084tjf8wqs3vrndn1kxohg5rptavlrcg (1).jpg

Edekas Pläne für Dipps

24.06.2020
Der Lebensmittelhändler Edeka und der Dippser Gartenmarktbetreiber Krüger machen gemeinsame Sache. Die kommt jetzt einen Schritt weiter.

Von Franz Herz 

Der erste Entwurf des Bebauungsplans für einen Edeka-Markt und den Gartenmarkt Krüger an der Ecke des Firstenwegs an der B170 liegt nun vor, wie Jan Hašek, Regionalleiter Expansion und Immobilien bei Edeka informierte. Rabea Remke, Architektin beim Planungsbüro Basler und Hofmann in Dresden hat ihn ausgearbeitet und vergangene Woche bei der Stadtverwaltung eingereicht. Diese prüft ihn jetzt und legt ihn dem Stadtrat vor. Der entscheidet dann, ob der nächste Schritt in diesem Planungsverfahren folgt. Das wäre die öffentliche Auslegung der Pläne und die Weiterleitung an verschiedene Behörden und Verbände, damit die dazu Stellung nehmen können. Die Entscheidung wird in der Ratssitzung am 15. Juli auf der Tagesordnung stehen, kündigte Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) an. 

Jan Hašek und Wilfried Krüger, Seniorchef des Gartenmarkts, haben die neue Planung der SZ vorgestellt. Beide betonen, dass es ein gemeinsames Projekt der beiden Nachbarn ist. Das alteingesessene Gartencenter Krüger und der große Lebensmittelhändler haben sich hier zusammengetan. Krüger betreibt seinen Markt in der bisherigen Form weiter. Edeka baut neu, aber so, dass Krüger nicht verdeckt wird. Und beide betreiben gemeinsam den Parkplatz für ihre beiden Geschäfte. „Seit Edeka das Grundstück hier gekauft hat, sind wir in guten Gesprächen“, sagt Krüger

Freie Sicht für die Weißeritztalbahn

Der erste Entwurf für diese Planung wurde im Januar im Stadtrat schon vorgestellt und mit Mehrheit bestätigt. Inzwischen haben sich einige Details geändert. So bleibt nicht genug Platz für die ursprünglich vorgesehenen zwei Fachmärkte. Denn in dem gemeinsamen Konzept wird der Edeka von der Bundesstraße aus gesehen an der Rückseite des Grundstücks zwischen Firstenweg und der Linie der Weißeritztalbahn errichtet. Dabei werden auch der heutige Standort, wo ein Getränkemarkt, eine Pfennigpfeifer-Filiale und ein Backladen arbeiten, mit überbaut.

Die ersten Pläne von Edeka sahen vor, unter demselben Dach neben ihrem Markt auch zwei Fachmärkte zu errichten. Aber das Gebäude muss kleiner werden, weil für die Eisenbahn ein Sichtdreieck freigehalten werden muss. Die Lokführer müssen freien Blick auf den Firstenweg haben. „Damit ist der erste Fachmarkt weggefallen“, sagt Hašek. Für einen zweiten ist auch nicht mehr genug Platz. „Damit ist unser Vorhaben auch besser verträglich für die Innenstadt“, sagt der Immobilienentwickler. Jetzt sind der Lebensmittelmarkt geplant, ein großzügiger Eingangsbereich und ein Backshop.

Bessere Ausfahrt auf die Bundesstraße

Zurzeit wird das Vorhaben auch beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr geprüft. Denn Edeka will die Einmündung zur Bundesstraße B 170 ausbauen. Diese Ecke ist verkehrstechnisch schon jetzt problematisch. Wenn viel Verkehr auf der B 170 fährt, ist es schwierig, auf die Bundesstraße zu gelangen. Edeka ließ nun ein Verkehrsgutachten erarbeiten. Dafür gab es Anfang dieses Jahres eine Verkehrszählung und im Ergebnis steht der Bau einer neuen Linksabbiegerspur zur B170 fest, für die Edeka einen Streifen von ihrem Grundstück abgeben wird. „Die Fläche dafür wird, nachdem sie öffentlich gewidmet ist, sicherlich an die Stadt übereignet“, sagt Hašek.

Damit würde die Ausfahrt vom Firstenweg erleichtert. Denn jetzt ist es immer wieder so, dass ein Auto, das keine Lücke findet, um nach links auf die Bundesstraße aufzufahren, auch andere hinter ihm blockiert, die nach rechts abbiegen wollen. Die Ausfahrt ist für das Wohngebiet am Firstenweg, sowie für die verschiedenen Geschäfte entlang der Straße wichtig.

Günstiger Standort zwischen B 170 und Wohngebiet

Edeka kommt damit neu mit einem Supermarkt nach Dippoldiswalde. Bisher ist die Gruppe nur mit dem Diska-Markt an der Rabenauer Straße in Dippoldiswalde aktiv und als Kooperationspartner für den Einkaufsmarkt am Rathaus. Für Edeka ist der Standort auf dem ehemaligen Autohausgelände sehr günstig. „Wir haben das Wohngebiet in der Nähe. Da wohnen Familien, die wir gerne als Kunden sehen“, sagt Hašek. Durch die Lage an der B170 ist der künftige Markt auch von außerhalb gut erreichbar und auch die Gemengelage mit dem Gartenmarkt nebenan, einem Drogeriemarkt und einem Discounter gegenüber und den Autohäusern in der Nähe spreche durchaus für den Standort. Außerdem war hier früher mit dem Autohaus schon eine Handelsfläche.

Betreiben wird den neuen Markt in Dippoldiswalde ein selbständiger Einzelhändler in Zusammenarbeit mit Edeka. Ähnlich wie das bereits in den Märkten in Altenberg, Glashütte und Pretzschendorf läuft, die von der Familie Clausnitzer geführt werden. Wer Dippoldiswalde übernimmt, ist noch nicht festgelegt. „So etwas wird in der Regel intern ausgeschrieben“, sagt Hašek. Erst einmal muss der nächste Schritt in dem Planungsverfahren getan werden. Edeka will dann, wenn die Baugenehmigung vorliegt, so schnell wie möglich bauen. 

Weitere Artikel

Mehr Sachsen wollen früher in Rente gehen

Mehr Sachsen wollen früher in Rente gehen

Die Corona-Krise treibt viele in den vorzeitigen Ruhestand. Unsere neue Serie erklärt Möglichkeiten und finanzielle Folgen.

Solartechnik kehrt nach Freiberg zurück

Solartechnik kehrt nach Freiberg zurück

Das Schweizer Unternehmen Meyer Burger wählt traditionsreiche Solarstandorte in Bitterfeld-Wolfen und Freiberg für den Aufbau einer eigenen Fertigung.

Sein Traum ist die digitale Küche

Sein Traum ist die digitale Küche

Wilfried Hänchen begann in der DDR als Koch, arbeitete sich hoch bis ins Ministerium. Heute führt er eines der größten Catering-Unternehmen Deutschlands.

Firma kauft belastetes Grundstück

Firma kauft belastetes Grundstück

Im Gewerbepark an der Bischofswerdaer Straße in Neustadt wurde ein weiteres Grundstück veräußert. Der Bauherr hat einiges zu tun.