3rm8c2zmvzvbqdbvw981cx9ilh83cbj5.jpg

Ein neues Kraftwerk für Bautzen

10.09.2020
Die Anlage entsteht neben dem Energiezentrum der Energie- und Wasserwerke. Sie erzeugt Wärme und Strom – und entlastet die Umwelt.

Von Anne Semlin

Bautzen. Bautzen bekommt ein neues Blockheizkraftwerk. Die Enso Energie Sachsen Ost AG errichtet die Anlage auf dem Gelände der Energie- und Wasserwerke Bautzen - direkt neben dem Energiezentrum der EWB in der Müntzerstraße. Das Kraftwerk kostet zehn Millionen Euro und soll für eine umweltfreundlichere Fernwärme-Versorgung in der Stadt sorgen. Frank Brinkmann, Vorstand der Enso, freut sich über die Zusammenarbeit mit der EWB. „Dieses Projekt ist ein Signal für die Region und ein Schritt zur Erreichung der Klimaziele“, betont er.

Ein Blockheizkraftwerk hat Bautzen schon. Durch die neue Anlage soll die Energieeffizienz erhöht und CO2 eingespart werden. Bauleiter Jens Schaller erklärt die Funktionsweise und Vorteile des Blockheizkraftwerkes: Die Anlagen erzeugen nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Wärme und Strom. Für die Erzeugung von Strom wird Erdgas verbrannt. Die dabei entstehende Wärme kann fast vollständig als Fernwärme genutzt werden. Dadurch wird das Erdgas als Brennstoff besonders effizient verwendet. „Die beiden Anlagen erzeugen Strom und Wärme genau dann, wenn sie gebraucht werden und sorgen für eine optimale Energieerzeugung“, sagt Schaller. Und auch die Auflagen für Abgaswerte werden eingehalten.

Wärme für 2.500 Häuser

Der erzeugte Strom des neuen Kraftwerks wird ins Enso-Netz eingespeist, die Wärme fließt in das Bautzener Fernwärmenetz. So können etwa 10.000 Haushalte mit Strom und 2.500 Häuser mit Wärme versorgt werden. Andrea Ohm, Geschäftsführung der EWB, betont: „Die Preise ändern sich durch den Neubau nicht.“ Zurzeit kann die EWB etwa die Hälfte des Wärmebedarfes mit einem schon vorhandenen Blockheizkraftwerk decken. Wenn in den Wintermonaten mehr Wärme benötigt wird, kommt diese bisher aus Gaskesseln. Die funktionieren auch mit Erdgas, sind aber weniger energieeffizient.

Mit dem neuen Blockheizkraftwerk erhöht sich der Anteil aus Kraft-Wärme-Kopplung erzeugter Energie auf 80 Prozent. Die Gaskessel sollen dann nur noch an extrem kalten Tagen zum Einsatz kommen. Dadurch können 4.100 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Besonders kommt dies Bauherren und Eigentümern entgegen. Sie sind durch das Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich verpflichtet, einen Anteil der Wärme für ihre Immobilie aus erneuerbaren Energien oder aus Anlagen zu decken, die mit dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten.

Inbetriebnahme im nächsten Sommer

Im Dezember werden die beiden Anlagen für das neue Blockheizkraftwerk geliefert, im Sommer 2021 soll es dann in Betrieb gehen. Überwacht wird das Kraftwerk von Dresden-Reick aus.

Die Enso betreibt in etlichen Städten und Gemeinden moderne Anlagen zur Wärmeerzeugung – meist in Verbindung mit einer Stromproduktion in Blockheizkraftwerken. Standorte sind zum Beispiel Kirschau, Radeberg, Königswartha und Altenberg.

Zur Newsletter-Anmeldung

Bestellen Sie jetzt den kostenlosen E-Mail-Newsletter WIRTSCHAFT in Sachsen und erhalten Sie ab sofort 1x die Woche aktuelle Neuigkeiten aus dem sächsischen und dem nationalen Wirtschaftsgeschehen.

Newsletter bestellen

Weitere Artikel

Großinvestition bei Radeberger trotz Corona

Großinvestition bei Radeberger trotz Corona

Die Radeberger Brauerei nimmt eine neue Abfüllanlage in Betrieb. Die passt geradeso in eine Halle. Was das Besondere an der Anlage ist.

Der vernetzte Weinberg

Der vernetzte Weinberg

Forscher zeigen im Weingut Schloss Proschwitz, wie Sachsens Landwirtschaft durch Mobilfunk, virtuelle Realität und Drohnen revolutioniert werden könnte.

Wirtschaft klagt übers Görlitzer Rathaus

Wirtschaft klagt übers Görlitzer Rathaus

Mehr als ein Jahr nach der Wahl ist die Zufriedenheit mit OB Octavian Ursu hoch. Doch jetzt gibt es erstmals auch Kritik.

Dresdner Händler kritisieren Prager Straße

Dresdner Händler kritisieren Prager Straße

Aufdringliche Buden, viel Werbung: Die Einkaufsmeile sehe "verramscht" aus. Wie die Stadt das ändern will und was Händler und Gastronomen fordern.