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Bund fördert Wasserstoff-Technologie von Sunfire

12.01.2022
Die Dresdner Elektrolysefirma muss Fertigungskapazitäten rasch ausbauen, um die steigende Nachfrage decken zu können.

Wegen seines Potenzials zur Umstellung energieintensiver Industrien auf kohlenstofffreie Produktionsweise gilt grüner Wasserstoff als Hoffnungsträger. Die Nachfrage nach dem Gas, das beim Aufspalten von Wasser in Elektrolyseuren erzeugt wird, steigt rasant. Bis zum Jahr 2030 soll die installierte Leistung in der Europäischen Union von derzeit knapp 0,2 auf 40 Gigawatt. wachsen.

Vor diesem Hintergrund treibt der Dresdner Electrolyse-Spezialist Sunfire die Vorbereitungen für die Serienfertigung seiner Technologien voran, um den Anschaffungspreis von grünem Wasserstoff zu senken. Dafür stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über das Leitprojekt H2Giga umfangreiche Fördermittel bereit.

Die Förderzusage beschleunigt insbesondere den Markthochlauf der Hochtemperatur-Elektrolyseure (SOEC). Unter der Leitung von Sunfire erhalten 15 Verbundpartner 33 Millionen Euro, um Fertigungsprozesse aufzubauen. Durch die Nutzung von Abwärme aus industriellen Prozessen benötigen Sunfires SOEC-Elektrolyseure im Vergleich zu anderen Technologien bis zu 30 Prozent weniger Öko-Strom, um ein Kilogramm Wasserstoff zu erzeugen. „In der neuen Generation werden sie ihre Stärken noch besser ausspielen als bisher“, kündigt Technik-Chef Christian von Olshausen an.

Fördermittel für die Industrialisierung der Druck-Alkali Elektrolyseure

Den Weg in Richtung Gigawatt beschreitet Sunfire mit Partnern, die schon in der Vergangenheit an verschiedenen Projekten mitgewirkt haben. So errichtet die Firma gemeinsam mit der Xenon Automatisierungstechnik GmbH aus Dresden SOEC-Elektrolyseure für die Raffinerie des Kraftstoffproduzenten Neste in Rotterdam. Weiterhin stellt der Bund auch Fördermittel für die Industrialisierung der Druck-Alkali Elektrolyseure bereit. Obwohl sich die robusten Systeme bereits seit Jahrzehnten in der Industrie bewährt haben, werden sie bislang nicht in Serie gefertigt.

Insgesamt stehen Sunfire und seinen acht Verbundpartnern 27 Millionen Euro zur Verfügung, um die Produktion dieser Technologie in den Gigawatt-Maßstab zu überführen. „Im Vergleich zu den Vorgängermodellen werden wir diese im Hinblick auf Energieverbrauch und Langlebigkeit noch einmal verbessern“, betont von Olshausen. Sunfire beschäftigt mehr als 300 Mitarbeitende an Standorten in Deutschland, Norwegen und der Schweiz.

amit die Industrie schon in einigen Jahren auf grünen Wasserstoff zurückgreifen kann, möchte die Bundesregierung den Ausbau von Technologien beschleunigen. Mit dieser Absicht hatte das BMBF den Ideenwettbewerb „Wasserstoffrepublik Deutschland“ ausgeschrieben. Im Leitprojekt H2Giga arbeiten nun ca. 30 eigenständige Verbünde an der Überführung von Elektrolysetechnologien in den Gigawatt-Maßstab. (SZ/nm)

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