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Handbremse lösen

Dresden 22.01.2020
Mit dem Thema "Persönlichkeit" eröffnete Jörg Löhr die Erfolgsmacher 2020. Seine Kernbotschaft: Mutig sein.

Ein Mann ohne Mittelscheitel steht auf einer Bühne und fragt: „Wer von Ihnen hat einen guten Zahnarzt?“ Das Publikum ist ein wenig faul. Ein paar Hände gehen hoch. Der Mann springt von der Bühne. "Warum?", will er wissen. Weil es nicht weh tut, sagt der eine. Weil er macht, was er soll, der nächste. Weil ich ihn seit 25 Jahren kenne, die letzte.

„Sehen sie!“ Der Mann auf der Bühne heißt Jörg Löhr und hat jetzt, was er wollte. „Die Leute haben keine Ahnung, wie man einen Zahnarzt bewertet“, sagt er. „Alles was zählt, ist Persönlichkeit!“

Wie wird man eine sympathische und erfolgreiche Persönlichkeit? Mit diesem Thema eröffnete der Augsburger Coach Jörg Löhr am Montag als erster von acht Sprechern die Erfolgsmacher 2020. Die Reihe des Unternehmermagazins Wirtschaft in Sachsen findet dieses Jahr im Ostradome auf dem Messegelände statt. 

Die erfolgreiche Persönlichkeit ist mutig, optimistisch und mag Veränderung. Deshalb trennt sie sich zum Beispiel von Überzeugungen wie: Die Kunden sind so kritisch. Unser Unternehmen ist halt in der falschen Region. Oder: Mit diesem Auto nimmt mich als Außendienstler keiner ernst. Diese „limitierenden Überzeugungen“ sind die „Handbremse im Gehirn“. „Hinterfragen Sie diese Glaubenssätze“, fordert Löhr. Dann komme man nämlich schnell drauf: Wenn sich nichts ändert, wird nichts besser.  

Also müssen die alten Überzeugungen weg und neue Ziele her. Und zwar keine Vermeidungsziele, sondern Anstrebungsziele. Nicht: „Ich will keinen Verlust machen“, sondern: „Ich will mehr Umsatz machen“. Man muss aber noch an die Ansprüche glauben können: „Überschreiten Sie nicht die Grenze zwischen Vision und Halluzination.“  Außerdem empfiehlt Löhr, die Ziele zu visualisieren. Sich also schon einmal vorzustellen, wie man auf den Erfolg anstößt. 

Diese Persönlichkeit soll man auch bei den Mitarbeitern fördern, aus Zaungästen Mitreißer machen. Löhr erzählt von einem Team-Meeting Anfang 2018. Zwei Sachen teilte er den Mitarbeitern der „Jörg Löhr Akadamie" mit. Erstens: Der Umsatz solle sich innerhalb von zwei Jahren verdoppeln. Zweitens: Löhr sei nur noch jeden 10. Tag im Büro. "Da herrschte erstmal Ruhe", erzählt er. Aber dann entwickelte das Team "brillante Ideen".  Bis Januar 2020 ist der Umsatz um 63 Prozent gestiegen.

Ein guter Chef ist wie der Handballtrainer, den Löhr mal hatte. „Wenn ich dachte, ich bin am Ende, hat er mir gezeigt, wie weit mein Ende noch weg ist.“ Jörg Löhr ist dann in die Handball-Nationalmannschaft gekommen. 

1995 tauschte er Trikot gegen Sakko, aber der Sportler ist noch da. Fast neunzig Minuten springt Löhr auf der Bühne umher, immer wieder läuft er ins Publikum. Die Dresdner allerdings waren schon bei der Sache mit dem Zahnarzt zaghaft. Und dann sollen sie auch noch ihrem Nachbarn High Five geben und sagen: „Schön, dass du da bist!“

Es scheint ihnen trotzdem gefallen zu haben. Die Schlange am Stand von Löhr ist nach dem Vortrag so lang, dass man kaum aus dem Ostradome rauskommt. Das könnte allerdings auch an Löhrs letzten Worten liegen: Seinen Kalender mit Tipps und Sprüchen, den gebe es heute gratis.

Tickets für die folgendenVeranstaltungenunter https://www.wirtschaft-in-sachsen.de/veranstaltungen/ERFOLGSMACHER-2020

 

Von Lusie Anter

Foto: Eric Pflug

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