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Führungswechsel zum Geburtstag

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 10.10.2018
Das Ehepaar Laube eröffnete vor zehn Jahren das Café Positano in Freital. Nun treten sie ein wenig kürzer.

Freital. Wer am 10. Oktober ins Positano geht, muss sich beeilen, denn ab 11 Uhr macht das Freitaler Caféhaus an der Wilsdruffer Straße ausnahmsweise schon vor der Zeit die Schotten dicht. Aus gutem Grund. Der Chef hat zu Ehren des zehnten Geburtstages der beliebten Einkehr und als Dank an die Belegschaft einen Betriebsausflug angeordnet.

Apropos Chef. Der Titel ist nicht mehr ganz korrekt. Positano-Gründer und Bäckermeister Ulrich Laube hat sich Anfang Juli dieses Jahres etwas zurückgezogen – mit 65 kann man sich das leisten. Er bleibt Grundstückseigentümer und er bleibt mit Gattin Elvira als Berater und Mann vom Fach dem Haus erhalten. Zur Freude und Beruhigung der eingesetzten Geschäftsführerin Ines Fels, die seit zwei Jahrzehnten als Mitstreiterin das Vertrauen der Familie Laube besitzt. Die 48-jährige Tharandterin unterstreicht: „Unser Personal ist sich einig: Alles soll und wird bei alter Qualität bleiben. Einen Abrutscher lässt unser Ehrgeiz nicht zu.“

Das Positano ist nicht das erste Glanzlicht in Ulrich Laubes beruflicher Laufbahn. Als Spross einer Oelsnitzer Bäckerfamilie absolviert er 1975 die Meisterprüfung und kommt anschließend nach Freital, wo er in der Coschützer Straße und später in Hainsberg eine Bäckerei führt. Und er bedient noch eine zweite Schiene. Er eröffnet peu á peu in Freital und Umgebung 17 Filialen. Ein Schritt, der echte Managerqualitäten erfordert. Vor lauter Disponieren und immer auf dem Sprung sein, bleibt dem Meister kaum noch Zeit, selbst Brot und Brötchen zu backen.

Inspiration im Italien-Urlaub

Es kommt der Tag, wo er sich so geschlaucht fühlt, dass er sich 2002 – nicht leichten Herzens – von seinem aufgebauten Imperium trennt. Der Meister legt eine Pause ein, die nicht endlos sein wird. Während eines Urlaubs in Positano, nahe Neapel, lässt sich das Ehepaar vom Zauber des malerischen Städtchens an der Almafi-Küste zu neuen Taten inspirieren. Man denkt an ein Café mit einigen Besonderheiten irgendwo in Freital. Ein Standort ist bald gefunden. Laube erwirbt eine Wiesenfläche am Rande der Wilsdruffer Straße im Bereich Zauckerode. Ab März 2008 verwandelt sich das Terrain in eine Baustelle. Der Aufwand ist beträchtlich. Vollbepackte Laster liefern 236 Mal Baumaterial und Bruchsteine an. Während der Bauphase werden oft genug Bedenken geäußert, die nicht immer sachlich sind. Die Lage der Neuheit sei nicht günstig und für viele Einwohner schwer erreichbar, heißt es damals. Überdies seien die Freitaler keine ausgesprochenen Caféhausgänger, wird geunkt. Kritische Stimmen, die längst verstummt sind.

Am 10. Oktober 2008 begrüßt das Ehepaar die ersten Gäste im größten und modernsten Café der Stadt am Windberg. Kaffeestube, Lounge, Wintergarten, Terrasse, Gartenzone fügen sich zu einem harmonischen Ganzen. Ein Haus mit 130 Plätzen. Erstmals wird in unseren Breitengraden Drive In angeboten. Zu deutsch etwa übersetzt mit Fensterln auf bequeme Art. Man rollt mit fahrbarem Untersatz bis zum Thekenfenster und braucht nicht auszusteigen, um bedient zu werden.

Die länglich verlaufende inzwischen erweiterte Thekenfront beherbergt diverse Backwaren, die ausnahmslos im Haus gefertigt werden. Bis zu 50 verschiedene Tortenarten zaubern Manja Bellmann und Stephanie Goy sowie Jaqueline Groß und Sarah Güttler, Vertreterinnen der Super-lecker- Branche. Täglich von 6 bis 18 Uhr bewährt sich das Team der Serviererinnen, das selbst bei Eintreffen von Reisegruppen nicht die Nerven verliert. Frühstück ist längst in Mode, für den Mittagstisch steht ein kleines Angebot parat, Kaffeezeit ist zwölf Stunden lang aktuell. Das tägliche gastronomische Geschehen vollzieht sich mit vor gemalten und fotografierten Positano-Motiven. Ein stilvolles Umfeld. Von Anfang an ist das Café für viele unentbehrlich geworden.

 

Von Heinz Fiedler

Bildquelle: Egbert Kamprath

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