xa19pjqzt60w1sqlt01zb4ykdxz47xn3.jpg

Glashütter Uhrenschau digital

16.04.2021
Zwei Manufakturen aus dem Müglitztal beteiligten sich an Europas größter Uhrenmesse. Obwohl fast alles übers Internet lief, war der Aufwand immens.

Von Maik Brückner

Kein Messestand, kein Bummel durch die Hallen. In diesem Jahr war viele Uhrenfans einiges anders. Die wichtigste Branchenmesse Europas, die Watches & Wonders, fand wegen der Corona-Pandemie digital statt. Unter den 38 Teilnehmern waren zwei aus Glashütte dabei, die Lange Uhren GmbH und die Manufaktur Nomos Glashütte.

In beiden Firmen hat man sich bereits seit Monaten darauf vorbereitet. Denn egal ob analog oder digital, Uhrenmessen sind wichtig, um neue Produkte auf den Markt zu bringen. Hier treffen die Hersteller auf Journalisten, die die Produkte bekannt machen sollen, und Fachhändler, die sie verkaufen sollen

Nomos-Uhr 1: Die Tangente Neomatik 41 Update Nachtblau kostet 3.200  Euro.

Nomos-Uhr 1: Die Tangente Neomatik 41 Update Nachtblau kostet 3.200  Euro. © Nomos Glashütte


 
Nomos-Uhr 2: Das Modell Metro Neomatik 41 Update kostet 3.500 Euro.
Nomos-Uhr 2: Das Modell Metro Neomatik 41 Update kostet 3.500 Euro. © Nomos Glashütte
Nomos-Uhr 3: Das Modell Club Campus gibt es in neuen Varianten. Diese kosten 1.100 Euro bzw. 1.200 Euro.
Nomos-Uhr 3: Das Modell Club Campus gibt es in neuen Varianten. Diese kosten 1.100 Euro bzw. 1.200 Euro. © Nomos Glashütte
 
 
Nomos-Uhr 4: Das Modell Tangente 38 – 50 Ans De Médecins sans Frontieres kostet 1.620 Euro.
Nomos-Uhr 4: Das Modell Tangente 38 – 50 Ans De Médecins sans Frontieres kostet 1.620 Euro. © Nomos Glashütte

Für Nomos Glashütte war diese Messe in zweifacher Hinsicht etwas Besonderes. Zum einen ist es das erste Mal, dass das Unternehmen an der Watches and Wonders teilnahm. Und dann war es die erste Messe, die im Netz stattfand.

Geschäftsführer Uwe Ahrendt nahm es als Herausforderung. Er freute sich, seine Neuheiten einem großen und wichtigen Publikum digital vorstellen zu können. Digital sei durchaus auch gut: „Online-Messen werden auch in Zukunft unsere Arbeit mindestens ergänzen; umweltfreundlich und weltweit erreichbar. Als Hersteller mechanischer Armbanduhren begrüßen wir mehr Digitalisierung hier sehr", so Ahrendt.

Nomos präsentiert sieben neue Modelle

Nomos präsentierte sieben neue Modelle beziehungsweise Varianten, wovon zwei mit Videos beworben wurden. Um die neuen Produkte bekannt zu machen, setzte Nomos fünf Mitarbeiter aus der Presseabteilung und zehn aus dem Verkauf vor die Bildschirme. Das Presseteam um Florian Langenbucher hatte gut zu tun, es führte in den letzten Tagen knapp 75 Gespräche. Klingt viel. Im Vergleich zur Uhrenmesse Basel, über viele Jahre die Adresse für Uhrenfirmen, ist das aber wenig. Dort hatte sein Team gut 300 Termine zu bewältigen.

Und obwohl Nomos bemüht war, die Gespräche so angenehm wie möglich zu gestalten – ein Besuch am Messestand ist selbst im gutausgeleuchteten Studio mit Hightech-Kamera und professionell gestalteten Videoclips nicht zu ersetzen. Meint Langenbucher. Zwar könne man auch via Computer Smalltalk betreiben, doch gelöster sei es Aug in Aug in den gemütlichen Sesseln, die Nomos gern von Glashütte und Berlin nach Genf gebracht hätte. Dennoch: Die Verkäufer sind zufrieden, sagt Langenbucher. Viele Fachhändler haben schon die neuen Uhren bestellt.

Lange stelle drei neue Uhren vor

Auch für Lange war diese Messe wichtig. Drei neue Uhren wurden einer größeren Öffentlichkeit digital vorgestellt. Um alles perfekt zu organisieren, hat das Unternehmen seit Ende 2020 mit Hochdruck an der Entwicklung einer eigenen Plattform gearbeitet. Denn seit diesem Zeitpunkt war klar, dass die Messe in Genf digital stattfinden wird. "Die Entwicklung unserer neu vorgestellten Uhren hat natürlich schon vor mehreren Jahren begonnen", sagt Unternehmenssprecher Arnd Einhorn.

