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Der Weg zum Cyber-Cop

07.04.2021
Im Freistaat Sachsen gibt es ein schlagkräftiges Netzwerk zur Bekämpfung der Internetkriminalität – mit einem besonderen Angebot für Quereinsteiger.

Wie kommt man Cyberkriminellen auf die Spur? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Fans einschlägiger Krimiserien. Wer vermutet, die spannenden Fälle würden nur in New York oder London gelöst, liegt falsch. In Sachsen gibt es gleich mehrere Institutionen, die inzwischen ein schlagkräftiges Netzwerk gegen die Cyberkriminalität bilden.

Darunter die ZAC beim Landeskriminalamt Sachsen, die Teil des Sächsischen-Cyber-Crime-Competence-Centers (SN4C) ist und in der 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv sind. Sie wurde explizit für die Wirtschaft eingerichtet und ermittelt, wenn Unternehmen Opfer von Cyber- Attacken geworden sind.

In der Hochschule der sächsischen Polizei (FH) werden bereits seit 2015 künftige Ermittler auf die Arbeit als „Cyber-Cop“ vorbereitet. Gefragt sind dabei ausdrücklich auch Männer und Frauen, die keine klassische Polizeilaufbahn eingeschlagen haben. Für ein einjähriges Vorbereitungsjahr können sich Absolventen informatiknaher technischer oder auch naturwissenschaftlicher Studienfächer bewerben. Voraussetzung dafür ist mindestens der Bachelor-Grad.

Am Ende steht der Abschluss als Kriminalkommissar beziehungsweise Kriminalkommissarin. Die Einsatzmöglichkeiten reichen später von der Computerkriminalität und der IT-Forensik bis hin zur informationstechnischen Überwachung.

Gebündelt werden die Aktivitäten in Sachen Cyberkriminalität vom Cybercrime Competence Center Sachsen. Experten aus allen relevanten Bereichen von der Telekommunikationsüberwachung bis zur IT-Forensik ermitteln hier gemeinsam. Und auch wenn die Ermittler naturgemäß selten aus dem Nähkästchen plaudern – spannende Aufgaben können sie potenziellen Interessenten auf jeden Fall versprechen. Wenn es um Cyber-Kriminalität geht, wird meistens auch international recherchiert.

So ist man sich inzwischen zum Beispiel sicher, dass die ersten Angriffe über eine Sicherheitslücke im Microsoft Exchange-Programm aus China kamen. Längst haben sich aber Nachahmer aus der ganzen Welt gefunden. Allerdings: Manchmal kommen die Täter auch ganz aus der Nähe – etwa fünf Prozent der Angriffe auf die IT-Sicherheit von Unternehmen lassen sich nach Auskunft des Landeskriminalamtes Sachsen auf – meistens ehemalige – Mitarbeiter zurückführen.

In jedem Fall gilt als sicher: Auch die Cyber-Cops der Zukunft werden viel zu tun haben. (aks)

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