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Ein Mammutgarten nimmt Gestalt an

Landkreis Bautzen 14.09.2019
Gegenüber dem Gartencenter Kohout in Prietitz hat sich die Landschaft  verändert. Dazu gehört ein Besucherzentrum, das jetzt Richtfest feierte.

Jörg Kohout ist ein Macher. Der 48-jährige Prietitzer hat „Sachsens exotischste Baumschule“ auf dem Schirm, wie er sagt. Mit seinem „Mammutgarten“ (die Marke ist längst geschützt) will er in der ersten Liga der Freizeit-Dorados der Region spielen. Der „Findlingspark in Nochten“, der „Saurierpark Kleinwelka“, der „Pücklerpark in Bad Muskau“ oder die „Kulturinsel Einsiedel“ – das sind seine erklärten Vorbilder. Dort fließt der Mainstream, da will er hin. „Ich habe einen touristischen Erlebnis- und Showgarten mit Attraktionen wie Rosengärten, Duftgärten, Kraterlandschaften oder Lern- und Erlebnispfade im Blick“, sagt er. Dafür hat er eine Fläche von sieben Hektar direkt gegenüber seines Gartencenters erworben. Sie hat sich bereits völlig verändert. Und das geht ja weiter! „Was wir heute pflanzen, werden erst unsere Kinder und Enkel in der Entfaltung sehen.“ Diese Maxime eines Garten- und Landschaftsbauers hat Jörg Kohout verinnerlicht. Auch beim Richtfest für das neue Büro- und Verwaltungsgebäude am Donnerstagnachmittag erinnerte er gern daran.

Mit einem mehrstöckigen Gebäude am Lerchenberg will man den stark gestiegenen Anforderungen und dem damit verbundenen Personal- und Logistikaufwand gerecht werden. Es wird den mehr als 40 Mitarbeitern der Firma Kohout’s Gartendesign GmbH & Co. KG zur Verfügung stehen, aber auch dem Publikum. Zum Beispiel beim Ticketverkauf oder bei der Touristenbetreuung. „Das Haus wird unser Besucher- und Informationszentrum sein“, sagt Kohout. Gegenüber, auf der Seite des Gartencenters an der Parkmauer, ist derweil eine „Kulturorangerie“ geplant, die eine wetterunabhängige Nutzung des Centers sichern soll. Das könne den typischen Umsatzeinbruch in der kälteren Jahreszeit vermeiden, heißt es. Und abwechslungsreiche Programme, die dort angeboten werden, würden sich gewiss herumsprechen „und das Wiederkommen positiv beeinflussen“, wie es etwas sperrig im Mammutgarten-Konzept anklingt. Der Baustart für die Orangerie ist noch im Herbst vorgesehen. Und beide Vorhaben sollen im nächsten Jahr fertiggestellt sein.

Die Projektideen können im Showgarten und auf dem Gelände näher inspiziert werden. Ein Café wird im Bestandsgewächshaus im heutigen Gartencenter eingerichtet, ein weiteres auf dem Besucherzentrum – dort sogar mit Dachgarten, der einen herrlichen Blick in Richtung untergehender Sonne ermöglichen wird. „Events und Gastronomie gehören längst zum Erlebnis-Gesamtpaket“, sagt Björn Teske, der bei Kohout unter anderem für das Marketing zuständig ist. Erfahrungen hat er – wie auch Kohout – in der Musikszene gemacht, wo beide auch als Produzenten tätig waren und sind. Das Know-how dieser Branche soll der Qualität von Veranstaltungen zugute kommen und überregionalen Tourismus ansprechen.

Die Naturerlebnisanlage „Mammutgarten“ wird parkähnlich aufgebaut. Das Luftbild verschafft einen ersten Eindruck. Themen-Landschaften im japanischen, französischen, italienischen oder englischen Gartenbaukunststil sind geplant und teilweise bereits angelegt. Schritt für Schritt sollen die Besucher mit den Stilen und Epochen der Vergangenheit und den heutigen Möglichkeiten konfrontiert werden, heißt es. Das Leitbild „Mammut“ bestimmt dabei die Leitpflanzen wie Zedern, Mammutbäume und andere urzeitlich wirkende Bäume.

Die Gäste des Richtfestes jedenfalls waren begeistert. Aloysius Mikwauschk (CDU-MdL): „Jürgen Kohout ist ein Mensch, der immer Zuversicht ausstrahlt. Und jetzt ist das Erlebniscenter bereits gut angewachsen.“ Übrigens auch dank der Aufbaubank, die das Millionenprojekt unterstützt. Und Elstras Bürgermeister Frank Wachholz sagte: „Die Stadt hält zur Firma Kohout, weil sie auf die ganze Region ausstrahlt.“

 

Von Frank Oehl

Foto: © Matthias Schumann

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