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Hier wächst Bautzens Wirtschaft

Landkreis Bautzen 22.01.2020
Weil sich Firmen erweitern, entstehen im Gewerbegebiet Salzenforst viele Jobs. Auch neue Unternehmen wollen sich ansiedeln.

Unter den Bautzener Gewerbegebieten ist Salzenforst momentan der Streber. Auf der Fläche nahe der A 4 floriert die Wirtschaft. Zwei große Unternehmen investieren Millionen, um sich zu erweitern. Sie bauen Hallen und Lagerflächen, stellen neue Mitarbeiter ein. Bewegung gibt es auch dort, wo aktuell noch Gras wächst. Gerade hat die Stadt Bautzen eine freie Fläche an eine Firma abgegeben. Zwei weitere Grundstücke stehen kurz vorm Verkauf.

Beim Kabelveredler Ionisos blickt Geschäftsführer Henry Mitschak voller Vorfreude auf die kommenden Monate. Jahrelang hat er darum gekämpft, dass das Werk in Salzenforst größer wird. Nun ist es soweit. Zehn Millionen wird die französische Ionisos-Gruppe investieren. „Wenn das Wetter mitspielt, wollen wir Ende Februar mit den Erdarbeiten beginnen“, sagt er. Mitschak hat sich einiges vorgenommen. Auf dem firmeneigenen Grundstück will er eine fast 2.000 Quadratmeter große Halle errichten. Bis Oktober soll der Anbau stehen. In der Halle wird später ein sogenannter Beschleuniger unterkommen. Ein Betonkasten also, in dem die Kabel bestrahlt und so länger haltbar gemacht werden. Zwei von der Sorte hat Henry Mitschak schon. Sie sind das Herzstück seiner Firma. Mit einem dritten Kasten aber kann er noch mehr Kabel veredeln. Etwa 30 Angestellte zählt sein Werk. Fünf neue Mitarbeiter würde der Chef gern noch einstellen.

Neue Lagerfläche bei DRS-Rohrwerke

Wenn Mitschak aus dem Fenster sieht, dann blickt er zu einem Nachbarn hinüber, der sich gerade mit ähnlichen Themen beschäftigt. Andreas Seibel leitet die DRS-Rohrwerke, ein Unternehmen, das Kunststoffleitungen für die Bauindustrie produziert. Seine Firma wächst vor allem räumlich. Im vergangenen Jahr kam eine 10.000 Quadratmeter große Lagerfläche hinzu. Derzeit entsteht eine weitere Lagerfläche, die 16.000 Quadratmeter misst. Seibel spricht von sechs neu installierten Fertigungsanlagen, von einer Spritzgießanlage, die in Betrieb genommen wurde.

Besonders gern redet der Rohrwerke-Chef aber über die Firma Neue WMS Flocktechnik. Als das Unternehmen vor einem Jahr seinen Sitz am Stadtrand von Bautzen aufgab, übernahm Seibel kurzentschlossen das benachbarte Firmengebäude, baute es für seine Zwecke um. Innerhalb kürzester Zeit erhöhte der Chef die Zahl seiner Mitarbeiter – von 33 auf 70. Und es gibt noch immer offene Stellen – zum Beispiel in der Produktion oder im Bereich Logistik.

Viel Platz gibt es nicht mehr

Den Wachstumskurs der Firmen hat man auch bei der Stadt Bautzen registriert. Alexander Scharfenberg, der das Wirtschaftsförderungsamt leitet, freut sich darüber und hofft, dass es den Firmen damit gelingt, sich in den kommenden Jahren wirtschaftlich sicher aufzustellen. Er weiß auch: Viel Platz gibt es im Gewerbegebiet Salzenforst nicht mehr. Eine, wenn auch eher kleinere Fläche, hat die Stadt gerade erst verkauft. Der neue Inhaber, die Firma Autoteile Gocht, kommt aus Malschwitz und möchte seinen Firmensitz nach Bautzen verlegen. Auf dem neu erworbenen Areal plant das Unternehmen einen Onlinehandel mit Fahrzeugteilen. Außerdem wollen die Mitarbeiter dort die Oberflächenbeschichtung von Fahrzeugteilen anbieten. Auf dem Gelände soll unter anderem eine Werkstatt mit Hebebühnen entstehen. Auch eine Waschanlage ist geplant. Wie die Stadt mitteilt, ist der Baubeginn für das zweite Halbjahr 2020 vorgesehen. In den kommenden Jahren möchte das Unternehmen fast eine Millionen Euro am Standort in Salzenforst investieren. Und wieder einmal geht es um zusätzliche Arbeitsplätze. Schrittweise sollen etwa 20 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Mit dem Verkauf des Grundstücks bleiben im Gewerbegebiet Salzenforst noch drei freie Flächen übrig. Zwei von ihnen sind schon so gut wie vergeben. Die Stadt hat für die Flächen bereits potenzielle Käufer gefunden. In der nächsten Stadtratsitzung soll darüber abgestimmt werden. Erst dann, so erklärt Alexander Scharfenberg, werden Details dazu bekannt gegeben. Sollten die Stadträte den Plänen zustimmen, wäre noch eine einzige Fläche übrig. Doch auch für die letzten 20.000 Quadratmeter interessiert sich bereits ein Investor. „Wir sind im Gespräch. Die Fläche wurde reserviert, ein Kaufantrag aber noch nicht gestellt“, erklärt Scharfenberg.

Neue Gewerbefläche im Blick

Wenn das Gewerbegebiet Salzenforst in absehbarer Zeit ausverkauft ist, heißt das auch: Um neue Firmen herzulocken, muss die Stadt neue Plätze erschließen. Aus diesem Grund hat die Wirtschaftsförderung seit einer Weile eine Fläche ins Auge gefasst. Gemeint ist ein Areal zwischen der Wilthener und der Neusalzaer Straße nahe dem Sportplatz vom Verein Post Germania. Auf 16 Hektar will die Stadt ab 2023 neue Gewerbeflächen anbieten.

 

Von Marleen Hollenbach

Foto: © Uwe Soeder

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