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Globalfoundries will als attraktiver Arbeitgeber gelten

30.09.2020
Die Dresdner Mikrochipfabrik wirbt mit einer neuen Auszeichnung. Nicht nur die Kantine sei ein Qualitätsmerkmal.

Von Georg Moeritz

Dresden. Dresdens größte Fabrik gehört zu den attraktivsten Arbeitgebern in der Stadt – diesen Schluss zieht der Mikrochiphersteller Globalfoundries aus einer Umfrage des Wirtschaftsmagazins Capital und des Statistikportals Statista. Der Betrieb mit 3.200 Beschäftigten zeigt laut Personalchef Olaf Drillisch-Saathoff „eine Verantwortung, die nicht am Werkszaun endet“. Die Beschäftigten bekämen Vergünstigungen wie hauseigenes Fitnesscenter, Physiotherapie, Boni für die Teilnahme an einem Gesundheitsprogramm und Entgeltumwandlung für Elektronik- und Fahrrad-Leasing. Schließlich nennt Drillisch-Saathoff auch das gesunde Angebot im subventionierten Betriebsrestaurant.

Das Wirtschaftsmagazin Capital führt Globalfoundries in einer Liste der attraktivsten Arbeitgeber Dresdens auf. Als „besonders gut“ im Vergleich zur Konkurrenz herausgehoben sind dort allerdings die Stadtwerke Drewag, die Elbe-Flugzeugwerke und das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden. Für die Bewertung stellten Capital und Statista rund 3.200 Unternehmen mit 250 bis 5.000 Mitarbeitern in 25 deutschen Großstadtregionen zusammen, von denen schließlich fast 500 ausgezeichnet wurden. Dafür durften 13.600 repräsentativ ausgewählte Arbeitnehmer Firmen aus ihren Regionen danach bewerten, ob sie wirtschaftlich und für gemeinnützige Zwecke aktiv sind und ob sie sozial verantwortlich handeln. Globalfoundries Dresden darf nun bis September nächsten Jahres mit der Auszeichnung und dem Capital-Logo werben.

Das Dresdner Unternehmen steht allerdings in einer Auseinandersetzung mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Die Gewerkschafter werfen dem Unternehmen vor, Tarifverhandlungen zu verweigern. Im März organisierte die Chemiegewerkschaft den ersten Warnstreik, Globalfoundries reagierte mit 100 Euro Streikbrecherprämie für jeden, der an dem Tag in der Produktion arbeiten ging. In der Pressemitteilung zur Auszeichnung weist das Unternehmen nun darauf hin, dass es „aktiv an der Weiterentwicklung der Unternehmenskultur“ arbeite. Basierend auf der Mitarbeit zahlreicher Kollegen sei das „Powerhouse Dresden“ entwickelt worden, das unter anderem für Leidenschaft und Leistungsfähigkeit stehe. In der Region engagiere sich Globalfoundries seit vielen Jahren in der Nachwuchsförderung, etwa als Landespate von Jugend forscht oder beim Sächsischen Informatikwettbewerb.

Während der vergangenen Monate unterstützte Dresdens größte Fabrik lokale Organisationen und Vereine im Rahmen seiner Covid-19-Spendenkampagne mit 100.000 Euro. Spenden der Mitarbeiter für gute Zwecke stockte Globalfoundries regelmäßig auf, teilte Sprecherin Karin Raths mit. Wichtig seien dem Unternehmen Respekt für Vielfalt, Respekt für andere Meinungen und transparente Kommunikation.

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