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Deutsche Unternehmen exportieren so viel wie nie

11.02.2019
Die Bilanz des Jahres 2018 ist trotzdem angekratzt. Spuren hinterlässt unter anderem der bevorstehende Brexit.

Deutschlands Exportwirtschaft hat 2018 das fünfte Rekordjahr in Folge erzielt. Handelspolitische Stürme und die Unwägbarkeiten des Brexits hinterließen allerdings Spuren, das Wachstumstempo verlangsamte sich deutlich. Die Ausfuhren von Waren "Made in Germany" legten um 3,0 Prozent auf 1.317,9 Milliarden Euro zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. 2017 waren die Exporte noch um 6,2 Prozent gestiegen. Vor allem zum Jahresende bekamen die Exporteure Gegenwind zu spüren.

Nach einem schwachen November sanken die Ausfuhren im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,5 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat stiegen sie allerdings, was Ökonomen als gutes Zeichen werteten. Sorgen bereiten den Exportunternehmen die Abkühlung der Weltkonjunktur, internationale Handelskonflikte und die Unwägbarkeiten des Brexits.

Gustav Horn, wissenschaftlicher Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) warnte vor zu großem Pessimismus. Zwar lauerten große Risiken am Horizont - etwa, wenn der Brexit tatsächlich ohne Ausstiegsvertrag verlaufen sollte. "Es ist aber nicht die Zeit, in tiefen Pessimismus zu verfallen." Der Kern der deutschen Konjunktur sei derzeit die Binnennachfrage, getragen von einem starken privaten Verbrauch, der nach wie vor intakt sei. Carsten Brzeski, ING-Chefvolkswirt Deutschland, verwies auf den robusten deutschen Arbeitsmarkt.

Die Importe stiegen im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent auf den Rekordwert von 1.090,0 Milliarden Euro. Sie legten stärker zu als die Ausfuhren. Dadurch verringerte sich der Überschuss Deutschlands im Handel mit anderen Ländern in der Außenhandelsbilanz auf 227,8 Milliarden Euro. Im Jahr 2017 waren es noch 247,9 Milliarden Euro. Deutschland exportiert seit Jahren mehr als es einführt. Das sorgt bei Handelspartnern für Kritik, vor allem bei US-Präsident Donald Trump.

Die meisten Waren "Made in Germany" gingen auch 2018 in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU). Der Export legte um 3,8 Prozent auf 778,7 Milliarden Euro zu. Im Geschäft mit Großbritannien machten sich allerdings die Unsicherheiten im Zuge des bevorstehenden Brexits bemerkbar. Die Ausfuhren in das Land sanken den vorläufigen Daten zufolge um 4,0 Prozent.

Wichtigste Einzelmarkt für "Made in Germany" waren erneut die USA. In das Land gingen Waren im Wert von 113,5 Milliarden Euro (plus 1,5 Prozent) - trotz der vor allem von US-Präsident Trump angeheizten internationalen Handelskonflikte. Das Export-Geschäft mit China wuchs um 8,1 Prozent, obwohl sich das Wirtschaftswachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt 2018 abgeschwächt hatte.

Der Außenhandelsverband BGA hatte zuletzt mit einem Plus von 3,5 Prozent für 2018 gerechnet. Für dieses Jahr wird ein Exportwachstum von bis zu 3 Prozent erwartet. "Wir ... gehen trotz der hohen Wahrscheinlichkeit eines ungeordneten Brexits davon aus, dass die deutschen Exporte in diesem Jahr bis zu drei Prozent wachsen können", sagte BGA-Präsident Holger Bingmann jüngst der Zeitung "Die Welt". (dpa)

 

Foto: © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

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