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Eisheilige machen Erdbeeren zu schaffen

14.05.2020
Die Obst- und Weinbauern kämpfen mit den verschiedensten Methoden gegen die niedrigen Temperaturen. Wie erfolgreich, bleibt abzuwarten.

Großenhain. Es war eine unerwünschte Punktlandung. Gewissermaßen auf den Tag genau rückten in diesem Jahr die Eisheiligen an und zeigten, was sie so in Sachen Kälte, Niederschlag und teilweise heftigen Stürmen zu bieten haben. Hatte sich Mamertus bereits am Montag mit kräftigem Regen und starkem Wind ausgetobt, machte Pankratius in der Nacht zum Dienstag seinem Namen alle Ehre. Temperaturen bis unter den Gefrierpunkt zerrten mächtig an den Nerven der Obst- und Weinbauern. "Durch den Wetterbericht waren wir ja bereits darauf vorbereitet! Aber das es tatsächlich so heftig werden würde, hätten wir nicht erwartet", bekennt Elizabeth Schöne. 

Wie die studierte Gartenbauerin betont, ist es nicht die erste Zitterpartie, die man auf dem Ponickauer Hof durchleben muss. Erst im vergangenen Jahr habe der April ein paar unruhige Nächte beschert, weil der Frost drohte, in die Erdbeeren und Heidelbeeren zu fahren. Der gravierende Unterschied bestehe jedoch im Zeitpunkt. Zu weit sei in diesem Mai schon die Vegetation mit Blüte und Wachstum vorangeschritten. Bereits in zwei Wochen soll die Ernte der knallroten Früchtchen auf den insgesamt sechs Hektar großen Feldern zwischen Ponickau, Reichenberg und Lockwitz beginnen. 

Damit die vor Kraft und Gesundheit strotzenden Beeren keinen Schaden erleiden, seien sie vorsorglich am Montag mit Vlies abgedeckt worden. Ob die Pflanzen dadurch vor den gut zwei Grad minus umfassend geschützt worden sind, konnte schon am Dienstagmittag begutachtet werden - tatsächlich sind leider ein paar Blüten erfroren.  "Nach all der Arbeit, die man seit Monaten in die Aufzucht gesteckt hat, ist ein solcher Frostschaden natürlich sehr bitter", sagt Elizabeth Schöne. 

Mühe, die erst recht den saftigen Beeren in den sogenannten Minitunneln galt. Auf einem Hektar wurden sie seit Februar vorgetrieben und wandern seit Ende April ins Körbchen - mit 4,95 Euro für 500 Gramm zugegebenermaßen gegenwärtig noch eine kostbare Leckerei. "Das ist im wahrsten Sinne des Wortes jedoch der Preis dafür, will man um diese Zeit deutsche Früchte essen", erklärt Elizabeth Schöne.

Und immerhin: Der Aufwand zum Vortreiben wäre nicht eben gering. Die einjährigen Pflanzen der Sorte "Clery" würden statt in Erde ganz bewusst in einer nährstoffreichen Substrat-Rinne herangezogen. Durch einen Schlauch gut bewässert, bekämen sie auf diese Weise auch den notwendigen Dünger zugeführt.

Je nach vorhergesagter Temperatur, würden die Zöglinge auf- und wieder zugedeckt. Eine aufwendige Prozedur, um sicherzustellen, dass die begehrten Beeren nicht schwitzen. "Sobald die Sonne kräftig drauf scheint und sich eine drückende Wärme unter den Tunneln bildet, drohen die Früchte zu schimmeln", verrät Elizabeth Schöne. Das komplette Gegenprogramm zu den vergangenen Nächten also. Was praktisch bedeutet: Den Wetterbericht sollten Obstbauern - wie jene Erfahrenen in Ponickau -immer im Blick haben.   

Von Catharina Karlshaus

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