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Elbschifffahrt braucht langen Atem

Landkreis Meißen 11.02.2019
Riesa ist einer der wichtigsten Häfen für die Binnenschifffahrt. Was den Wasserstand auf dem Fluss angeht, ist Geduld gefragt.

Zum wiederholten Mal in Folge wurde im Containerhafen Riesa ein Rekord-Umschlagergebnis erzielt. Und ebenfalls zum wiederholten Mal war die Schifffahrt daran zu nur einem sehr geringen Teil beteiligt. Weil der Wasserstand 2018 wie 2017 monatelang kein Frachtschiff ablegen ließ, ging der Großteil der Güter per Schiene und Lkw auf die Reise. Das Problem gibt es seit vier Jahren, sagt Klaus Kautz, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Dresden. "Extreme Niedrigwasserperioden gab es auf der Elbe aber schon öfter." Nach jahrelangem Stillstand am Fluss setzen die Flussanlieger nun auf das sogenannte Gesamtkonzept Elbe, auf das sich die Politik zuletzt geeinigt hatte. Das berücksichtige nicht nur die Interessen der Schifffahrt, sondern auch die des Umweltschutzes und der Hochwasser-Vorsorge. Das Gesamtkonzept sei auf etliche Jahrzehnte hin angelegt. Nun wird ein erstes großes Pilotprojekt in diesem Zusammenhang geplant: Bei Klöden, rund 30 Kilometer flussabwärts von Torgau, soll eine 30 Millionen Euro teure Maßnahme umgesetzt werden. "Wir planen für 2020 das Planfeststellungsverfahren, danach folgt die Ausschreibung", sagt Klaus Kautz. Durch die Arbeiten an Ufer und Fahrrinne würde die Schifffahrt profitieren, aber durch bessere Abflussbedingungen auch der Hochwasserschutz. Auch an den Naturschutz werde gedacht. "Dabei sollen bislang abgeschnittene Altarme wieder angebunden werden", so Kautz.

Insgesamt sei der Ausbau am Fluss ein langwieriger Prozess, der sich über viele Jahrzehnte hinziehen werde. Konkrete Verbesserungen für die Schiffbarkeit seien erst in etwa zehn Jahren zu erwarten - und auch dann erst einmal nur punktuell. Laut Kautz wären die aufwendigen Unterhaltungsmaßnahmen selbst dann nötig, wenn gar kein Schiff auf der Elbe fahren würde. Schon allein für den Hochwasserschutz sei es nötig, mancherorts zu baggern und Ablagerungen zu verhindern. "Sonst sucht sich das Hochwasser woanders seinen Weg." Außerdem müssen zahlreiche Einlaufbauwerke am Fluss unterhalten werden.

 

Von Christoph Scharf

Foto:  © Sebastian Schultz

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