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Der Bautzen-Dresden-Fahrschein kommt

23.06.2020
Das Katzensprung-Ticket der Länderbahn gilt bald auch im Dresdener Stadtverkehr. Und das Busnetz im Kreis Bautzen bietet künftig bessere Verbindungen.

Von Tilo Berger

Bautzen. Bus- und Bahnfahren im Landkreis Bautzen soll attraktiver werden - dieses  Ziel haben sich die regionalen Verkehrsverbünde auf die Fahnen geschrieben. Jetzt gibt es Neuerungen, die mehr Fahrgäste in die öffentlichen Verkehrsmittel locken sollen.

Mitten durch den Landkreis Bautzen verläuft die Tarifgrenze zwischen den Verkehrsverbünden Oberelbe (VVO) und Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon). Für viele Reisende zwischen Dresden und der Oberlausitz ein Ärgernis. Bedeutet es doch, dass zum Beispiel Fahrgäste aus Bautzen, die nach Dresden fahren und dort auch den Stadtverkehr nutzen wollen, dafür zwei Tickets brauchen - eines für den Zug, eines für Stadtbusse und Straßenbahnen in der Landeshauptstadt.

Für Berufspendler gibt es schon seit zehn Jahren einen gemeinsamen Übergangstarif. Um einen einheitlichen Fahrschein für Tagesreisende aber rangen die Verkehrsverbünde bisher vergeblich. Um das Problem zu lösen, waren verschiedene Möglichkeiten in Erwägung gezogen worden - bis hin zu einem Zusammenschluss beider Verbünde.

Die Fusion von VVO und Zvon ist inzwischen vom Tisch, aber beide Partner haben sich jetzt nach jahrelangen Verhandlungen auf eine weitgehende Lösung des Tarifproblems geeinigt.

Ticket gilt auch für den Stadtverkehr

Ab 1. August können Bahnreisende aus dem Landkreis Bautzen mit ihrem Ticket auch die VVO-Tarifzonen Dresden und Radeberg nutzen. In der Gegenrichtung können Dresdener oder Radeberger mit ihrem Ticket dann auch in die Stadtbusse in Bautzen und Bischofswerda einsteigen. Vorausgesetzt, es handelt sich bei dem Fahrschein immer um das Katzensprung-Ticket des hiesigen Bahnbetreibers, der Länderbahn.

Dieses Ticket gibt  es für Reisende, die zwischen Dresden und Bautzen oder Wilthen unterwegs sind. Bautzens Landrat Michael Harig (CDU), zugleich Vorsitzender beider Verkehrsverbünde, sprach am Montag von einer "günstigen Lösung".

Das Katzensprung-Ticket kostet zwischen Dresden und Bautzen oder Wilthen 16,70 Euro, zwischen Dresden und Bischofswerda 11,50 Euro. Es gilt werktags ab 9 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen bereits ab 0 Uhr und jeweils bis 3 Uhr am nächsten Morgen.

Mit dem Katzensprung-Ticket können Reisende beliebig oft auf dem gebuchten Streckenabschnitt fahren, und zwar mit allen Zügen. Also mit den Trilex-Zügen der Länderbahn, zwischen Dresden und Radeberg auch mit den Triebwagen des Anbieters Transdev sowie zwischen Dresden-Hauptbahnhof und -Klotzsche mit der S-Bahn.

"Wir sind froh, ab August diesen Übergangstarif für Einzelfahrscheine zu haben", erklärte Harig. Auf den VVO kommen mit dieser Lösung Mehrkosten von rund 40.000 Euro im Jahr zu, auf den Zvon etwa 25.000 Euro. "Das ist leistbar", so Harig.

Neuigkeiten gibt es auch beim Busverkehr. Künftig soll es mehr Plus- und Taktbusse geben. Diese fahren in einem festen Fahrplantakt und sollen unterwegs günstige Umsteigezeiten zwischen Bus und Zug gewährleisten. Dafür werden sie gefördert vom Freistaat Sachsen, der immerhin 1,80 Euro pro gefahrenem Kilometer beisteuert.

Plusbusse auf weiteren Linien

Zur Bedingung macht das Wirtschafts- und Verkehrsministerium aber: Plusbusse müssen montags bis freitags stündlich zwischen 5 und 21 Uhr fahren, sonnabends sechsmal am Tag, an Sonn- und Feiertagen viermal. Taktbusse sollen montags  bis freitags siebenmal  in jede Richtung fahren, sonnabends mindestens viermal, für Sonn- und Feiertage gibt es keine Vorgaben.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 hat der Zvon vier Linien auf Plusbusse umgestellt, und zwar Bautzen-Wilthen-Oppach, Bautzen-Kamenz, Bautzen-Sohland-Wehrsdorf sowie Dresden-Großröhrsdorf-Radeberg. Seitdem ist die Zahl der Fahrgäste deutlich gestiegen, allein auf der Linie Bautzen-Wilthen-Oppach fuhren im Februar 2020 etwa 14 Prozent mehr mit als im selben Monat des Vorjahres. Ab März bremste Corona den Zuwachs aus.

Mit Beginn der Sommerferien am 20. Juli sollen auch auf der Linie zwischen Bautzen und Weißenberg Plusbusse rollen. Auf der Linie Bautzen-Kleinsaubernitz-Mücka  fahren ab 20. Juli Taktbusse. 

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 bekommen die Busse der Linien Bautzen-Uhyst (Spree) und Bischofswerda-Kamenz-Hoyerswerda das Plus hinter die Frontscheibe. Bautzen-Neukirch-Steinigtwolmsdorf wird am selben Tag zur Taktbuslinie. Weitere Plus- und Taktbusse gehen ab 1. Januar 2022 an den Start, wenn der Landkreis Bautzen ohnehin sein Busnetz neu strickt.

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