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Fenster rollen automatisch durchs Werk

Landkreis Mittelsachsen 13.02.2019
Die Firma Trefz im Mockritzer Gewerbegebiet investiert in eine neue Fertigungslinie 900.000 Euro. Das bringt auch Vorteile für die Mitarbeiter.

Noch müssen die Karren mit den Fensterrahmen und -flügeln mit der Hand von einem Arbeitsplatz zum anderen gezogen werden. Doch in zwei Wochen sieht es in der Kunststofffensterproduktion der Firma Trefz ganz anders aus. 

Die Maschinen aus dem Jahr 2004 werden ab Donnerstag komplett ausgebaut und verkauft. „Der neue Maschinenpark arbeitet dann vollautomatisch. Zum einen erleichtert das die Arbeit der Mitarbeiter und zum anderen können wir die Zahl der produzierten Fenster und Flügel erheblich erhöhen“, sagte Betriebsleiter Rolf Weber. Bisher liefen in acht Stunden 130 Teile über die Schweiß- und Putzlinie. Künftig sei es möglich, in der gleichen Zeit 250 Teile zu bearbeiten.

Auf der Schweiß-Putzlinie werden die losen Rahmenteile aus Kunststoff zuerst zusammengeschweißt, sodass ein Rahmen daraus wird. Die sogenannte Schweißraupe, die beim Schweißen entsteht und wie eine Wulst aussieht, wird danach mit einen Zwei-Kopfputzer abgefräst. „Bisher brachten die Mitarbeiter die Rahmen oder Flügel dann an den nächsten Arbeitsplatz oder in den Puffer, einem Zwischenlagerplatz. Das ist bei der automatischen Anlage nicht mehr nötig“, so Rolf Weber.

Der Weg der Rahmen geht dann weiter über den sogenannten Rahmenanschlagplatz. „Hier werden zum Beispiel Bauanschlussprofile angebracht“, so der Betriebsleiter. Die Fensterflügel erhalten am Anschlagplatz die erforderlichen Beschläge. Anschließend gibt es eine kleine Hochzeit.

Denn dann werden die Flügel in die Rahmen eingehangen. Anschließend werden die Flügel verglast. Zu etwa 95 Prozent wird dreifaches Isoglas eingebaut und wenn es gewünscht wird, bekommt das Fenster auch noch einen Rollladen montiert. „Künftig wird der Einbau von Verbundsicherheitsgläsern ein Thema“, sagte Weber.

Das Unternehmen investiert etwa 900 000 Euro in die neue Anlage. Es will damit leistungsstärker werden. „Wir haben jede Menge Aufträge“, sagte der Betriebsleiter. Zum anderen geht es auch um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter. Denn die sind dem Unternehmen wichtig. 

Es sei sehr schwer, gute Mitarbeiter zu finden., so Weber. Er habe fünf polnische Monteure eingestellt, weil er niemanden aus der Region gefunden hat, der diese Arbeit übernehmen wollte. Schwierig sei es auch, Lehrlinge zu gewinnen. Zurzeit hat das Werk zwei Auszubildende.

Während ein Teil der Belegschaft in den nächsten zwei Wochen Betriebsferien hat, unterstützt ein Teil der Mitarbeiter den Aus- und Aufbau der Maschinen. Nachdem die Halle ausgeräumt ist, werden die bisherigen Elektroleitungen zurückgebaut, um anschließend die technischen Voraussetzungen für die neuen Maschinen zu schaffen. „Das übernehmen Firmen aus der Region“, sagte Weber. 

Am Montag rollen dann drei Laster mit den neuen Maschinen an. Die sollen in eineinhalb Woche stehen. Denn anschließend muss noch die EDV angepasst werden, damit die Maschinen automatisch laufen. 

Im Ergebnis entsteht eine papierlose Fertigung. „Bisher wurden die Zeichnungen mit den Maßen für die Fenster ausgedruckt und lagen am Arbeitsplatz vor. Nun gibt es überall Bildschirme mit den entsprechenden Daten. Ist ein Element fertig, werden Daten eingescannt. So ist immer sichtbar, wo sich das Teil gerade befindet“, erklärte Rolf Weber.

Bereits 2017 wurde eine weitere fast 1 300 Quadratmeter große Halle eingeweiht. In dieser werden Hebeschiebetüren gebaut. Das Unternehmen mit seinem Stammsitz in Wüstenrot-Weihenbronn investierte eine Million Euro. Notwendig war der Hallenanbau, weil mehr Platz benötigt wurde. 

„Die Nachfrage an Hebeschiebetüren ist gestiegen. Um dieser nachzukommen, benötigen wir eine neue Fertigungslinie“, so Betriebsleiter Rolf Weber. Schon vorher wurden im Werk Hebeschiebetüren gebaut. Doch das sind noch Sonderanfertigungen. „Werden Wohnungen oder Eigenheime gebaut, dann kommen für den Terrasseneingang die Hebeschiebetüren zum Einsatz. 

Überhaupt wird immer mehr Glas verbaut, damit mehr Licht in die Wohnräume kommt“, so Weber. Das Unternehmen im Mockritzer Gewerbegebiet ist eigenständig. Inhaber sind Volker und Markus Trefz. Das Hauptwerk befindet sind in Wüstenrot-Weihenbronn. Bei Trefz überwiegt das Objektgeschäft. 

Hauptsächlich arbeitet die Firma für Bauträger. Diese würden Aufträge in den Größenordnungen zwischen 80 bis 500 Fenstern ordern. Die meisten seien für Großbaustellen im süddeutschen Raum und Österreich bestimmt, so der Werkleiter. 

Etwa 90 Prozent der Produktion gehen nach Baden Württemberg, wegen der besseren Preise und gewachsener Geschäftsverbindungen. Im Jahr verlassen etwa 24 000 Fenster und bis zu 300 Türen das Unternehmen.

 

Von Sylvia Jentzsch

Foto: © Dietmar Thomas

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