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Dresdner Start-up beseitigt das Messgeräte-Chaos

03.05.2021
Das Dresdner Start-up SweepMe begann an der TU Dresden. Nun hilft es den dortigen Forschern, im Messgeräte-Dschungel den Überblick zu behalten.

Von Jana Mundus 

Im Labor kann es gleich zu Beginn kompliziert werden. Auf dem Weg zu neuen Erkenntnissen wartet auf viele Wissenschaftler erst einmal ein neues Messgerät. Zig Hersteller und unzählige Modelle gibt es am Markt. Für jedes braucht es eine andere Software. Wer mehrere Geräte für seine Forschungen kombinieren will, muss dafür ein neues Programm schreiben. Der Wissenschaftler muss ungewollt zum Informatiker werden – oder er nutzt eine einfache Lösung, wie sie das Dresdner Start-up SweepMe entwickelt hat. Die Idee dazu kam den Gründern im Labor.

Auch Axel Fischer und Felix Kaschura standen während ihrer Promotion am Institut für Angewandte Physik (IAP) der TU Dresden vor diesem Problem. Bei der Ansteuerung der verschiedenen Messgeräte sind unterschiedliche Bibliotheken, Protokolle und Befehlssätze zu beachten. Kurzerhand erfanden sie eine anwendungsfreundliche Lösung für den bis dato komplizierten Umgang mit Messgeräten.

Ein Baukasten fürs Labor

Ihre Idee: eine Art Baukasten-Prinzip. Viele Hersteller veröffentlichen die für ihre Produkte notwendigen Befehle. Die beiden Physiker entwickelten damit ein Programm, in dem verschiedene Geräte einfach per Mausklick für eine Messung zusammengestellt werden können. Die notwendige Programmierung erstellt die Software automatisch im Hintergrund – ohne dass es dafür das Wissen eines Informatikers braucht. Zunächst funktionierte das erst einmal für Experimente im Bereich der organischen Elektronik. Nach der Unternehmensgründung von SweepMe 2018 erweiterten die beiden das Angebot auch auf weitere Forschungsbereiche.

Wenn die notwendigen Geräte für die Messungen aufgebaut sind, können Nutzer ohne großen Aufwand eigene Programmabläufe erstellen. „Im Gegensatz zum bisherigen Verfahren werden alle Messgeräte durch modular organisierte Gerätetreiberdateien angesprochen“, erklärt Axel Fischer die dadurch möglichen Vorgänge. Nutzer können sich so neue Messabläufe schnell zusammenklicken.

Die Gerätetreiber dafür werden über die Plattform sweep-me.net als Open-Source-Angebot allen Nutzern weltweit zur Verfügung gestellt. Anwender können aber auch eigene erstellen. Viele Produkte bekannter Hersteller wurden bereits in SweepMe integriert. Geld verdienen will das Start-up künftig auch durch Kooperationen mit den Herstellern. „Wir haben in den vergangenen Monaten außerdem den Service rund um die Software weiter ausgebaut“, erklärt Fischer. So fragen auch immer mehr Kunden an, welche Geräte für ihren Einsatz nützlich wären.

Jetzt haben Fischer und Kaschura eine Kooperationsvereinbarung mit der TU Dresden geschlossen. Alle Angehörigen der Universität können die Software während der Vertragslaufzeit nun kostenlos herunterladen und zeitlich unbegrenzt nutzen. Die Gründer erhoffen sich einen kontinuierlichen Austausch mit den Wissenschaftlern. „Um von aktuellen Problemstellungen zu erfahren und entsprechende Lösungen zu entwickeln, die dann an der TUD getestet und genutzt werden können“, sagt Kaschura. Darüber hinaus wird die Übergabe von Gerätetreibern, die die Universitätsmitarbeiter für die Software erstellen, an das Start-up deutlich vereinfacht. Eigene Inhalte können so unkompliziert mit anderen Instituten geteilt werden.

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