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Betrug: Dresdner Baufirmen kassieren illegal Corona-Geld

25.11.2021
Ein 56-jähriger Firmenchef hat fast 780.000 Euro an Corona-Hilfen erhalten - illegal. Das Geld wurde an seine Mitarbeiter überwiesen, bevor er es für sich abhob.

Von Christoph Springer 

Dresden. Die Polizei hat am Dienstag einen 56-Jährigen festgenommen, der Chef von zwei Dresdner Baufirmen ist. Dem Mann wird vorgeworfen, fast 780.000 Euro Corona-Hilfen illegal kassiert zu haben. Der Löwenanteil des Geldes kam von der Sächsischen Aufbaubank, 17.000 Euro hat die Stadt überwiesen.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Deutschen bandenmäßigen Subventionsbetrug zur Last. Dabei sollen ihn drei weitere Deutsche im Alter von 51, 52 und 59 Jahren, ein 32-jähriger Albaner und ein 57-jähriger Moldauer unterstützt haben.

Corona-Zahlungen für Mitarbeiter abgehoben

Und so lief der Betrug: Der 56-Jährige hat als Chef der zwei Firmen, die Bauleistungen vermittelt haben, mehrere Rumänen beschäftigt. Die hatte er als Selbstständige deklariert, es handelte sich aber um Scheinselbstständige. Das heißt, sie arbeiteten nach Weisungen des 56-Jährigen und hatten diesbezüglich keine eigene Entscheidungsfreiheit. Die Rumänen wohnten in Unterkünften, die der mutmaßliche Betrüger selbst betrieben hat. Er drohte diesen Mitarbeitern und nahm ihnen dann deren EC-Karten samt Pin ab.

Dann soll der 56-Jährige im Namen dieser Mitarbeiter bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) und bei der Landeshauptstadt Dresden Corona-Subventionen in Höhe von insgesamt 777.935 Euro beantragt haben. Fast 603.000 Euro wurden ihm von der SAB ausgezahlt, 17.000 Euro von der Stadt. Das Geld ging auf die Konten der Rumänen, die davon laut Polizei und Staatsanwaltschaft aber nichts mitbekamen. Dann soll der 56-Jährige das Geld für sich abgehoben haben.

Bargeld, Autos und Schmuck beschlagnahmt

Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Dienstag im Rahmen der Ermittlungen gegen den 56-Jährigen und dessen mutmaßliche Komplizen zehn Wohnungen und Firmen durchsucht, davon acht in Dresden, eine in Görlitz und eine in Lünen (Nordrhein-Westfalen). 70 Polizeibeamte aus Dresden waren im Einsatz. Die Fahnder haben Beweismittel gesichert, unter anderem Datenspeicher. Außerdem stellten sie 50.000 Euro in bar sicher, beschlagnahmten drei Autos und Schmuck.

Der Hauptverdächtige kam noch am selben Tag ins Gefängnis. Er hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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