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Döbelner Innovation fürs Eigenheim

22.07.2020
Die Firma Max Knobloch hat eine neue Briefkastenanlage entwickelt. Damit spart nicht nur der Anwohner Zeit.

Von Frank Korn

Döbeln. Wer kennt das nicht: Man kommt von der Arbeit nach Hause und findet im Briefkasten eine Nachricht, dass ein Paket abgegeben wurde. Im günstigen Fall beim Nachbarn, oft jedoch aber auch in einer Servicestation. Besonders im zweiten Fall ist der Ärger über den zusätzlichen Weg oft groß.

Doch wie wäre es, wenn der Paketzusteller die Lieferung direkt am Haus sicher deponieren kann und damit ebenfalls Zeit und Wege spart? Dass dies möglich ist, davon hat sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst bei einem Besuch in der Firma Max Knobloch Nachf. GmbH in Döbeln überzeugt. „Wir bieten Lösungen für das Eigenheim, für Mehrfamilienhäuser und auch als Abholstation für Ladengeschäfte an“, sagte Geschäftsführer Thomas Kolbe.

Bei der Anlage „Knobox“, die für Ein- oder Zweifamilienhäuser geeignet ist, erfolgt der Zugang auf mechanischem Wege. Die Paketkastentür ist zwar geschlossen, aber nicht verriegelt. Der Zusteller kann die Tür öffnen und nach Einlegen des Paketes verriegeln. Der Anwohner öffnet die Tür ganz normal mit einem Schlüssel. Anlagen mit mehreren Fächern, die unter dem Namen „Pakno“ laufen, haben ein elektronisches Zustellsystem.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst (links) hat die Firma Max Knobloch Nachf. GmbH in Döbeln besucht. Geschäftsführer Thomas Kolbe zeigt ein Bauteil für eine Briefkastenanlage.
Der FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst (links) hat die Firma Max Knobloch Nachf. GmbH in Döbeln besucht. Geschäftsführer Thomas Kolbe zeigt ein Bauteil für eine Briefkastenanlage. © Frank Korn

Pakete so einfach wie Briefe empfangen, sei das Ziel, sagt Kolbe. Deshalb konzentriere sich die Firma aktuell vor allem auf Innovationen in Sachen Paketempfang und Digitalisierung von Brief- und Paketkastenanlagen. „Die Vorteile liegen auf der Hand. Der Kunde muss nicht noch einmal los, um sein Paket abzuholen. Und auch der Zusteller spart Zeit und Aufwand“, so Thomas Kolbe.

Kaum Auswirkungen durch Corona

Das Unternehmen mit 170 Mitarbeitern sei gut durch den Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie gekommen, berichtet der Geschäftsführer. „Wir hatten vorsorglich Kurzarbeit angemeldet, diese aber nur für einen Tag in Anspruch genommen“, so der Geschäftsführer. Im Wohnungsbau habe es trotz Corona kaum Stillstand gegeben. „Die Sorge, dass es später noch Auswirkungen gibt, besteht aber“, so Kolbe.

Als Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Mittelsachsen sei er froh, dass die Politik in der Corona-Krise wichtige Signale für die Wirtschaft gesendet hat, sagt Thomas Kolbe. Es sei jedoch auch entscheidend, in welche Richtung die Hilfen gehen. „Die Chance, das Geld für die Digitalisierung zu nutzen, ist meines Erachtens nicht klar genug herausgehoben“, sagte Kolbe. 

Gerade durch Corona sei eine höhere Affinität zur Digitalisierung entstanden, so Kolbe. Unterstützung erhält er dabei von Torsten Herbst. Der Bundestagsabgeordnete wünscht sich zudem, dass die Dynamik der schnellen Entscheidungen beibehalten werden kann.

Der Politiker besuchte nicht nur die Firma Max Knobloch. Weitere Stationen seiner Tour waren das Backhaus der Bäckerei Körner in Großweitzschen, das Pferdebahnmuseum Döbeln und die Wohnungsgenossenschaft "Fortschritt" Döbeln.

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