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Frauenkirche-Planer verabschiedet sich

Dresden 13.03.2020
Ulrich Schönfeld ist über viele Jahre für die Planung einiger der bekanntesten Bauwerke Dresdens zuständig gewesen. Jetzt hat er andere Pläne.

Was macht jemand, für den der Arbeitstag in den vergangenen Jahrzehnten kaum ein Ende fand, wenn er in den Ruhestand geht? Ulrich Schönfeld (im Bild r.) will das jetzt ausprobieren. Vor 20 Jahren wurde der Architekt Gründungsaktionär der Ipro Dresden AG. In der Geschäftsleitung ist er für Architektur und Hochbau zuständig. Doch nun soll am 12. März im Schiller-Garten nicht nur das Firmenjubiläum gefeiert werden, sondern auch der Abschied von Ulrich Schönfeld. Kürzlich hatte er seinen 65. Geburtstag.

Schönfeld wirkt sehr ruhig und besonnen, drängt sich ungern in den Mittelpunkt. Doch ohne seine Arbeit und seine Führung würde die Ipro Dresden nicht so erfolgreich dastehen. Schönfeld war Chefplaner beim Wiederaufbau der Frauenkirche. Nach einem Auswahlverfahren hatte die Stiftung Frauenkirche 1992 die Planungsgesellschaft mit dem historisch getreuen Wiederaufbau der zerstörten Kirche beauftragt.

Bis zu 50 Architekten, Ingenieure und Konstrukteure gehörten damals zum Team von Schönfeld, 30 bis 40 Firmen waren beteiligt. „Mit Ausnahme von einigen Entwurfszeichnungen und Aufmaßplänen war so gut wie nichts erhalten geblieben. Die Kirche in ihrer Gesamtheit: Die Geometrie, Bauphysik, Statik, die Farbe und Stimmung der Frauenkirche mussten völlig neu entdeckt werden“, erinnert sich Schönfeld. Als Informationsquelle diente der Trümmerberg mit seinen Ruinenteilen. Bummelt er heute über den Neumarkt, dann hat er das Gefühl, die Frauenkirche stände schon immer hier.

Parallel zur Frauenkirche arbeitete die Ipro auch am Wiederaufbau des Hotels de Saxe. Im April 2005 öffnete es seine Türen für die ersten Gäste. Berndt Dietze, Geschäftsführer der Baywobau Dresden, gehörte zu seinen Auftraggebern. „Architekt Uli Schönfeld war für die Baywobau und beim Wiederentstehen eines historischen und modernen Neumarkts ein absoluter Glücksfall“, so Dietze. Er und Schönfeld arbeiteten neben dem Hotel de Saxe auch am „Juwel an der Frauenkirche“ und dem Schlosshotel zusammen.

Vom Dresdner Neumarkt wagte Schönfeld nach seinem Studium zwar nicht einmal zu träumen. Noch vor der Währungsunion arbeitete er aber für zwei Jahre am Neubau des Lufthansa-Centers in der chinesischen Hauptstadt Peking. Danach ging er zu Hochtief, bevor er 1994 die Leitung der Dresdner Niederlassung der Firma Bayerische Hausbau übernahm. In dieser Zeit entstand das Waldschlößchen-Areal. Doch mit dem Namen Schönfeld sind auch das Parkhaus in der Hauptstraße und das Kongresszentrum verbunden.

Ulrich Schönfeld will bis zum Sommer dem neuen Büro- und Geschäftsbereichsleiter Architektur und Hochbau der Ipro beratend zur Seite stehen und dann Bauherren beraten. Gleichzeitig freut er sich auf mehr Zeit mit seiner Frau sowie auf Urlaube und Ausflüge mit den beiden Enkelsöhnen.

 

Von Bettina Klemm

Foto: © Sven Ellger

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