahren sei zwar nicht ganz billig, kostet aber die Stadt nichts, da das Verfahren vom Investor finanziert werde. Architekt Kock ergänzte, dass die Gespräche mit dem Landratsamt sehr konstruktiv verlaufen seien. Er habe den Eindruck gehabt, dass man das Verfahren wohlwollend begleiten werde.

Die Stadträte hatten gegen die Planänderung nichts einzuwenden und stimmten dieser einstimmig zu. "Wir sind dafür und können das nur befürworten", erklärte Bernd Greif, Sprecher der Wählergemeinschaft Osterzgebirge. Ähnlich äußerten sich die Sprecher der Fraktionen der Freien Wähler/Die Linke und der AfD, Andreas Büttner und Uwe Frank.

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