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Die Schubs-Geberin

28.07.2020
Katrin Leonhardt ist die erste Frau an der Spitze der SAB.

Von Nora Miethke

Katrin Leonhardt, seit 1. Juli die erste weibliche Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank (SAB), ist keine Unbekannte in Sachsen. Nach ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaften und Promotion an der Universität Leipzig war die gebürtige Lausitzerin von 1994 bis 2000 im sächsischen Innenministerium für die Wohnungsbauförderung verantwortlich - als jüngste Referatsleiterin der Staatsregierung. Aus privaten Gründen wechselte sie dann zur Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, nach Frankfurt am Main, wo sie in den letzten zwanzig Jahren verschiedene Führungspositionen innehatte. "Ein Höhepunkt war, als ich fünf Jahre lang die Mittelstandsbank leiten durfte, wo ich mich um Wirtschaftsförderung, Mittelstand- und auch Start-up-Finanzierung gekümmert habe", sagt die 53-Jährige.

Nach Sachsen kehrt sie zurück, weil sie gern in Dresden gelebt und gearbeitet habe, aber vor allem, weil sie nach eigenen Worten "großes Interesse daran hat, an der Spitze einer Landesförderbank diese in die Zukunft zu führen". Neben dem Ziel, die SAB noch digitaler aufzustellen, hat sich die neue Vorstandschefin vorgenommen, durch mehr flexible und mobile Arbeitszeitmodelle eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Sie will auch für Mütter ein Umfeld schaffen, in dem sie es schaffen, eine Führungsposition zu übernehmen.

Der Frauenanteil bei den 1.200 Beschäftigten in der Aufbaubank beträgt 63 Prozent, bei den Führungspositionen 36 Prozent. Nicht so schlecht, aber auf der Ebene der Abteilungsleiter gebe es noch "Luft nach oben", so Leonhardt. Um Karriere im Bankensektor zu machen, komme es auf ständige Weiterqualifizierung, Disziplin, aber auch Mut an, sich etwas zuzutrauen. "Frauen bräuchten häufiger einen Schubs, dass sie angesprochen und ermutigt werden, bestimmte Posten zu übernehmen", sagt die neue SAB-Chefin, die sich selbst als Anhänger der Diversität bezeichnet. In ihren früheren Funktionen habe sie immer wieder Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gezielt angesprochen, wenn sie gut waren. Das werde sie auch bei der SAB tun, kündigt sie an.

Dieser Artikel ist in der Juli-Ausgabe von Wirtschaft in Sachsen erschienen.

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