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Infinus-Prüfer muss Anlegern Schaden ersetzen

08.10.2020
Das Landgericht Dresden ist dabei, ihn zu Zahlungen von mehr als einer Million Euro zu verurteilen. Doch der Mann hat Insolvenz beantragt.

Von Ulrich Wolf

Dresden. Das Landgericht Dresden verurteilt derzeit den Wirtschaftsprüfer des früheren Finanzdienstleisters zu zahlreichen Schadenersatzzahlungen. Nachdem im September bei sieben Verfahren weder der beklagte Prüfer noch sein Anwalt erschienen waren, verkündete die 9. Zivilkammer am 1. Oktober drei Versäumnisurteile. Die Zahlungen beliefen sich in Summe auf rund 780.000 Euro plus Zinsen, teilte das Landgericht auf Anfrage mit. Am morgigen Donnerstag will die Kammer die restlichen vier Urteile sprechen. Dabei stehen Rückzahlungen an Infinus-Anleger von gut 650.000 Euro plus Zinsen im Raum. 

Gar 34 Verfahren sind für Mitte Oktober terminiert, Anfang November sollen 51 weitere folgen. Nach Informationen von Sächsische.de hat der Wirtschaftsprüfer jedoch ein Insolvenzverfahren über sein Vermögen beantragt. Sollte dem stattgegeben werden, könnten die Anleger leer ausgehen.

Entscheidung über Revision steht noch aus

Der ursprünglich in Nürnberg beheimatete Wirtschaftsprüfer hat in Dresden zwei Firmen. Der mittlerweile 64-Jährige testierte die Infinus-Bilanzen. Rund 600.000 Euro kassierte er allein für die Prüfungen des Geschäftsjahres 2012. Seine Mandatsliste reichte in Sachsen vor dem Infinus-Skandal vom Abwasserzweckverband Rödertal über die Kreismusikschule Meißen bis hin zum Zoo Dresden. 

Anfang Juli 2018 hatte das Landgericht Dresden gegen die sechs Topmanager von Infinus mehrjährige Haftstrafen verhängt. Ihre Verteidiger legten Revision ein. Sie verwiesen dabei unter anderem auf die vom Wirtschaftsprüfer testierten Bilanzen, denen die Mandanten vertraut hätten. Die Abschlüsse erwiesen sich jedoch weitgehend als falsch. 

Eine Entscheidung über die Revision wird in Justizkreisen erst Ende dieses/Anfang nächsten Jahres erwartet. Erst danach werde voraussichtlich auch über die Eröffnung der strafrechtlichen Verfahren gegen den Wirtschaftsprüfer und einen kooperierenden Steuerberater entschieden, heißt es aus dem Landgericht.

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