Lange-Modell 1: Die Kleine Lange 1 Mondphase. Das Modell kostet 42.800 Euro, mit Brillantlünette 53.900 Euro.
Lange-Modell 1: Die Kleine Lange 1 Mondphase. Das Modell kostet 42.800 Euro, mit Brillantlünette 53.900 Euro. © Lange Uhren
Lange-Modell 2: Die Lange 1 Ewiger Kalender in Rotgold. Diese Uhr kostet 98.000 Euro, die limitierte Version in Weißgold mit Rotgold-Zifferblatt 109.000 Euro.
Lange-Modell 2: Die Lange 1 Ewiger Kalender in Rotgold. Diese Uhr kostet 98.000 Euro, die limitierte Version in Weißgold mit Rotgold-Zifferblatt 109.000 Euro. © Lange Uhren
Lange-Modell 3: Der Triple Split in Rotgold. Dieser Zeitmesser kostet 159.400 Euro.
Lange-Modell 3: Der Triple Split in Rotgold. Dieser Zeitmesser kostet 159.400 Euro. © Lange Uhr

Für die Messe war ein großes Team von Unternehmenssprechern, Vertriebsmitarbeitern und Marketingexperten im Einsatz. "Die direkte Betreuung unseres Live-Auftritts wurde von 15 Mitarbeitern übernommen", so Einhorn. Manche waren vor Ort, andere arbeiteten aus den Homeoffices. Dazu kamen zahlreiche externe Servicedienstleister.

Gespräche über die Kunst des Sammelns

Lange nutzte verschiedene Formate, um seine neuen Uhren vorzustellen. Es gab Einzelgespräche mit Kunden oder Pressevertretern, digitale Fotoshootings aber auch 16 Gruppenpräsentationen für die Presse.

Mit digital zugeschalteten Experten aus der Uhrenindustrie, Sammlern und Journalisten diskutierten Geschäftsführer Wilhelm Schmid, Produktentwicklungschef Anthony de Haas und Marketingchefin Barbara Hans unter anderem über die Kunst des Sammelns, weibliche Uhrensammler und Produktionstechniken. Zudem gab es neun Live-Übertragungen in den Lange-Boutiquen, in denen Gäste vor Ort waren.

"In der Summe hatten wir eine gute dreistellige Anzahl von Gesprächen und Präsentationen", sagt Einhorn.

Die Produktpräsentationen wurden auf Deutsch oder Englisch abgehalten und je nach Zielgruppe und Zeitzone simultan übersetzt ins Italienische, Französische, Koreanische, Japanische und Chinesische. Dazu gab es unter anderem ein Begrüßungsvideo, Gespräche mit einem Uhrmacher am Uhrmachertisch.

Positives Fazit nach der Messe

"Wir sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden, da wir sehr positive Rückmeldungen von unseren Partnern, Kunden und Pressevertretern erhalten haben", sagt Einhorn. Insgesamt sei diese virtuelle Messe mit der eigens dafür geschaffenen digitalen Plattform, dem Lange Experience Hub, für uns Lange eine neue Erfahrung gewesen. "Rückblickend können wir sagen, dass die Vorbereitung dieser digitalen Messe ähnlich aufwendig war wie die einer physischen Messe in der Vergangenheit", so Einhorn.

Zur Newsletter-Anmeldung

Bestellen Sie jetzt den kostenlosen E-Mail-Newsletter WIRTSCHAFT in Sachsen und erhalten Sie ab sofort 1x die Woche aktuelle Neuigkeiten aus dem sächsischen und dem nationalen Wirtschaftsgeschehen.

Newsletter bestellen

Weitere Artikel

Kamenzer Wirt erhält Unternehmerpreis

Kamenzer Wirt erhält Unternehmerpreis

Mario Osmani vom La Piazza ist einer von zehn Oberlausitzern, die für ihr Handeln in der Corona-Zeit geehrt werden. Womit er überraschte und was er Neues plant.

Hebamme in Not

Hebamme in Not

Die Görlitzerin Kristina Seifert ist Hebamme mit Leib und Seele. Trotzdem suchte sie sich jetzt einen zweiten Job. Kein Einzelfall dieser Berufsgruppe.

Neues Bier aus Freital im Handel

Neues Bier aus Freital im Handel

Das Rotbier ist nach einer bekannten Freitaler Sagengestalt benannt. Die ersten 100 verkauften Kisten brachten auch Geld für einen guten Zweck ein.

Der neue Chef in Glashüttes Apotheke

Der neue Chef in Glashüttes Apotheke

Rico Prasser ist beruflich in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Der 40-Jährige übernimmt auch die Apotheke in Frauenstein.