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Der Barbier von Bautzen

Landkreis Bautzen 19.04.2019
Einen besonderen Friseursalon eröffnete jetzt ein gebürtiger Ägypter an der Reichenstraße. Er hat viel investiert.

Barber-Shop ist der englische Begriff für Friseur.-Salon. Die gemeinsamen sprachlichen Wurzeln zum deutschen Barbier sind unverkennbar. Der Barbier kümmerte sich in alten Zeiten vor allem um den Bart der Männer. Dies ist auch die Spezialität von Ahmed Elhussiny, der jetzt in der Reichenstraße 5 in Bautzen seinen Barbershop eröffnete. Doch natürlich macht er auch Haarschnitte. Die Besonderheit des Barbershops ist, dass hier ausschließlich Männer frisiert werden. 

Wie Ahmed Elhussiny sagt, legten Männer aller Altersklassen zunehmend Wert auf schöne Haarschnitte und einen exakt geschnittenen Bart. Dies hat er nicht nur in seiner ägyptischen Heimatstadt Hurghada festgestellt, sondern später auch in seiner neuen Wahlheimat Bautzen. In dem Badeort am Roten Meer frisierte er vor allem Touristen. Deshalb spricht er auch mehrere Sprachen. 

Viele Touristen sagten ihm, er solle doch seine spezielle Frisiertechnik in Europa ausüben. So buchte er zunächst im Jahr 2012 erst einmal eine Touristenreise nach Deutschland. Da nach der ägyptischen Revolution im Jahre 2011 der Touristenzustrom zurückging, entschloss sich Ahmed Elhussiny 2013 nach Bautzen zu ziehen, wo seine Ehefrau her stammt.

Fester Kreis an Stammkunden

In Bautzen besuchte er zunächst einen sechsmonatigen Sprachkurs und fing danach im Salon von Ina Krauß in der Goschwitzstraße an zu arbeiten. Hier konnte er sich einen festen Stammkundenkreis aufbauen. Nach sechs Jahren fand Ahmed Elhussiny, dass es an der Zeit sei, sich auf eigene Füße zu stellen. Denn es gebe zwar zahlreiche Friseursalons in der Stadt, aber: „Was ich mache, ist anders, als es europäische Friseure machen“. Deshalb denkt der junge Friseur, dass er eine Marktlücke ausfüllen kann. 

Die Resonanz seiner Kunden gibt ihm recht. Um sich sein eigenes Geschäft einzurichten, musste er Urlaub nehmen. Viele seiner Kunden hätten an der Reichenstraße an der Tür geklopft, als dort noch eine Baustelle war, und gefragt, wann es nun endlich losgeht. 

 Eigentlich wollte er schon im Februar sein eigenes Geschäft eröffnen. Doch die Suche nach passenden Räume habe sich schwieriger gestaltet, als erwartet und war von vielen Enttäuschungen begleitet. Obwohl er einen perfekten Businessplan vorlegen konnte, habe er viele Ablehnungen bekommen. Deshalb sei er seinem jetzigen Vermieter aus München sehr dankbar, dass er ihm eine Chance gibt.

Bis in die Nacht hinein geschuftet

In dem Geschäft, das zuvor einen Modeladen beherbergt hatte, musste alles total umgekrempelt werden. Weil in einem Friseursalon viel Wasser benötigt wird, kamen neue Leitungen in die Räume. Auch der Fußboden und die Decke mussten komplett erneuert werden. „Wir haben wochenlang bis in die Nacht hinein geschuftet“, blickt Ahmed Elhussiny zurück. Dafür kann sich das Ergebnis sehen lassen. Der Salon ist in Schwarz-, Weiß- und Grautönen gehalten. Neben Frisierplätzen für Männer gibt es auch einen für Kinder. Außerdem kann man auch nützliches Zubehör für die Haar- und Bartpflege erwerben.

Jetzt will Ahmed Elhussiny erst einmal Fuß fassen. Der positive Zuspruch schon in den ersten Tagen stimmt ihn in dieser Hinsicht optimistisch. Wenn es so gut läuft, wie erhofft, möchte er ein bis zwei Mitarbeiter einstellen. Im September beginnt er bei der Handwerkskammer in Dresden einen Meisterlehrgang.

 

Von Carmen Schumann

Foto: © Carmen Schumann

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