wein.jpg

Feuer im nächtlichen Weinberg

Landkreis Meißen 11.04.2019
Wackerbarth-Winzer schützen vergangene Nacht junge Reben in Weinböhla mit Frostkerzen gegen Minusgrade.

260 Frostkerzen verbreiten in den frühen Morgenstunden des Donnerstags weithin sichtbares Licht auf dem Weinberg von Schloss Wackerbarth an der Köhlerstraße in Weinböhla. Die Kerzen sollen 3 300 jungen Muscaris-Reben, erst im vergangenen Jahr gepflanzt, vor Frostschäden bewahren. Die kleinen Feuer aus der sächsischen Ebersbacher Kerzenfabrik GmbH können die Temperatur im Weinberg um vier bis fünf Grad erhöhen. Angesichts der Prognose von Werten um den Gefrierpunkt bitter nötig.

Die Winzer von Schloss Wackerbarth haben Vorsorge getroffen, sind zu dritt in Weinböhla im Einsatz und starten drei Uhr mit dem Anzünden der 260 Wärmequellen. Anderthalb Stunden später brennen alle Kerzen, Winzer Alexander Thau ist zufrieden. Zeigt sein Thermometer draußen vorm Weinfeld minus ein Grad, sind es zwischen den Rebstöcken drei Grad plus

Wenn nach Sonnenaufgang außerhalb zuverlässig ein bis zwei Grad herrschen, sollen die Feuer gelöscht werden, damit sie in den kommenden Nächten bis Sonnabend wieder entzündet werden können, denn dann ist erneut Frost angekündigt.

Auch auf anderen Rebflächen waren die Wackerbarth-Winzer vergangene Nacht im Einsatz. In Diesbar-Seußlitz an der Heinrichsburg wurden zwischen 12 500 Bacchus-Reben sowie 11 000 Müller-Thurgau-Rebstöcke, 2016 und 2015 gepflanzt, Rauchfeuer entfacht. Weil sich die Junganlagen bereits im sogenannten Wolle-Stadium befinden, mit beginnendem Knospenausbruch, ist dieser Einsatz notwendig, sagt Wackerbarth-Pressesprecher Martin Junge. Sonst könnten die Knospen durch die plötzliche Kälte braun werden und abfallen oder sogar die Rebstöcke an sich geschädigt werden.

 

Von Ines Luft  

Foto: © Norbert Millauer

Weitere Artikel

Die Reparaturprofis

Die Reparaturprofis

Ein Radebeuler Start-up zeigt Laien, wie sie streikende Haushaltsgeräte wieder in Gang kriegen. Dazu liefert es Ersatzteile und Reparaturvideos.

Landkreis Meißen
Menschenkette gegen Tagebau

Menschenkette gegen Tagebau

Am Sonntag protestieren Polen, Tschechen und Deutsche gegen die Erweiterung des Braunkohleabbaus in Turow.

Landkreis Görlitz
Baden in Turower Ostsee ab 2080

Baden in Turower Ostsee ab 2080

Der polnische Tagbau nahe Zittau soll bis 2044 wachsen - mit Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.

Landkreis Görlitz
Fusion zur Großbank gescheitert

Fusion zur Großbank gescheitert

Am Ende überwogen doch die Bedenken: Aus der großen Banken-Hochzeit wird nichts - aller Werbung aus der Politik zum Trotz.