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Asklepios-Klinik eröffnet Berufsschule

Landkreis Bautzen 10.02.2020
Ab September werden die ersten 30 Jugendlichen in Radeberg ausgebildet. Auch für Schüler gibt es Angebote.

Pflegekräfte werden dringend gebraucht. Asklepios baut deshalb die Ausbildung massiv aus. Für die drei Asklepios-Standorte in der Region – Hohwald, Sebnitz und Radeberg – gibt es derzeit ein eigenes Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe am Standort Hohwaldklinik. Am 1. September eröffnet zudem die neue Asklepios-Berufsschule in Radeberg, an der Pflegekräfte und Pflegehilfskräfte ausgebildet werden sollen. 

Nach Angaben von Johannes Biesold, Manager an der Asklepios-ASB-Klinik Radeberg, wird zunächst eine Klasse mit 30 Schülern gebildet. „Bisher war es so, dass die Schüler ihre praktische Ausbildung im Klinikum Radeberg durchlaufen haben und für die Theorie in die Hohwaldklinik fuhren“, sagt er. Ab Sommer können die neuen Azubis ihre Lehre komplett in Radeberg absolvieren. 

Der Standort für die Berufsschule steht schon fest, allerdings sind noch nicht alle Verträge unterschrieben. „Erst wenn das alles erledigt ist, werden wir Einzelheiten nennen“, sagt der Klinik-Manager. Für das im September 2020 startende Ausbildungsjahr stehen bei Asklepios in ganz Sachsen 90 Pflegefachkraft- und Pflegehelfer-Ausbildungsplätze zur Verfügung. 

Pflegekräfte aus dem Ausland angeworben

Wie Unternehmenssprecherin Lucia Böhme mitteilt, werden aktuell in den sächsischen Asklepios-Kliniken 56 Schüler ausgebildet. Die von der Bundesregierung vorgesehene Zusammenführung der bisherigen Berufsbilder Kinderkrankenschwester, Gesundheits-, Kranken- und Altenpfleger sei ein Vorteil. „Der neue Abschluss wird EU-weit anerkannt und erweitert die Karriere- und Einsatzmöglichkeiten der Absolventen“, sagt Böhme.

Die Ausbilder stünden vor großen Aufgaben, sagt Dörthe Kohla, die neue Asklepios-Schulleiterin: „Mit der generalisierten Ausbildung findet nun ein Umdenken von der Schwestern-Ausbildung zu einer generalisierten Pflegekraft statt, die nicht mehr die Krankheit, sondern viel stärker den Menschen in den Mittelpunkt rückt.“ 

Der Konzern wolle nun auch mehr Praxisanleiter ausbilden, die dem Nachwuchs im Klinikalltag zur Seite stehen. Das Bildungszentrum im Hohwald existiert seit 2000. Bis August 2019 wurden dort insgesamt 287 Nachwuchs-Fachkräfte ausgebildet, pro Jahr etwa 20 Schüler. Auch im September 2019 ist eine neue Klasse mit 22 Auszubildenden gestartet. 

Außerdem wirbt die Asklepios-Gruppe im Ausland, etwa auf den Philippinen oder auch im Kosovo, um Pflegekräfte. Allerdings ist das laut Florian Rupp, Geschäftsführer der Radeberger Asklepios-Klinik, ein langwieriges Verfahren, das mehrere Monate von der Zusage eines Interessenten bis zu einem Arbeitsverhältnis im Krankenhaus dauert.

Ein Ferienjob in der Notaufnahme

Ganz neu plant Asklepios, in Sachsen auch mehr Nachwuchs für Pflegeberufe zu gewinnen. Ein Weg dazu seien etwa Ferienjobs an allen Standorten für Jugendliche ab 16 Jahren ab diesem Sommer, welche mit elf Euro pro Stunde vergütet würden. „Aktuell sind alle Plätze besetzt. Die nächste Möglichkeit für einen Ferienjob besteht in den Sommerferien“, sagt Biesold. „Dann können die Ferienjobber auf einer unserer Stationen in der Pflege oder der Notaufnahme mitarbeiten und so den spannenden Alltag eines Krankenhauses live miterleben“, erklärt er. Lehrern und Erziehern soll darüber hinaus ein Erste-Hilfe-Kurs angeboten werden, und auch für die Kinder der 1. bis 4 . Klasse soll es Erste-Hilfe-Kurse geben.

Die Bundesregierung hatte 2019 mit dem neuen Pflegepersonal-Stärkungsgesetz die Rahmenbedingungen für die Ausbildung verbessert. Mussten Kliniken im Bereich Pflege früher über die Fallpauschale abrechnen und bekamen so bei schwierigen Fällen finanziellen Druck, können nun die tatsächlichen Kosten berücksichtigt werden.

Dazu kommt eine Aufwertung der Pflegeausbildung. Nachwuchskräfte werden künftig als „Pflegefachfrau oder Pflegefachmann“ ausgebildet – und sind dann Generalisten, die nicht nur etwa in der Altenpflege eingesetzt werden können.

 

Von Thomas Drendel & Siri Rokosch

Foto: © Thorsten Eckert

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