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Eine Uhr zur Deutschen Einheit

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 21.01.2020
Die Glashütter Uhrenfirma Mühle ist 30 Jahre nach dem Mauerfall eine ungewöhnliche Kooperation eingegangen.

Gut 30 Jahre nach dem Mauerfall kommt es in der deutschen Uhrenindustrie zu einer ungewöhnlichen Allianz. 

Der Glashütter Hersteller Mühle wird in diesem Jahr zusammen mit der Firma Meister-Singer aus dem westfälischen Münster ein zweiteiliges Set vorstellen. Anlass für diese Ost-West-Kooperation ist die deutsche Wiedervereinigung, die sich im Oktober zum 30. Mal jährt. Für beide Uhrenfirmen ist die Art der Zusammenarbeit ein Novum. Zwar habe man schon mit anderen Firmen kooperiert und mit diesen dann auch Uhren entwickelt  - wie zum Beispiel mit BMW, sagt Mühle-Sprecher Holger Hillenbrand. Doch mit einem anderen Uhrenhersteller habe man das noch nie getan. Ähnlich ist es bei Meister-Singer, so deren Sprecher Stefan Loges. Sein Unternehmen habe  unter anderem schon mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Wochenzeitung "Die Zeit" Zeitmesser entwickelt.

Meister-Singer und Mühle haben viele Gemeinsamkeiten

Es ist kein Geheimnis, wie es zu dieser ungewöhnlichen Ost-West-Beziehung gekommen ist. Beide Unternehmen sind inhabergeführt und besuchen zum Teil die gleichen Messen. "Bei der letzten Baselworld standen unsere Stände nebeneinander", erinnert sich Hillenbrand. Zudem beliefere man zum Teil die gleichen Juweliere und Uhrenhändler. Das hatte zur Folge, dass sich die Chefs beider Unternehmen immer wieder mal über den Weg liefen. Sie kamen ins Gespräch und fanden sich sympathisch. Ähnlich erging es den Mitarbeitern, sagt Hillenbrand. Bei diesen Gesprächen entstand die Idee, eine Sonderedition zur Deutschen Einheit herauszugeben. 

Es wurde ein Team gebildet, das dieses Uhrenset entwickeln sollte. Die Grundlage dafür sei gut gewesen, so Hillenbrand. Denn beide Firmen verfolgen eine sachliche Formensprache. "Unsere Firmen haben Zeitmesser entwickelt, die längst als Design-Klassiker gelten", sagt Hillenbrand. Die Arbeiten für das Set kommen indes gut voran. Im Sommer soll es präsentiert werden. Dieses Set, das aus einer Mühle- und einer Meister-Singer-Uhr bestehen wird, die im Design und im Material aufeinander abgestimmt sind, ist auf 30 Exemplare limitiert. Es wird bei den Juwelieren erhältlich sein, die beide Marken bereits jetzt führen.

Außerdem steuert jeder Hersteller noch 60 Zeitmesser zur Einheitsedition bei, die etwas anders gestaltet und auch einzeln bei den Partnerjuwelieren erhältlich sind. "Allen Zeitmessern gemeinsam ist wiederum ein einheitlicher Automatik-Rotor", so Hillenbrand. Dieser dokumentiert die deutsch-deutsche Zusammenarbeit ganz ausdrücklich und soll ein Symbol dafür sein, dass es bei aller Verschiedenheit eine tiefere innere Einheit zwischen Ost und West gibt - so auch zwischen Mühle-Glashütte in Sachsen und Meister-Singer in Nordrhein-Westfalen.

 

Von Maik Brückner

Foto: © Mühle Glashütte

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