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Gröditzer Firma erhält Zukunftspreis

01.06.2021
Die Handwerkskammer Dresden zeichnet den Henry Wendt Installationsbetrieb aus Gröditz aus. Weitere Preise gehen nach Löbau und Ottendorf-Okrilla.

Von Jörg Richter 

Dresden. Die Henry Wendt Installationsbetrieb GmbH & Co. KG aus Gröditz hat den von der Handwerkskammer Dresden ausgelobten Wettbewerb um den „Zukunftspreis – Handwerksbetrieb des Jahres 2020“ für sich entschieden. Jörg Dittrich und Andreas Brzezinski, Präsident und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, übergaben in einem coronabedingt kleineren Rahmen als üblich am Montag in Dresden die Siegertrophäe.

Gleich drei zukunftsweisende Dinge hat die Jury an dem Gröditzer Familienunternehmen beeindruckt. Das ist zum einen eine sehr moderne Methode, wie der Installationsbetrieb alte und neue Kunden fasziniert und für sich gewinnt. Sie können mithilfe einer Virtual-Reality-Brille bereits vor dem Bau einen Blick in ihr künftiges Wunschbad werfen.

Bereits seit zwei, drei Jahren arbeitet der Gröditzer Handwerksbetrieb mit der VR-Brille und hat nur gute Erfahrungen damit gemacht. "In unserer Region kenne ich keinen Installationsbetrieb, der so was anbietet", so Hendrik Wendt, der Sohn von Firmengründer Henry Wendt. "Da scheuen sich noch viele Handwerker." Vor allem die hohen Anschaffungskosten für die Computer-Software sowie der zusätzliche Arbeitsaufwand würden sie abschrecken.

Handwerkskammerpräsident Jörg Dittrich überreicht die Auszeichnung an Josefin Ellger und Installateur- und Heizungsbauermeister Hendrik Wendt von der Henry Wendt Installationsbetrieb GmbH & Co. KG in Gröditz.
Handwerkskammerpräsident Jörg Dittrich überreicht die Auszeichnung an Josefin Ellger und Installateur- und Heizungsbauermeister Hendrik Wendt von der Henry Wendt Installationsbetrieb GmbH & Co. KG in Gröditz. © Handwerkskammer Dresden/André Wirsig

"Es macht zwar schon etwas Arbeit, die ganzen Maße des Bades in den Computer einzugeben", sagt der 25-Jährige, aber dafür sei für die Kunden das Erlebnis, schon vor dem ersten Handgriff das Bad zu sehen, umso größer. Von den Möglichkeiten der Kundenberatung ganz zu schweigen.

Die beiden anderen Gründe, warum sich die Handwerkskammer für das Gröditzer Unternehmen entschieden hat, betreffen die Zukunft des Familienbetriebs. 2017 baute Henry Wendt ein neues Firmengebäude mit einer neu konzipierten Bäder-, Heizungs- und Fliesenausstellung. Im gleichen Jahr stieg sein Sohn Hendrik in die Geschäftsführung ein, nachdem er eine dreijährige Meisterausbildung absolvierte. Gemeinsam führen beide heute den Handwerksbetrieb mit rund 40 Mitarbeitern. Für Wendt junior ist es eine Herzensangelegenheit. "Ich kann und will hier nicht weg", sagt er. Wendt senior freut es.

Wenn der Vater mit dem Sohne: 2017 hat Henry Wendt (rechts) seinen Sohn Hendrik (links) in die Geschäftsleitung geholt. Das Bild entstand im gleichen Jahr, als das Firmengebäude neu gebaut wurde.
Wenn der Vater mit dem Sohne: 2017 hat Henry Wendt (rechts) seinen Sohn Hendrik (links) in die Geschäftsleitung geholt. Das Bild entstand im gleichen Jahr, als das Firmengebäude neu gebaut wurde. © Lutz Weidler

Der zweite Platz des Zukunftspreises geht an die Tischlerei Pötschke GmbH aus Löbau. Auch hier ist der Generationswechsel gelungen. Geschäftsführer Wilfried Pötschke führt die 1856 gegründete Tischlerei in fünfter Generation. Gemeinsam mit seinem Sohn, Diplom-Ingenieur Thomas Pötschke, investierte der Tischlermeister 2018 in ein deckenläufiges Fördertechniksystem. Fenster- oder Türrahmen werden mit Metallhaken in das Fördersystem an der Decke eingehängt und durchlaufen dann die restlichen Arbeitsschritte in der Werkhalle automatisiert – so muss niemand mehr schwer heben. Zudem setzen die Pötschkes neben einer CNC-gesteuerten Fenster-Profiliermaschine und einer vollautomatisierten Flutanlage auch auf einen Spritzroboter.

Den dritten Platz errang die Bäckerei und Konditorei Gnauck aus Ottendorf-Okrilla. Mit einem außergewöhnlichen Sortiment bedient Bäcker Marlon Gnauck seine Kunden. Ein schwarzes Baguette mit fruchtig-roten Cranberrys, das leuchtend blaue Europabrot oder das orientalische Kurkuma-Mandel-Baguette sind nur ein paar der unverwechselbaren Brotkreationen des Handwerkers aus Ottendorf-Okrilla. Egal welche Zutat in den Backwaren landet, eines haben sie alle gemein: Sie werden natürlich, regional und nachhaltig produziert. Denn 80 Prozent seiner Rohstoffe bezieht der Ausbildungsbetrieb aus der Region.

Seit 2012 zeichnet die Handwerkskammer Dresden Unternehmen mit dem Zukunftspreis aus, die sich durch intelligente Konzepte bei der Nachwuchssicherung, der Bindung von Fachkräften und dem innovativen Einsatz neuer Technologien hervortun. Teilnahmeberechtigt sind alle Handwerksbetriebe aus dem Kammerbezirk Dresden, die seit mindestens zwei Jahren wirtschaftlich erfolgreich am Markt tätig sind. Am Wettbewerb um den Zukunftspreis 2020 hatten insgesamt 13 Handwerksfirmen teilgenommen. Die Schirmherrschaft hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer inne.

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