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Herrnhuts neuer Extra-Stern

01.10.2020
Die Manufaktur startet mit dem neuen Monat eine zweite, auf 500 Stück limitierte Sonderedition - diesmal aus Papier. Aber einem ganz besonderen.

Von Anja Beutler

Echte Handarbeit kommt aus der Herrnhuter Sternemanufaktur immer. Die neue Sonderedition ist da aber noch einmal einen Zacken origineller: Ab Oktober gibt es einen neuen Herrnhuter Stern mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern in limitierter Auflage. Insgesamt 500 Stück dieser aus Papier gefertigten Version werden zu haben sein.

Hergestellt ist der "Neue" aus Herrnhuter Kleisterpapier, einer Art Buntpapier, das in der Herrnhuter Brüdergemeine eine lange Tradition hat. Jetzt wird es dafür genutzt, moderne Frische in die Sterne-Kollektion zu bringen, erklärt Pressesprecherin Jacqueline Schröpel. Ganz frisch hergestellt wird das Papier sowieso: Jenny Bryla und Jana Heinze tun das beispielsweise. Sie streichen die Papierzacken mit dem in einem Mintton gefärbten Kleister ein, malen mit einem Holzstäbchen Schneckenschnörkel darauf, stempeln Sterne an die passende Stelle oder verzieren einige der künftigen Zacken mit Rauten.

Die vielen extra Arbeitsschritte machen den neuen Stern natürlich um einiges aufwendiger, schildert Frau Schröpel. Eigentlich fertigen die routinierten Hände der Mitarbeiter in der Manufaktur zwischen 2.000 und 2.500 Papiersterne an einem Tag. "Bei dieser Variante werden es höchstens 150 Stück", erklärt die Sprecherin. Allein schon den Kleister fertig einzurühren, erfordert anderthalb Stunden Wartezeit. Wegen der frischen Farbe ist es zudem nötig, die Zacken vor dem Formen nochmals zu pressen. Die Idee, verstärkt auch wieder den Papierstern ins Rampenlicht zu rücken, verfolgen die Herrnhuter Sterne schon eine Weile. Großen Anklang fand das bereits beim neuen Bastelset für Zuhause, von dem die Herrnhuter zu Corona-Zeiten rund 120 Stück verkauft haben.

Jana Heinze "malt" mit einem Holzstäbchen Schneckenschnirkel in die feuchte Farbe.

 

 

Jenny Bryla streicht die Zacken akurat mit dem mintfarbenen Kleister ein.

Jenny Bryla streicht die Zacken akurat mit dem mintfarbenen Kleister ein. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
 
 
 
 

Auch mit Kleisterpapier hatten die Mitarbeiter der Bastelstube, die Teil der an die Manufaktur angebauten Entdeckerwelt ist, schon einmal experimentiert.  Nun haben sie die Produktion dieser zweiten Sonderedition in ihren Händen. "Wir mussten zusammen erst einmal schauen, wie man da am besten eine Produktionsstrecke aufbaut", schildert Frau Schröpel. Inzwischen haben sich die fünf Kolleginnen der Bastelwerkstatt ausreichend eingeübt und produzieren die mintfarbene Version. Erhältlich werden diese Sterne dann sowohl in der Manufaktur selbst als auch im Ladengeschäft an der Löbauer Straße sein. Wer nicht nach Herrnhut kommt, kann sie online bestellen.

Ein solcher Papierstern mit kompletter Beleuchtungstechnik kostet dann 85 Euro. "Ja, das ist mehr als bei der normalen Version, die 44,50 Euro kostet - aber das ist dem größeren Aufwand geschuldet", erklärt Jacqueline Schröpel. Der mintfarbene Stern ist übrigens mit einer kaltweißen LED versehen, damit die Farbe auch richtig zum Tragen kommt. "Das entscheiden wir aber jedes Mal aufs Neue, welche Beleuchtungsvariante die beste ist", erklärt die Sprecherin. Künftig soll nämlich jedes Jahr im Mai zusätzlich zur kleinen Sonderedition aus Kunststoff nun auch eine Papier-Stern-Sonderedition auf den Markt kommen. "Dass die Farben der beiden in diesem Jahr sehr ähnlich sind, ist purer Zufall, das wird nicht immer so sein", betont Frau Schröpel. 

Wer einen solchen Kleisterpapier-Stern selber herstellen will, kann das ebenfalls tun - in der Bastelstube. Dort müssen die Gäste dann freilich nicht alle Arbeitsschritte selbst machen, betont auch die Pressesprecherin. Das Zusammenleimen und Fertigstellen übernehmen die Manufakturmitarbeiter. Auf alle Fälle aber sollte man sich rechtzeitig anmelden - und das gleich aus zweierlei Gründen: Zum einen muss die Herrnhuter Sterne GmbH wegen der Corona-Regularien gut planen. Zum anderen muss noch genügend Zeit bleiben, um den Stern fertigzustellen, damit er auch Weihnachten leuchten kann. Das gleiche gilt für die nochmals neu aufgelegten Bastelsets für Zuhause. Auch hier werden die bemalten Zacken am Ende in der Manufaktur fertiggestellt. "Ein selbst bemalter Stern, ist ein schönes Geschenk, aber wir brauchen drei bis vier Wochen für die Fertigstellung", betont Frau Schröpel.

Und damit trotz Corona-Regeln und der damit eingeschränkten Möglichkeiten in der Bastelstube trotzdem viele Bastelfreunde zum Zuge kommen können, wird pünktlich zu den Herbstferien am 17. Oktober, ein "Pfefferkuchenhaus" vor der Manufaktur entstehen. In dem passend gestalteten und beheizten Zelt wird es sieben Bastelstübchen geben. "An dem Zelt werden wir auch unseren Adventskalender anbringen, den wir jeden Tag um 16.30 Uhr mit den Gästen öffnen - nur sonntags eben online", erzählt Jacqueline Schröpel.

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