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Der neue Neißepark-Chef hat Görlitzer Wurzeln

11.10.2021
Holger Wandrey kommt aus Hannover. Schon in seinen ersten Arbeitstagen in Görlitz erlebte er vieles, was die Stadt so besonders macht.

Von Matthias Klaus 

Görlitz also. Lange musste Holger Wandrey nicht überlegen, ob er den Job an der Neiße annimmt. Etwas länger dauerte es allerdings, bis er ihn antreten konnte. Denn die Kündigungsfristen für Manager eines Einkaufszentrums sind offensichtlich lang. Nun aber ist er angekommen: Holger Wandrey, Jahrgang 1967, ist seit dem 1. Oktober der neue Centermanager des Neißeparks Görlitz.

Der großgewachsene gebürtige Hannoveraner hatte nach dem Studium seinen ersten Job bei der CEV Handelsimmobilien GmbH, die nach dem Besitzerwechsel weiterhin den Neißepark managt. "Görlitz", sagt Holger Wandrey, "irgendwie schließt sich für mich hier ein Kreis."

Großvater war einst bei der Deutschen Bank in Görlitz

Kein Wunder. Der Mann aus Niedersachsen hat väterlicherseits Wurzeln an der Neiße. "Mein Opa war in Görlitz bei der Deutschen Bank beschäftigt, mein Uropa hier Kupferschmied", erzählt Holger Wandrey. Seine Wahlheimat ist Dresden. "Ich fühle mich wohl in Sachsen", sagt er.

Holger Wandrey hofft, mehr über seinen familiären Stammbaum in Görlitz zu erfahren. Aber noch blieb dafür keine Zeit. Noch nicht mal für einen ausgiebigen Spaziergang durch die Innen- und Altstadt hat es bisher gereicht. "Das wird sich aber schnell ändern", sagt Holger Wandrey.Zuletzt hatte er als Centermanager im Halleschen Einkaufspark in Bruckdorf gearbeitet. Sechs Jahre war er dort, nun zieht dort, so berichten es die Kollegen der "Mitteldeutschen Zeitung" (MZ) eine chirurgische Klinik ein. Deswegen der Abschied aus Halle? „Nein. Das Center ist auf einem guten Weg. Die Eckpfeiler für die Neuausrichtung sind gesetzt“, sagte Holger Wandrey zum Abschied der MZ.

Seit 20 Jahren, das Jubiläum war im April, ist Holger Wandrey nun im Centermanagement tätig. "Die Aufgaben verändern sich ständig. Es gibt immer wieder neue Herausforderungen, jetzt gerade mit Corona, klar", sagt er. 2001, als er im Management anfing, sei es ein ganz anderes gewesen als heute.

Görlitz braucht Neißepark und Innenstadthändler

Die Region Görlitz sieht Holger Wandrey neben Dresden und Leipzig als eine prosperierende. "Es gibt hier ein riesiges Entwicklungspotenzial, gerade auch im Zusammenhang mit dem Kohleausstieg", findet er.Den Neißepark Görlitz sieht der Manager als ein gut besuchtes und gut eingeführtes Einkaufszentrum für die Region. Holger Wandrey hat sich den Mietern des Neißeparks vorgestellt, will das demnächst auch bei der Stadtverwaltung, den politischen Entscheidungsträgern tun. Und bei der Vereinigung der Innenstadthändler, den Aktionsring.

Denn genau wie seine Vorgänger setzt Holger Wandrey auf ein Miteinander von Innenstadthandel und der sogenannten grünen Wiese, den Supermärkten am Rande der Stadt. "Eine Stadt wie Görlitz braucht natürlich beides", sagt er.

Polnische Kunden gehören dazu

Eine Besonderheit hat er in seinen ersten Tagen in Görlitz schon festgestellt: etwa, wenn polnische Kunden plötzlich besonders viel Waschmittel einer Marke kaufen. "Die Grenznähe ist eine spannende Sache", sagt Holger Wandrey. Eine Konkurrenz von Carrefour in Zgorzelec sieht er indes nicht. "Jeder bedient eben seine Kundschaft. Das Miteinander, die Mischung in der gesamten Gegend macht es aus", sagt Holger Wandrey.Christian Albrecht war bisher der Centermanager im Neißepark, vorübergehend. Eigentlich ist er ja Chef aller von der CEV betreuten Einrichtungen und damit Holger Wandreys Chef. "Es machte aber keinen Sinn, wenn wir übergangsweise einen Centermanager eingestellt hätten. Deshalb habe ich die Arbeit in Görlitz mit übernommen", sagt er. Nun konzentriert sich Christian Albrecht wieder auf seinen eigentlichen Job. Und der bedeutet vor allem: Unterwegs sein, in den CEV-Zentren in der Republik nach dem Rechten schauen.

Holger Wandrey ist derweil Pendler zwischen der Landeshauptstadt und Görlitz. Er lebt in einer festen Partnerschaft, hat eine elfjährige Tochter. Sein Vertrag für Görlitz hat keine Befristung. Er könne sich vorstellen, verrät Holger Wandrey, bis zur Rente im Neißepark zu arbeiten. Das findet er schon nach den ersten Tagen hier. "Aber", so sagt er auch, "man weiß ja nie, was alles noch so kommt."

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