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Dresdner Stollen in Schweiz bekannter als in Österreich

20.12.2021
Dresdens bekannteste Marke ist nach einer Umfrage in ganz Deutschland ein Begriff. Doch es gibt regionale Unterschiede bei der Kenntnis des Christstollens.

Von Georg Moeritz 

Dresden. Zum Höhepunkt der Stollensaison sehen sich die Bäcker im Raum Dresden durch eine Umfrage und ein Nachschlagewerk in ihrer Arbeit bestätigt. 82 Prozent der Deutschen kennen die Marke Dresdner Stollen, teilte der Schutzverband Dresdner Stollen e. V. am Freitag mit.

Der Stollenschutzverband hatte im Sommer eine repräsentative Online-Befragung in Auftrag gegeben, um die Bekanntheit seines Produkts zu ermitteln. Demnach müssen die Bäcker vor allem in Ostdeutschland kaum noch für ihren Christstollen werben: 90 Prozent der Befragten im Osten Deutschlands gaben an, die Marke zu kennen. In Deutschland insgesamt sind es 82 Prozent - etwas weniger in Nordrhein-Westfalen, etwas mehr in Baden-Württemberg.

Bei der Umfrage in der Schweiz fiel auf, dass die Dresdner Spezialität vor allem im deutschsprachigen Raum und in der Nähe der deutschen Grenze bekannt ist. 59 Prozent der befragten Schweizer kennen die Marke Dresdner Stollen, aber nur 47 Prozent der befragten Österreicher. Auch in Österreich ist das deutsche Produkt in der Nähe der Grenze bekannter als in größerer Entfernung. Insgesamt wurden 2.054 Personen in den drei Staaten befragt.

Geografische Herkunftsangabe seit 2010 geschützt

Obwohl Weihnachtsmärkte beispielsweise in Sachsen und Bayern wegen Corona abgesagt wurden und auch das Dresdner Stollenfest ausfiel, ist die Nachfrage nach dem Dresdner Striezel laut Verband ungebrochen. Vorstandschef Andreas Wippler sagte, der Online-Handel mit Stollen gehe "durch die Decke". Zahlen für dieses Jahr nannte er noch nicht. 2020 wurden laut Verband rund 4,5 Millionen Dresdner Christstollen verkauft. Zum Vergleich: Sachsen hat gut vier Millionen Einwohner.

Ohne den Dresdner Christstollen würde es laut Andreas Wippler manche kleinere Bäckerei nicht mehr geben. Etwa ein Drittel ihres Jahresumsatzes erwirtschaften die Bäckereien und Konditoren nach seinen Angaben in der Vorweihnachtszeit. 110 Betriebe im Großraum Dresden gehören dem Schutzverband an.

Der Verband weist darauf hin, dass der Dresdner Christstollen zum vierten Mal in Folge in der Publikation "Deutsche Standards - Marken des Jahrhunderts" aufgeführt wird. Das sei eine Enzyklopädie, die das "Who is Who" der deutschen Erfolgsmarken enthalte und alle drei Jahre erscheine. Dort sind auch die Marken Meissen und Melitta aufgeführt. Genannt würden dort Unternehmen und Produkte, die "in der kollektiven Wahrnehmung für eine ganze Gattung stehen".

Der Begriff "Dresdner Stollen" ist laut Verband seit 2010 als geografische Herkunftsangabe geschützt und beim Patentamt mit mehreren Wort- und Bildmarken eingetragen. Der Begriff "Dresdner Christstollen" ist eine Gemeinschaftsmarke in der Europäischen Union. Viele Bäcker versehen daher die Verpackung mit einem blauen EU-Aufkleber neben dem goldfarbenen Stollensiegel, das den Goldenen Reiter zeigt.

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