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Freitals neuer Bierbrauer startet bescheiden

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 13.02.2019
Ein Getränkehändler in Freital will bald sein erstes eigenes Gebräu ausschenken – jedoch in kleinerem Umfang als geplant.

Was lange währt, wird endlich gut. Im Sinne von Alexander Frenzel müsste das Sprichwort umgewandelt werden in: Was lange gärt, wird endlich gut. Nach Jahren der Planung und einigen Rückschlägen werden die Brauer-Pläne des Freitaler Getränkehändlers, der seinen Laden in Niederhäslich hat, nun endlich konkret. Die ersten Tests sind angelaufen. Die ersten Verkostungen des noch nicht ganz fertigen Produkts haben stattgefunden. „Das erste ist gelungen“, sagt Frenzel.

Wenn es nach dem Unternehmer, der auch für die Freien Wähler im Stadtrat sitzt, ginge, wäre er schon vor drei Jahren so weit gewesen. Denn die Idee, Bier selbst zu brauen und damit auch eine Freitaler Tradition wiederzubeleben, trägt der 35-Jährige schon lange mit sich herum.

Doch der Neubau für seinen Getränkehandel kam ihm zunächst in die Quere, denn das Vorhaben erwies sich als komplizierter als gedacht, dauerte länger und war letztlich auch kostspieliger. Statt den ursprünglich geplanten 180.000 Euro hat Frenzel nach eigener Aussage 250.000 Euro in den Neubau gesteckt. Das Problem: Die Räume, in denen ursprünglich der Getränkehandel eingerichtet war und die mit dem Umzug in den Neubau für die Brauerei genutzt werden sollten, wurden zunächst nicht frei. Außerdem hatte Frenzel erst einmal kein Geld, um auch noch in die Brauerei zu investieren. Die Priorität lag auf dem neuen Laden. Anschließend hatte er mit Personalnot zu kämpfen und musste selbst Liefertouren fahren. Fürs Bierbrauen war da keine Zeit.

Das hat sich jetzt geändert. In einem kleinen Kessel hat Frenzel das erste Bier angesetzt. Es muss noch nachgären und soll nächste Woche erstmals im kleinen, privaten Kreis ausgeschenkt werden. Zwei Biersorten will er herstellen: ein Rotbier und ein Pilsner. Das Wissen über die Braukunst hat sich Frenzel angelesen. Außerdem fand er Unterstützung bei Christian Schwingenheuer, der in der Dresdner Neustadt schon seit mehreren Jahren die Neustädter Hausbrauerei betreibt. Frenzel ließ sich die Technik vor Ort erklären und machte einen Brau-Kurs bei dem Dresdner.

Doch im Unterschied zu Schwingenheuer und zu den ursprünglichen Plänen will Frenzel mit seiner Brauerei auf Flaschenverkauf verzichten. „Das ist zu aufwendig.“ Er habe sich zwar eine Flaschenwaschmaschine gekauft. Aber die Etiketten müssten per Hand abgelöst werden. „Das ist nicht realisierbar.“

Stattdessen will Frenzel sein selbstgebrautes Bier zunächst in der eigenen Gaststube anbieten – entweder im regulären Ausschank oder zu speziellen Bierverkostungsabenden. Darüber hinaus soll das Bier in großen, zwei bis drei Liter fassenden, Siphons verkauft werden. Frenzel könnte sich außerdem vorstellen, das Gebräu in Fässern zum Selbstzapfen anzubieten oder diese an Restaurants zu verkaufen. Wann genau es das erste selbstgebraute Bier zu kaufen gibt, will Frenzel nicht sagen. Nach den Verzögerungen zuletzt ist er vorsichtig geworden. „Wir werden sehen, wo die Reise hingeht.“

Es ist schon eine Weile her, dass in Freital professionell Bier gebraut wurde. Die Brauerei in Döhlen machte 1991 dicht. Geblieben ist nur die Sorte Schwarzer Steiger, die seit 1983 hier hergestellt und nach der Schließung der Brauerei von der Feldschlösschen AG weiter produziert wird.

 

Von Tobias Winzer

Foto: ©  Karl-Ludwig Oberthür
Von Tobias Winzer

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