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Bei diesen Firmen wird das große Geld gemacht

Landkreis Bautzen 13.01.2020
Im Kreis Bautzen ist die Industrie besonders stark. Sechs Unternehmen gehören sogar zu den Top 100 Mitteldeutschlands.

Erst vor kurzem hat die Landesbank LBBW ihre Liste mit den größten Unternehmen in Mitteldeutschland herausgegeben. Das Ranking zeigt, wie stark die Industrie im Landkreis Bautzen ist. Basierend auf den Zahlen von 2018 haben Fachleute die Firmen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nach der Höhe ihres Umsatzes aufgelistet. Die besten 100 schafften es auf die Liste – und gleich sechs Unternehmen aus der Region mischen vorn mit.

Den mit Abstand größten Umsatz im Kreis Bautzen erzielt die Firma Sachsenmilch in Leppersdorf. Eine Überraschung ist das nicht. Das zum Müllermilch-Konzern gehörende Unternehmen schafft es regelmäßig auf die Bestenliste. Mit einem Umsatz von mehr als 1,4 Milliarden Euro in 2018 erreichte die Firma den 9. Platz. Beachtlich ist nicht nur der hohe Umsatz, sondern auch die Zahl der Mitarbeiter. Mittlerweile hat das Werk in Leppersdorf fast 2.800 Angestellte. Doch nicht nur mit Milch und Joghurt kann der Landkreis punkten. Zu den umsatzstärksten 50 Firmen in Mitteldeutschland gehören auch die Waggonbauer von Bombardier in Bautzen und die Firma TD Deutsche Klimakompressor in Straßgräbchen, ein Zulieferer für die Autoindustrie. Die Heinrichsthaler Milchwerke in Radeberg belegen den 76. Platz. Gerade so noch zu den besten 100 haben es die Karosseriewerke Dresden in Radeberg und der Werkzeugmaschinenproduzent Trumpf in Neukirch geschafft.

Nur Dresden liegt noch weiter vorn

Die Top-Platzierungen der Firmen belegen, dass der Landkreis Bautzen speziell bei der Industrie zu den stärksten Regionen in ganz Sachsen gehört. Lars Fiehler, Sprecher der Industrie- und Handelskammer in Dresden bezeichnet den Landkreis sogar als „Lichtblick“. Der Region zwischen Radeberg und Bautzen ginge es wirtschaftlich besser als den anderen sächsischen Landkreisen. Nur von Dresden wird das noch übertroffen. Fiehler bezieht sich bei seiner Analyse auf Wirtschaftszahlen von September 2019 und vergleicht diese Werte mit 2018. „In vielen Regionen sieht man da ein Minus“, erklärt er. Im Kreis Bautzen ist der Umsatz der Industrie nicht nur konstant geblieben, sondern sogar noch gestiegen – um 9,6 Prozent. Und auch die Zahl der Beschäftigten hat zugenommen – um 3,6 Prozent. Dass die Firmen der Region in Zeiten des Fachkräftemangels noch neue Mitarbeiter finden und einstellen, zeige, dass die hiesigen Arbeitsplätze nicht unattraktiv sein können, so der Experte.

Und Lars Fiehler kann noch mehr über die Wirtschaft im Landkreis Bautzen sagen. Zum Beispiel, in welcher Branche der größte Umsatz erzielt wird. „Die Region wird von dem starken Ernährungsgewerbe getragen“, sagt er. Schwergewichte wie Sachsenmilch haben natürlich einen großen Einfluss. Aber auch andere Branchen entwickeln sich gerade richtig gut. Das Baugewerbe zum Beispiel. In den letzten neun Monaten konnte diese Branche im Kreis Bautzen einen Umsatzzuwachs von fast 17 Prozent verzeichnen.

Aber warum steht die Region so viel besser da als andere Landkreise? Das hängt mit der Kundschaft zusammen. Bei den hiesigen Firmen wird der meiste Umsatz im Inland erzielt. Andersherum formuliert heißt das: Bautzen hat die geringste Exportquote unter allen Landkreisen. Von 100 Euro Umsatz kommen 24 Euro aus dem Ausland. Zum Vergleich: In Dresden sind es 56 Euro. Großbritannien, China, Iran – wer ins Ausland exportiert, hat es momentan mit mehreren Konfliktherden zu tun. Deshalb, so Fiehler, sei es gerade von Vorteil, sich auf den Binnenmarkt zu konzentrieren.

 

Von Marleen Hollenbach

Foto: © SZ/Uwe Soeder

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