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Bauboom beschert volle Auftragsbücher

Landkreis Bautzen 15.05.2019
Ein Parkettschleifmaschinen-Hersteller zog 2017 ins frühere Druckhaus Bischofswerda. Dort sind die Bedingungen top. Nicht nur für die Produktion.

Bischofswerda – besser gesagt: das Unternehmen FG Maschinenbau an der Neustädter Straße – ist ab heute zum dritten Mal Gastgeber der Lausitzer Oberflächentage. 

Dahinter verbirgt sich ein Branchentreff von Experten aus ganz Deutschland. Zum großen Teil kommen sie aus Handwerksbetrieben, die sich auf das Verlegen und die Pflege von Parkett- und Holzfußböden spezialisiert haben. Der Bischofswerdaer Parkettschleifmaschinen-Hersteller präsentiert den Gästen seine Technik. Zudem gibt es Fachvorträge. Aus den Erfahrungen der bisherigen Messen werden mehr als 100 Experten zu der dreitägigen Veranstaltung erwartet, sagt Friedrich Kirchner, der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens.

Vor zwei Jahren zog das Unternehmen, das weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigt, aber unter der Marke Floortec weltweit im Geschäft ist, von Neustadt nach Bischofswerda um. Eine richtige Entscheidung, wie Friedrich Kirchner heute sagt. Er ist froh, Besucher seiner Firma jetzt in einer ansprechenden Umgebung empfangen zu können, nicht nur zu den Lausitzer Oberflächentagen. Friedrich Kirchner kaufte das ehemalige Druckhaus an der Neustädter Straße vor mehreren Jahren privat, bereitete mit seinem Geschäftspartner Peter Bürger den Umzug vor und richtete sich mit der Firma im Jahr 2017 in den Räumen ein: im Erdgeschoss die Metallbearbeitung, im Stockwerk darüber die Montage und Büroräume, unterm Dach ein großer Vorführraum, in dem Besuchern die Technik aus dem eigenen Werk präsentiert wird. Für reichlich Parkett hatten in den 1930er-Jahren die Erbauer des als Druckerei errichteten Fabrikgebäudes, die Bischofswerdaer Unternehmerfamilie Petzold, gesorgt. Bessere Räume und ein ansprechendes Umfeld, sagt Friedrich Kirchner, bedeuten auch eine bessere Außendarstellung, besseres Marketing, mehr Kundenkontakte. Das zahlt sich aus. In den vergangenen beiden Jahren legte die FG Maschinenbau GmbH beim Umsatz jeweils um rund 25 Prozent zu. Die Aufträge für dieses Jahr lassen ein ähnlich hohes Wachstum erwarten.

Bischofswerda schlägt Neustadt

Zuvor hatte die Maschinenbaufirma im Neustädter Ortsteil Polenz in einer früheren Landwirtschaftsanlage ihren Sitz. Wer sie besuchte, fuhr zunächst an zig verfallenen Gebäuden vorbei. „Unseren Kunden und Besuchern möchten wir das nicht länger zumuten“, sagte Friedrich Kirchner Ende 2016. Die Firma wäre in Bischofswerdas Nachbarstadt geblieben, wenn das Umfeld gestimmt hätte.

„Fast jeden Monat gewinnen wir einen neuen Kunden“, sagt Friedrich Kirchner. Er ist weltweit unterwegs, um den Markt zu „beackern“. Dieser ist zwar klein, aber im Aufschwung begriffen. Vom Bauboom – egal, ob im hochwertigen Miet- oder Eigenheimbau – profitiert auch der Bischofswerdaer Betrieb. Überall dort, wo Parkett- und Holzfußböden verlegt werden, werden auch Schleifmaschinen für die hochwertigen Fußböden gebraucht. Das Unternehmen teilt sich den Weltmarkt mit sechs Mitbewerbern – vier in Europa, zwei in den USA. Rund 400 Parkettschleifmaschinen jährlich verlassen das Werk an der Neustädter Straße. Von den rund 300 Teilen, aus denen eine Parkettschleifmaschine besteht, werden 60 bis 70 in der eigenen Metallbearbeitung hergestellt. Weitere Teile kommen von Kooperationspartnern. Außerdem ist dieser Firmenbereich mit seinen CNC-Dreh- und Fräsmaschinen für Kunden deutschlandweit tätig.

FG Maschinenbau plant langfristig mit dem Standort Bischofswerda. Dazu gehört auch ein bevorstehender Generationswechsel in der Geschäftsführung. Firmengründer Peter Bürger, zugleich Technischer Geschäftsführer, geht demnächst in den Ruhestand. Sein Nachfolger Markus Dietze arbeitet sich seit fast einem Jahr im Unternehmen ein. Der jetzt 32-Jährige stammt aus Rammenau, machte 2005 sein Abi am Goethe-Gymnasium und studierte Maschinenbau an der TU Dresden. „Die Chemie zwischen uns beiden stimmt“, sagt Friedrich Kirchner zuversichtlich.

 

Von Ingolf Reinsch  

Foto: © Steffen Unger

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